05.05. - Liberale Stichtage: 55. Todestag von Martha Dönhoff

23.04.2010

Sie war das preußischen Gegenstück zu Gertrud Bäumer: Wie diese im Reichstag, so saß Martha Dönhoff von 1919 bis 1932 für die DDP im preußischen Landtag. In beiden Parlamenten waren liberale Frauen in der Weimarer Republik stark unterrepräsentiert, da weibliche Kandidaten auch und gerade im liberalen Lager schlechte Listenplätze erhielten.

Umso erstaunlicher ist die parlamentarische Karriere der 1875 geborenen Wittener Unternehmerstochter, die zwar wie ihre bekannteren Mitstreiterinnen in der Frauenbewegung aktiv war, aber keine Universitätsbildung erfahren hatte. Als langjährige Schriftführerin war sie nicht ohne Einfluss in der liberalen Fraktion im damals weitaus größten Land, zumal sie lange Zeit auch an der Spitze des DDP-Reichsfrauenausschusses stand.

Während sie sich ab 1933 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, trat Martha Dönhoff nach dem Zweiten Weltkrieg in die FDP ein, übernahm aber altersbedingt keinerlei Funktionen oder Ämter mehr. Sie verstarb 1955 in ihrer westfälischen Heimat.

(Quelle: ADL, Bestand Martha Dönhoff, N41-5)

(Quelle: ADL, Bestand Martha Dönhoff, N41-2)

Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie .