Stiftung trauert um Horst Wolfgang Boger

Horst Wolfgang Boger (1947-2010) Fast ein Jahr hatte er gegen den heimtückischen Krebs angekämpft, hatte seinen ihm so charakteristischen Humor gewahrt und trotz aller Leiden zumindest nach außen hin eine geradezu stoische Gelassenheit gezeigt – doch jetzt hat die Krankheit gesiegt. Am 9. März 2010 starb unser langjähriger Kollege Dr. Horst Wolfgang Boger im Alter von 62 Jahren.
Horst Wolfgang Boger war ein Intellektueller von ungewöhnlichem Format. Zu seinen Lehrermeistern an der Hochschule gehört so große Namen wie Hans Albert und Ralf Dahrendorf. Letzterer holte ihn 1986 direkt aus seinem Oberseminar an der Universität in Konstanz zur Friedrich-Naumann-Stiftung, wo er die bis dahin ein Schattendasein fristende Grundsatzarbeit bereichern sollte.
Beim Liberalen Institut, dem Think Tank der Stiftung, wo er seit dem Jahr 2000 arbeitete, fand er einen Platz, an dem er seine Talente ausleben konnte. Was ihn bei seiner Arbeit auszeichnete, ließ ihn auch die Herzen der Kollegen im Institut gewinnen. Horst Wolfgang Boger war ein unglaublich geistreicher und witziger Mensch, der von Ideen geradezu überlief. Wie es sich für einen echten Liberalen gehört, schreckte er vor keinem politischen Tabu zurück – sein letztes Buch, der Sammelband „Der Staat als Super Super Nanny“, das er 2009 noch veröffentlichte, legte davon beredtes Zeugnis ab. Dabei konnte er die komplexesten Sachverhalte spielend in einen treffenden Aphorismus kleiden, der in einem Satz alles sagte, wofür andere ein ganzes Buch brauchten. Seine intellektuelle Reichweite war enorm. Er studierte Psychologie, Sozialwissenschaften und Philosophie (mit Schwerpunkt Wissenschaftstheorie) in Mannheim und Köln. Er lehrte Psychologie, Sozialwissenschaften, Wissenschaftstheorie und Politische Theorie an den Universitäten Bonn, Konstanz und Mannheim. Die Grundfragen des Liberalismus, für die er im Liberalen Institut zuständig war, waren für ihn das ideale Betätigungsfeld.
Trotz aller „scharfen Kanten“, die ihn – durch Witz etwas gemildert oder verschärft (je nachdem, wie viel Humor man vertrug) - bei der Formulierung seiner politischen Vorstellungen auszeichneten, war Horst Wolfgang Boger jemand, der seinen Mitmenschen stets mit Freundschaftlichkeit und Zuvorkommenheit begegnete. Sein Sinn für die lustigen und humorigen Seiten des Lebens machte ihn zum geschätzten Kollegen, dem man eigentlich für nichts wirklich böse sein konnte. Das Liberale Institut ist unendlich ärmer ohne ihn.
Wir werden ihn sehr vermissen.
Detmar Doering
Leiter des Liberalen Instituts
Der Staat als Super Super Nanny, herausgegeben von Horst Wolfgang Boger





