Wer wird Autor der Freiheit des Jahres 2009? Hier stellen wir Ihnen die zwölf Veröffentlichungen des Jahres 2009 vor, die bei den Abstimmung die höchste Stimmenzahl erreicht haben. Sie entscheiden jetzt, welchen der Beiträge Sie für den wertvollsten halten. Wer die meisten Stimmen erhält, wird Autor der Freiheit des Jahres 2009. Sie können bis zu 3 Stimmen abgeben. Die Abstimmung endet am 28. Februar 2010.
Und hier sind die Monatssieger (Abstimmen am Ende der Seite):
Januar 2009: Mehr Adam Smith wagen
von Thomas Straubhaar
Prof. Dr. Thomas Straubhaar ruft Adam Smith ins Gedächtnis: Adam Smith ging von einem Menschen aus, der ständig versucht, seine Existenz zu sichern und seine Lage zu verbessern. Das so definierte Selbstinteresse hat eine für die Gesellschaft wunderbare Nebenwirkung. Was nämlich für den Einzelnen gut ist, wirkt sich auch für die Gemeinschaft insgesamt positiv aus. Straubhaar: "Das Zusammenspiel von individueller Freiheit, Verantwortung und Haftung hat trotz allen Krisen schrittweise und mit wechselndem Erfolg insgesamt zu mehr Wohlstand für mehr Menschen geführt."
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Februar 2009: Das böse Wort mit ‚N’
von Vince Ebert
Sind Kabarettisten per se links? Möchte man meinen, wenn man so den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verfolgt. Aber plötzlich taucht einer auf, der sogar mit dem Begriff Neoliberalismus umgehen kann. Nicht nur richtig – auch noch humorvoll! Die Rede ist von Vince Ebert, der sich selbst als „lustigsten Physiker Deutschlands“ bezeichnet und mit seinem Buch „Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie“ beachtliche Erfolge feiert (Platz 3 der Spiegel-Online-Bestsellerliste).
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März 2009: Jetzt geht es an die Grundregeln des Rechtsstaates
von Rainer Hank
"Nur wer darauf setzen darf, dass er die Erfolge seines Handelns selbst genießen und die Misserfolge selbst erdulden muss, wird verantwortet Risiken eingehen und Chancen ergreifen. Wer wird Anteile eines Unternehmens kaufen und auf dessen Geschäftsmodell setzen, wenn er befürchten muss, der Staat könnte ihn eines Tages - aus welchen Gründen auch immer - zu einem von ihm selbst gesetzten Willkürpreis um sein Eigentum bringen?" Dies ist eine der interessanten Feststellungen, die Rainer Hank in seinem in der Frankfurter Allgemeinen veröffentlichen Beitrag trifft, der sich mit dem aktuellen Thema "Enteignungen" befasst.
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April 2009: Ökonomische Gesetze: Der Markt ist unbezwingbar
von Gérard Bökenkamp
„Wenn man derzeit den Fernseher einstellt oder die Zeitung aufschlägt, ließt man Artikel und sieht in Reportagen, Nachrichten und Talkshows Debatten, die einen surrealen Charakter haben. Es wird darüber diskutiert, wie viel Markt man sich angesichts der Finanzkrise leisten könne. Dies zeigt, dass die werten Diskutanten nicht verstehen worüber sie eigentlich reden, wenn sie vom Markt sprechen“, führt Bökenkamp ins Thema ein, um dann Nachhilfe in Sachen Markt zu geben: „Die Marktgesetze sind grundsätzlich nicht gut oder schlecht, sondern sie sind einfach da. Auch in der Sowjetunion und der Volksrepublik China unter Mao wirkten die Marktgesetze. (…) Man kann das Gesetz von Angebot und Nachfrage ebensowenig abschaffen wie die Schwerkraft, es handelt sich quasi um ein Naturgesetz.“
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Mai 2009: Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik: viel Lob und ein Ratschlag
von Roger Köppel
Roger Köppel würdigt in der „Weltwoche“ die Bundesrepublik Deutschland zu ihrem runden Geburtstag. „Der halbierte Schrumpfstaat, der aus Not auf Prachtentfaltung verzichtete“, schreibt Köppel, „erwies sich als Erfolgsmodell. Mit einer beeindruckenden Energie und mit bemerkenswerter Leidensfähigkeit schufteten und krampften sich die Deutschen zurück an die Weltspitze.“ Allerdings meint der Autor zum Modell Deutschland: „Das Problem liegt darin, dass sich niemand an den Umbau herantraut.“ Er wünscht sich ein Deutschland, „liberal, stark in Wirtschaft und Wissenschaft, zurückhaltend bis abstinent, was das politische Eigengewicht in der Welt betrifft.“
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Juni 2009: Im Zweifel für die Freiheit
von Oliver Marc Hartwich
Oliver Marc Hartwich, profunder Kenner Großbritanniens und inzwischen in Australien lebender Autor der Achse des Guten befasst sich in seinem Beitrag mit dem Modebegriff der Nachhaltigkeit. Die könne sehr schnell mit einer Entmündigung zukünftiger Generationen einhergehen, analysiert Hartwich und warnt: „Das ethische Fundament der Bundesrepublik liegt in den Ideen von Menschenwürde und Freiheit begründet. Statt uns daher der freiheitsfeindlichen Illusion einer staatlich administrierten Nachhaltigkeit hinzugeben, sollten wir besser in unserer Zeit die Idee einer Verfassung der Freiheit neu denken.“
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Juli 2009: Die Revolution der gebenden Hand
