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Stiftung für die Freiheit veröffentlicht "Deutschen Wertemonitor"

Für den "Deutschen Wertemonitor" wurden 3.000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zunächst zu ihren Auffassungen befragt. Eines der Ergebnisse: Auch nach 18 Jahren vermissen viele Deutsche die DDR und würden dem Sozialismus noch eine Chance geben.
Bei der Frage nach den allgemeinen für die Gesellschaft wichtigen Werten erreicht "Freiheit" erneut den Spitzenplatz. Freiheit ist für die Menschen nicht nur ein abstrakter Wert, sondern kennzeichnet ein mehrheitliches Lebensgefühl: die Hälfte aller Befragten fühlt sich "frei und unbeschwert". Ein knappes Drittel der Befragten sieht sich in Schwierigkeiten, betont aber, dass sie selber damit fertig werden. Allerdings ist unverkennbar, dass Freiheit gegenüber einer Umfrage in 2006 in der Wertschätzung als „sehr wichtig“ von 76 auf 71 Prozent zurückgegangen ist.

Freiheit und Eigenverantwortung verlieren an Ansehen

Weiterhin als sehr wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft werden mehrheitlich von den Befragten "Gleichberechtigung", "soziale Gerechtigkeit“, "Anstand", "Weltoffenheit/Toleranz" und "Eigenverantwortung" genannt. Aber auch bei „Eigenverantwortung“ gab es einen Rückgang der Wertschätzung als „sehr wichtig“ von 68 auf 60 Prozent gegenüber 2006.

Über die Frage einer grundsätzlichen Wertschätzung der Freiheit hinaus wird im Wertemonitor die Frage gestellt: Welchen Stellenwert haben freiheitliche Grundsätze in der Gesellschaft, welche Kritikpunkte werden wie stark angeführt und inwieweit gehen die Menschen mit dem liberalen Freiheitsideal konform?

Freiheit und Solidarität
Freiheit und Solidarität
Die Politische Ordnung, wie sie sich in der Demokratie darstellt, stellt zwei Drittel der Befragten zufrieden. Allerdings: nur 7 Prozent in den alten, und nur 4 Prozent in den neuen Bundesländern sind mit der Demokratie sehr zufrieden. Im Osten ist sogar nur eine knappe Mehrheit von 53 Prozent überhaupt zufrieden. 35 Prozent aller Befragten äußerten sich unzufrieden mit der Demokratie. Dieser Gruppe wurden Fragen zur Einschätzung bestimmter, für eine freiheitliche Demokratie wesentlicher Punkte gestellt. 82 Prozent der Unzufriedenen kritisieren Mängel bei der Bürgernähe der Parteien und Politiker. 74 Prozent kritisieren den mangelhaften Umfang direkter Bürgerbeteiligung. 71 Prozent sind mit dem Umfang der Bürokratie nicht zufrieden. Erstaunlicherweise sind zwei Drittel der generell Unzufriedenen mit dem Bereich persönliche Freiheiten durchaus zufrieden. In der Abwägung der Wichtigkeit für die Demokratie entscheiden sich 46 Prozent für Ordnung und Sicherheit, 47 Prozent für Bürgerrechte.

Jeder Zweite wünscht sich Errungenschaften der DDR zurück

Auch 18 Jahre nach der Wiedererlangung der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 haben viele Deutsche Schwierigkeiten mit dem Prozess des Zusammenwachsens des ehemals geteilten Landes. Jeder Zweite ist der Auffassung, dass das System als den Menschen im Osten aufgezwungen worden sei. Jeder Zweite wünscht sich Errungenschaften der DDR zurück, fast vierzig Prozent im Osten würden dem Sozialismus noch eine Chance geben.

Wolfgang Gerhardt
Wolfgang Gerhardt
So stimmen 50 Prozent der Befragten dem Satz zu: „Den DDR-Bürgern ist das westliche System ohne sie zu fragen aufgezwungen worden“; 43 Prozent sind gegenteiliger Auffassung. Besonders starke Zustimmung erfährt diese Aussage in den neuen Bundesländern, wo die Zustimmungsquote bei 58 Prozent liegt (alte Bundesländer:48 Prozent), und bei der Gruppe der über 60Jährigen, wo 54 Prozent zustimmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, sagte zu den Ergebnissen, dass in ihnen Ansichten lägen, die ganz bestimmte Bilder über den Charakter eines Systems beinhalten, die immer wieder in Diskussionen und Veranstaltungen vorgetragen werden. Bemerkenswert sei, dass die Kategorien der Beurteilung von Freiheit und Unfreiheit dabei zu verwischen drohten.
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letzte Änderung: 13.05.2009


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