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Die Schule als Polis – 3. Freiheitskongress

Bernhard Bueb
Bernhard Bueb
Bernhard Bueb, als nächster am Rednerpult, hatte es in seiner Zeit im Internat Schloss Salem mit einer völlig anderen Schülerschaft zu tun. Einen Namen gemacht hat er sich zuletzt mit Buchtiteln wie „Lob der Disziplin“ oder "Von der Pflicht zu führen". In seinem Referat schlug er zunächst die hohen Töne der Ethik an. Unter einem freien Menschen stelle man sich gewöhnlich einen guten Menschen vor, jemanden, der bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Erziehung zur Freiheit sei, so der Tenor seines Referats, immer Erziehung zur Verantwortung. Erreicht werden könne das unter anderem durch die flächendeckende Einführung von verpflichtenden Ganztagsschulen.

Freiere Rhythmisierung des Unterrichts

Wolf-Dieter Hasenclever
Wolf-Dieter Hasenclever
Vierter Referent war Wolf-Dieter Hasenclever, dankenswerterweise eingesprungen für die erkrankte Anna Katharina Braun. Seit Jahrzehnten bewegt sich Hasenclever an der Schnittstelle zwischen Politik und schulischer Praxis. Seine Forderung: Mehr Autonomie für die Schulen! Immer noch herrsche allenthalben ein Übermaß an Verwaltung, das die Kreativität von Schülern und Lehrern gleichermaßen behindere. Hasenclever beklagte, dass die Schulen nach wie vor keine Möglichkeit haben, Lehrpläne selbst zu erstellen, den Unterricht selbst zu rhythmisieren und über ihr Budget selbst zu bestimmen. Den Schülern müsse trotzdem vermittelt werden, „dass der Umgang mit Freiheit Freude macht und sie persönlich weiterbringt.“

Während der Podiumsdiskussion, moderiert von Gundula Gause
Während der Podiumsdiskussion, moderiert von Gundula Gause
Nach der Pause stand eine Podiumsdiskussion zwischen Bueb, Dzembritzki und Hasenclever auf dem Programm. Gundula Gause, Fernsehjournalistin und selbst Mutter schulpflichtiger Kinder, moderierte. Viel ging es dabei um Lehrerausbildung, aber auch um die Frage, über welche Qualitäten ein guter Schulleiter verfügen müsse. Dabei konnten die Diskutanten aus eigener Erfahrung berichten. In einer anderen, eher tagespolitischen Streitfrage herrschte im übrigen Konsens: Das Betreuungsgeld stieß auf einhellige Ablehnung. Anschließend hat sich auch das Publikum rege an der Diskussion beteiligt.

Hildegard Hamm-Brücher
Hildegard Hamm-Brücher
Ein Wortbeitrag kam von der im Publikum sitzenden Hildegard Hamm-Brücher. Starken Beifall erhielt sie für ihren Vorschlag, die Kultusministerkonferenz dazu zu verpflichten, sich in einer Klausur mal mit der Frage im Titel des Kongresses zu beschäftigen. Sie verband diese Anregung mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zum Wert der Freiheit.


Lars-André Richter

Broschüre mit allen Redebeiträgen herunterladen oder bestellen (PDF). Die Videodokumentation finden Sie auf der Folgeseite.

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