von Peter Sloterdijk
In seinem viel beachteten Essay rechnet Sloterdijk mit der Unterstellung ab, Kapital „sei nur ein Pseudonym für eine unersättliche räuberische Energie“. Er fordert dazu auf, „auf den zeitgenössischen Staat blicken, wenn man die Aktivitäten der nehmenden Hand auf dem neuesten Stand der Kunst erfassen will.“ Um die unerhörte Aufblähung der Staatlichkeit in der gegenwärtigen Welt zu ermessen, sei es nützlich, sich an die historische Verwandtschaft zwischen dem frühen Liberalismus und dem anfänglichen Anarchismus zu erinnern. Laut Sloterdijk leben wir nicht im Kapitalismus, sondern in einem „massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus auf eigentumswirtschaftlicher Grundlage.“
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August 2009: Sozial- und Wohlfahrtsstaat: Das Gesundheitswesen als Extremfall der Zwangsverwaltung
von Carlos A. Gebauer
Laut Gebauer hat das Grundgesetz vom 23. Mai 1949 einen „dritten Weg“ zwischen westlichem Kapitalismus und östlichem Sowjetzwang zu beschreiten versucht. Die traditionell noch zurückhaltende Rolle des Staates wurde gestärkt. Damit, so Gebauer, „war die Rallye um das Gute im Gesetz eröffnet.“ An die Stelle der freiwilligen Verträge unter gleichen Bürgern traten mehr und mehr Zwangsmitgliedschaften, „die Behörden ermittelten von Amts wegen, was für alle gut war.“ Der Autor zitiert § 1 des Fünften Sozialgesetzbuches, wonach nicht der Versicherte, sondern seine Krankenkasse für dessen Gesundheit verantwortlich ist. „Der Patient ist nur – bitte jetzt bei der Lektüre gut festhalten – ‚mitverantwortlich’.“
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September 2009: Deutschland im Öko-Würgegriff (17): Jetzt wird der Gesundheitsbereich erobert
von Zettel
„Das Thema ‚Gesundheit’, für das ja eigentlich Ärzte zuständig sind und ansonsten jeder Bürger selbst, ist ein Thema erstens unserer Regierung geworden und zweitens und vor allem ein Thema derer, die Deutschland in ihren Öko- Würgegriff nehmen wollen“ – diesen Vorwurf erhebt Zettel, einer der prominentesten liberalen Blogger. „Bei ihrem Versuch, bis in unser Privatleben hinein ihre ideologische Kontrolle über die Gesellschaft zu etablieren, haben sie die Gesundheit als ein in mancher Hinsicht ideales Instrument entdeckt“. Es gehe den Ideologen dabei nicht um „das Vermeiden der Schädigung anderer; es geht ihnen darum, jeden Bürger in seiner eigenen Freiheit, in seiner Verantwortung für sich selbst zu beschneiden.“
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Oktober 2009: Die Stärken der Selbstbegrenzung
von Norbert Bolz
"Der Staat gewinnt nichts, wenn er seine Aufgaben stetig ausweitet. Im Gegenteil: Er übernimmt sich - und wird so geschwächt" – erstaunlich genug, dass diese Zeilen den Essay von Norbert Bolz ausgerechnet in der taz einleiten, die sonst nicht gerade als Kampfblatt für den schlanken Staat gilt. Der Autor stellt zwar die Frage, "wie man den Kapitalismus vor sich selbst rettet", gibt aber durchaus keine sozialistischen Antworten darauf. Im Gegenteil: "Der starke Staat hat die Aufgabe, den Kapitalismus gegen die schlechten Kapitalisten zu verteidigen, das heißt, für die Herrschaft des Leistungsprinzips, die Freiheit des Marktes und die Demokratie der Konsumenten zu sorgen. Allerdings ist der starke Staat nicht umso stärker, je tiefer er in die Wirtschaftsprozesse eingreift."
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November 2009: Sozialstaat: Mit Dynamit gegen die Nächstenliebe
von Dirk Friedrich
"Der Hass weiter Bevölkerungsgruppen auf den Liberalismus", so Friedrich, "kam nie besser zum Vorschein als nach dem für manch einen überraschenden Stimmenzuwachs der FDP bei der Bundestagswahl. Gewohnt reflexartig schnappen die sozialdemokratischen Kiefer führender Medien nach Herrn Westerwelle und seinen angeblichen Marktradikalen." Vergessen sei nun die politische Korrektheit, Tiefschläge unter die Gürtellinie des Privaten seien nun erlaubt. Friedrich konstatiert: "Die Krise bringt häufig das Schlechteste im Menschen hervor."
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Dezember 2009: Marktführer Stalin
von Martin A. Senn
"In Tat und Wahrheit ist Russland so weit entfernt wie nie von einer gerichtlichen Aufarbeitung der stalinistischen Verbrechen in der Art, wie sie an den Nürnberger Prozessen die Nazi-Führer über sich ergehen lassen mussten", schreibt Martin A. Senn in der Weltwoche. Die Entstalinisierung, angestoßen noch in der Sowjetzeit durch Staats- und Parteichef Gorbatschow, werde seit Jahren schrittweise rückgängig gemacht, unter Putin die Archive von Armee und Geheimdiensten wieder geschlossen, die in den neunziger Jahren für die historische Aufarbeitung der Ära Stalin geöffnet worden waren. "Völlig quer steht da die Freiheit der historischen Lehre und Forschung als eine der Errungenschaften der postsowjetischen Gesellschaft. Entsprechend dreist gehen die Behörden wieder gegen Historiker vor."
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