04.02. - Liberale Stichtage: Vor 20 Jahren wird die FDP der DDR gegründet

03.02.2010

Es hatte eine gewisse Zwangsläufigkeit, dass sich während der DDR-Wendezeit diejenigen, die sich als liberal empfanden, aber mit dem halbherzigen Kurs der LDPD-Führung (vgl. Liberaler Stichtag ) haderten, eigenständig zu organisieren suchten.

Seit dem Spätherbst 1989 gab es verschiedene Initiativen mit Schwerpunkten in Ost-Berlin, Anhalt und Sachsen, eine Partei der „ökologisch und sozial verpflichteten Marktwirtschaft“ zu gründen, für die die bundesdeutsche FDP das Vorbild sein sollte. Anfang 1990 verdichteten sich diese Bemühungen und so wurde am 4. Februar in Berlin-Weißensee in Anwesenheit zahlreicher FDP-Prominenz aus Bonn die „FDP der DDR“ aus der Taufe gehoben.

Zum ersten Vorsitzenden wurde der bis dahin parteilose Dessauer Arzt Bruno Menzel (1932-1996) gewählt, viele Mitglieder rekrutierten sich aus enttäuschten und ausgetretenen Liberaldemokraten. Das hatte von vornherein ein sehr problematisches Verhältnis zu der in Wandlung begriffenen Blockpartei zur Folge: Zwar entzog sich die Parteiführung nicht dem auch von Bonner Freidemokraten vorgebrachten Ansinnen, ein Bündnis mit der LDPD für die Volkskammerwahl einzugehen, wodurch fünf DDR-Freidemokraten in das erste freigewählte DDR-Parlament einzogen.

Aber ganz ähnlich wie der andere Bündnispartner Forumpartei (vgl. Liberaler Stichtag ) hatte man große Angst, von der weit größeren und besser organisierten LDP(D) instrumentalisiert zu werden, weshalb sich die FDP der DDR einer weiteren Zusammenfassung der liberalen Kräfte in der DDR entzog und somit dazu beitrug, deren Position zu schwächen. Erst im folgenden Sommer gab sie ihren Widerstand auf und schloss sich dann der gesamtdeutschen FDP an.

F.D.P. der DDR bei Chronik der Wende

Bruno Menzel bei Politik für die Freiheit

Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie .