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Liberale Stichtage
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das
Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Die runden Jahrestage werden mit interessanten Dokumenten und historischen Bildern angereichert. Die Liberalen Stichtage sind unser Kalenderblatt zur Geschichte des Liberalismus.
Im verhängnisvollen Jahr 1933 spielte der Liberalismus nur eine untergeordnete, aber wenig rühmliche Rolle: die liberalen Parteien waren weit davon entfernt, politisch ausschlaggebend zu sein, stemmten sich aber auch kaum der Etablierung der NS-Diktatur entgegen.
Spaltungen waren für die Geschichte des älteren deutschen Liberalismus nicht ungewöhnlich, oft ging es dabei um eine politische Grundsatzentscheidung wie 1867, als man darum stritt, ob mit Bismarck bei der Gründung eines Nationalstaats zusammengearbeitet werden konnte.
Vor und nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gehörte Karl Schrader zweifellos zu den am meisten geachteten Vertretern des deutschen Liberalismus. Der in Wolfenbüttel 1834 geborene Jurist stand an der Spitze der Berlin-Anhaltinischen Eisenbahn.
Im Zuge der sog. "Gleichschaltung" endete auch eine Traditionslinie des deutschen Liberalismus, nämlich die gewerkschaftliche. Das konkrete Gewerkschaftsengagement von Liberalen begann 1868, und somit standen Liberale am Beginn der Gewerkschaftsgeschichte in Deutschland.
Der Liberalismus bot im 19. Jahrhundert gerade den Juden eine Perspektive, da sie sich von ihm die Aufhebung ihrer Diskriminierung erhoffen durften. Ein Vorkämpfer der Gleichstellung war der Hamburger Jurist Gabriel Rießer, der sich als "Anwalt des deutschen Judentums" einen Namen machte.
Der holsteinisch-hamburgische Rechtsanwalt Andreas Blunck steht für einen schnellen Aufstieg und tiefen Fall in der nationalen Politik. Nach einer despektierlichen Bemerkung im Parlament kandidierte er nicht noch einmal, womit eine ambitionierte Laufbahn endete.
Immer wieder haben erfolgreiche Unternehmer die liberale Politik mit gestaltet, wie sich am Beispiel des Metallindustriellen Philipp Wieland zeigt. Wie viele Nationalliberale insbesondere in Süddeutschland stieß Wieland 1918 zur neugegründeten DDP, für die er in die Weimarer Nationalversammlung einzog.
Zur Jahreswende 1947/48 erreichte der Druck der SED auf die Liberaldemokraten einen Höhepunkt. Nicht nur LDP-Funktionäre aus der zweiten Reihe gerieten ins Visier, auch vor prominenten Liberaldemokraten machte man nicht Halt, wie der Fall Walter Kunze beweist.
Hans Jakob von Auerswald gehörte ab 1806 zum Kreis um Stein und Hardenberg, die mit Hilfe eines umfassenden Reformprogramms den Wiederaufstieg Preußens einzuleiten versuchten. Auerswald bereitete dafür den Weg durch die Einberufung einer Landesvertretung.