08.02. - Liberale Stichtage: 80. Geburtstag von Dieter-Julius Cronenberg

Dieter-Julius Cronenberg Als Inhaber einer Firma, die seit fast 300 Jahren in Familienbesitz ist, wird man Dieter-Julius Cronenberg als klassischen „Mittelständler“ bezeichnen, wie er im Liberalismus nicht ganz selten anzutreffen ist. Aus dieser traditionellen liberalen Klientel haben ihn vor allem zwei Dinge herausgehoben: seine für deutsche Liberale eher untypische katholische Herkunft und sein Interesse an Sozialpolitik.
Nach einem Jurastudium und unternehmerischen Volontariat trat Cronenberg 1960 in den im Sauerland gelegenen Familiebetrieb und kurz darauf in der FDP ein. Hier betätigte er sich zunächst kommunalpolitisch und stieg über den Bezirksverband bis in den Vorstand der nordrhein-westfälischen FDP auf.
Über die Landesliste wurde er 1976 erstmals in den Bundestag gewählt, dem er dann 18 Jahre lang angehörte. Bald machte er sich als sozialpolitischer Sprecher der Fraktion einen Namen, wobei für ihn ein wichtiges Augenmerk war, die gerade für mittelständische Betriebe überbordenden Lasten der Sozialversicherung zu beschränken. In der Bundestagsfraktion galt er zwar als Befürworter der koalitionspolitischen Wende zu CDU hin, gehörte aber dann nach 1982 zu den Widersachern des sozialpolitischen Kurses, den der Minister Norbert Blüm in der neuen CDU-FDP-Koalition verfolgte.
Vehement wandte sich Cronenberg gegen die Einführung einer „vierten Säule“ der gesetzlichen Sozialversicherung in Form der Pflegeversicherung. Den Höhenpunkt seiner politischen Karriere bildeten die zehn Jahre als Bundestagsvizepräsident ab 1984, die auch die nicht nur parlamentarische turbulente Phase der Wiedervereinigung umfassten.
Julius Cronenberg oH
Kandidatenfaltblatt 1969
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.






