22.02.2010 - Liberale Stichtage: Vor 25 Jahren stirbt Emilie Kiep-Altenloh

Kiep-Altenloh Obwohl fast eine halbe Generation jünger als die bekanntesten Vertreterinnen der liberalen Frauenbewegung – Gertrud Bäumer (vgl. Liberaler Stichtag 12.9.2008) und Marie-Elisabeth Lüders (vgl. Liberaler Stichtag 25.6.2008) – weist die 1888 in Westfalen geborene Emilie Kiep-Altenloh viele Gemeinsamkeiten mit diesen auf: Sie nutzte die ersten höheren Bildungsmöglichkeiten für Frauen und schloss 1913 ein nationalökonomisches Studium mit der Promotion ab.
Während des Ersten Weltkriegs war sie administrativ an der „Heimatfront“ tätig, danach in der Sozialpolitik im Norddeutschland. Für die DDP (vgl. Liberaler Stichtag 16.11.2008) wurde sie 1929 zur Stadtverordneten im damals eigenständigen Altona gewählt, ein Jahr später gehörte sie kurzzeitig dem Reichstag an.
Während der NS-Zeit mit Politik- und Berufsverbot belegt, studierte sie zusätzlich Zoologie und war dann auf diesem Gebiet tätig. 1945 gehörte sie zu den Mitbegründern der Hamburger FDP, die sie auch ab 1949 in der dortigen Bürgerschaft vertrat. Zunächst einige Jahre Vizepräsidenten des hansestädtischen Parlamentes leitete sie zwischen 1954 und 1961 verschiedene Senatsbehörden, u. a. die für Soziales und das Jugendamt.
Ab 1961 saß sie für eine Legislaturperiode als Freidemokratin im Deutschen Bundestag. 1972 wurde sie zur Ehrenvorsitzenden der Hamburger FDP gewählt, nach ihrem Tod im hohen Alter von 96 Jahren wurde die liberale Landesstiftung in der Hansestadt nach ihr benannt.
Emilie Kiep-Altenloh im Reichstagshandbuch
Nachruf von Liselotte Funcke
Brief an Hans-Dietrich Genscher (1975)
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.





