27.01.2010 - Liberale Stichtage: Vor 20 Jahren wird die Deutsche Forumpartei gegründet

Schmieder Unter den verschiedenen Organisationen, die am Ende der DDR die liberale Bewegung bildeten, war die Deutsche Forumpartei (DFP) wahrscheinlich die kleinste.
Im Kern handelte es sich um eine Abspaltung von der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“, wobei sich vor allem in Sachsen und Ost-Berlin diejenigen um die Jahreswende 1989/90 selbstständig organisierten, die eine festere, parteimäßige Organisation anstrebten.
Am 27. Januar 1990 fand in der Betriebskantine der Chemnitzer Hauptpost der Gründungsparteitag der DFP als „Volkspartei der politische Mitte“ statt; erster Vorsitzender wurde der frühere Liberaldemokrat Jürgen Schmieder.
Umworben von Christlichen und Freien Demokraten schloss sich die DFP nach dem Dresdner Parteitag der LDP Mitte Februar dem liberalen Wahlbündnis „Bund Freier Demokraten“ an.
Auf dieser Basis zogen bei der Volkskammerwahl am 18.3.1990 sieben DFP-Mitglieder ins Parlament ein, Schmieder wurde dessen Vizepräsident.
Aus Angst, von den Liberaldemokraten organisatorisch überwältigt zu werden, weigerte sich die DFP-Führung aber, das Wahlbündnis in eine gemeinsame Organisation umzuwandeln, und ging eigenständig in die Kommunalwahlen im Mai 1990, bei denen sie marginalisiert wurde.
Beim Vereinigungspartei zur gesamtdeutschen FDP am 11. August 1990 gab dann auch die DFP, die zu keinem Zeitpunkt mehr als einige tausend Mitglieder in sich vereinigte, unter ihrem neuen Vorsitzenden Lothar Ramin ihre Eigenständigkeit auf und wurde Teil des gesamtdeutschen Liberalismus.
chronikderwende.de über die DFP
Bestand Deutsche Forumpartei (19.1.1990)
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.





