Wer wird Autor der Freiheit des Monats? Hier stellen wir Ihnen drei Veröffentlichungen des Vormonats vor, die sich mit den Themen Freiheit und Liberalismus beschäftigen. Sie entscheiden per Abstimmung, welchen der Beiträge Sie für den wertvollsten halten. Wer die meisten Stimmen erhält, wird Autor der Freiheit für den betreffenden Monat. Zu Beginn des Folgejahres können Sie aus den Monatssiegern den Autor der Freiheit des Jahres wählen. Und hier sind die Vorschläge für den Monat Januar 2010:
Beitrag 1:
Wenn Forschern die Demokratie lästig wird
von Nico Stehr und Hans von Storch
Der Kopenhagener Gipfel ist gescheitert - und Klimaforscher spielen mit dem Gedanken an eine autoritäre Regierungsform, um die globale Erwärmung zu bewältigen. Die Wissenschaftler Nico Stehr und Hans von Storch warnen vor dieser antidemokratischen Strömung. "Demokratisch organisierte Gesellschaften seien zu schwerfällig", zitieren die Autoren diverse Klimawissenschaftler, "um den Klimawandel zu vermeiden; sie handelten weder rechtzeitig noch umfassend. Die 'großen Entscheidungen' müsse daher ein starker Staat treffen, die endlose Debatte solle ein Ende haben." Stehr und Storcherinnern an den Ökonomen Friedrich Hayek, der schon vor Jahrzehnten auf die paradoxe Entwicklung aufmerksam gemacht habe, "dass der Eindruck massiver Fortschritte in der Wissenschaft bei Forschern den Glauben stärke, 'eine umfassende und bewusstere Lenkung' aller menschlichen Tätigkeiten" unvermeidbar sei. "Aus diesem Grunde", zitieren sie Hayek, "werden die Menschen, die vom Fortschritt des Wissens berauscht sind, so oft zu Feinden der Freiheit."
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Beitrag 2:
"Ich habe ein Recht auf ungesundes Leben"
von Andrea Nahles
Wer für die Freiheit schreibt, hat Chancen, zum Autor der Freiheit nominiert zu werden. Das gilt auch für SPD-Generalsekretärinnen. In der Welt veröffentlichte Andrea Nahles einen Vorabdruck aus ihrem Buch "Frau, gläubig, links – Was mir wichtig ist“. Den derzeit in der Bundesrepublik praktizierten Nichtraucherschutz hält Nahles für das Anzeichen eines Trends: "Immer mehr Details des täglichen Lebens werden staatlich reglementiert. Das geschieht schleichend." Nahles fordert: "Wir müssten eigentlich eine Grundsatzdiskussion über die Frage führen, wo der Aufgabenbereich des Staates endet und der Verantwortungsbereich des Einzelnen beziehungsweise der Zivilgesellschaft beginnt." Nahles weist darauf hin, dass nicht nur Konservative, sondern auch große Teile der Linken "keinen durchweg positiven Blick auf die Menschen" haben: "Der nörgelnde Unterton, der erzieherisch-rechthaberische Gestus, mit dem sie bis heute die Vorlieben und das Verhalten der einfachen Leute kritisieren, zeugen von einem tief verwurzelten Paternalismus".
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Beitrag 3:
Die bedrohte Elite
von Sascha Lobo
Frank Schirrmachers Hilferuf "Mein Kopf kommt nicht mehr mit" ruft einen der bekanntesten Blogger Deutschlands mit einer Gegenrede auf den Plan: Sascha Lobo. "Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts", so Lobos Analyse, "war der allgemein anerkannte Filter, der vermittels der Massenmedien gesellschaftlich Relevantes von Irrelevantem schied, die Redaktion. Der Redakteur als Torwächter der massenmedialen Realität hat jedoch mit dem Internet im 21. Jahrhundert Konkurrenz bekommen. Im virtuellen Raum des Netzes herrschen andere Regeln als in der traditionellen Medienlandschaft. Eben noch wählte eine Redaktion aus, was ihr wichtig erschien; jetzt wird im Internet hochgespült, was ausreichend viele Menschen für interessant halten." Schirrmachers Klage über den Niedergang der Kultur durch das Internet und die gesellschaftlichen Begleiterscheinungen verkenne überdies die unglaubliche Renaissance der Schriftkultur.
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Wer wird Autor der Freiheit Januar 2010? Lesen Sie die Beiträge und stimmen Sie hier (bis 31.01.10) ab:




