20.10.2008 - Liberale Stichtage II: Vor 55 Jahren übernimmt Thomas Dehler den Vorsitz der FDP-Bundestagsfraktion

Thomas Dehler Obwohl die Ausgangslage eigentlich gut gewesen war – die gemeinsam von FDP und CDU 1948/49 durchgesetzten Grundsatzentscheidungen in der Wirtschaftspolitik hatten sich bewährt, der ökonomische Wiederaufstieg des Landes war unübersehbar -, hatten die Liberalen bei der Bundestagswahl im September 1953 ein Minus von gut 2 Prozentpunkten eingefahren, während der Koalitionspartner CDU einen grandiosen Wahlsieg verbuchte.
Verantwortlich machte man dafür u. a. die schwache Profilierung liberaler Spitzenpolitiker gegenüber Kanzler Adenauer und Wirtschaftsminister Erhard. Ändern sollte dies der bekannt temperamentvolle bayrische FDP-Vorsitzende Thomas Dehler (1897-1967), der von Adenauer nicht wieder zum Justizminister berufen worden war.
Im Oktober 1953 übernahm er zunächst den Vorsitz der Bundestagsfraktion, eine halbes Jahr später auch den FDP-Parteivorsitz. In beiden Funktionen erregte er erwartungsgemäß viel Aufsehen, war allerdings nicht so leicht in eine liberale Gesamtstrategie einzubinden.
Ihm zu verdanken war vor allen Dingen, dass die Partei in der schweren Krise Anfang 1956 als eigenständige Organisation überlebte, obwohl alle Bundesminister und etliche Nundestagsabgeordnete damals die FDP verließen. Anfang 1957 übergab Dehler dann den Parteivorsitz an Reinhold Maier (1889-1971) und die Fraktionsführung an Max Becker (1888-1960).
Thomas Dehler bei Politik für die Freiheit
Rede Dehlers beim Bundesparteitag in Wiesbaden 1954
Artikel zur Wahl Dehlers als Fraktionsvorsitzender der FDP (Quelle: Rednerschnelldienst der Freien Demokratischen Partei, Nr. 41/53 vom 3. November 1953)
Liberale Stichtage 2008 - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus im Jubiläumsjahr der Stiftung in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.





