Navigation

Zur Startseite

Inhalt

Bulgarien und Rumänien in der EU – eine Zwischenbilanz

Ulrich Niemann, Leiter des Regionalbüro Mittel-, Südost- und Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien der Stiftung für die Freiheit in Sofia/Bulgarien und Petra Beckmann-Schulz, Politikwissenschaftlerin und freie Mitarbeiterin
Ulrich Niemann, Leiter des Regionalbüro Mittel-, Südost- und Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien der Stiftung für die Freiheit in Sofia/Bulgarien und Petra Beckmann-Schulz, Politikwissenschaftlerin und freie Mitarbeiterin
Am 1. Januar 2007 sind Bulgarien und Rumänien als vorläufig letzte Länder in die EU beigetreten. Davor hatten sie alle Etappen des Aufnahmeprozesses durchlaufen, aber nicht alle Anpassungen an europäische Standards erreicht. Deshalb hatte sich die EU-Kommission für eine halbjährliche Berichterstattung zum Stand der
Dinge entschlossen. Wo also stehen die beiden Länder heute?

Darüber sprach Petra Beckmann-Schulz, Politikwissenschaftlerin und freie Mitarbeiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, mit Ulrich Niemann, dem Leiter des Regionalbüro Mittel-, Südost- und Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Sofia/Bulgarien.

Es gab und gibt gerade im Hinblick auf die Justizreform und die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität in beiden Ländern noch viel zu tun. Die EU-Kommission, die die Entwicklungen überprüft, stellte für beide Länder fest, dass Korruption und organisierte Kriminalität stärker bekämpft werden müssen und dass insbesondere die Verwendung von EU-Mitteln transparent und regelgerecht zu erfolgen habe. Viele Infrastruktur- und andere Projekte hätten schon realisiert werden können, wenn es nicht durch unsachgemäße Verwendung der Gelder Stornierungen oder Rückforderungen gegeben hätte. Aber beide Länder haben begonnen, das Zivilrecht, Strafrecht und Strafprozessrecht zu reformieren sowie Mechanismen zur ordnungsgemäßen Verwendung von EU-Mitteln einzuführen. Es gibt wirtschaftliches Wachstum in Rumänien und Bulgarien und Bulgarien kann auf eine stabile Fiskalpolitik verweisen.

Das Publikum bei der Veranstaltung
Das Publikum bei der Veranstaltung
Ursprünglich wurde die Aufnahme der beiden Staaten aus geostrategischen Gründen ins Auge gefasst, so Ulrich Niemann. Er machte deutlich, dass eine Aufnahme niemals eine Einbahnstraße ist, sondern dass beide Partner - das (potenzielle) Mitgliedsland und die EU - voneinander profitieren. Das historische Erbe beider Staaten, insbesondere die tief sitzenden paternalistisch-klientelistischen Verhaltensmuster bei der Bevölkerung und gerade den Eliten habe Parallelstrukturen wachsen lassen. Deren Ausrottung erweise sich als schwierig, so Niemann. Außerdem gebe es keine stabiles Parteiensystem und die früher bedeutende Zivilgesellschaft sei eher unbedeutend geworden. Wo es keine Stabilität gebe, sei auch kein Vertrauen und alt bekannte, korrupte Strukturen kämen wieder zum Zuge. Hinzu komme, dass die EU nach jeder Erweiterungsrunde - dies war die fünfte und vorerst letzte - ihre Standards verändert habe, was bedeutet, dass späte Aufnahmen härteren Kriterien unterlägen als frühere.

Insgesamt seien die "Warnschüsse" der EU durchaus angekommen, so Niemann. Bulgarien erhielt zwischenzeitlich keine Zahlungen von der EU, diese Mittel sind jetzt jedoch wieder verfügbar. Es gehe letztlich darum, dass Bulgarien und Rumänien im Kooperations- und Verifikationsverfahren Probleme identifizieren und gemeinsam angehen.

Petra Beckmann-Schulz
letzte Änderung: 15.03.2010



Projekte in Mittel-, Südost- und Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien
Klicken Sie auf eine der Subregionen, um Informationen zum jeweiligen Projekt zu erhalten.

Mitteleuropa und baltische Staaten | Südosteuropa | Ukraine und Belarus | Westbalkan | Russland und Zentralasien | Südkaukasus
Presse
Hier finden Sie ausgewählte Presseartikel über unsere Arbeit in der Region MSOE.
Publikationen
Unsere aktuelle Publikation "How Liberal Parties succeed at the Local Level" können Sie als PDF-Datei hier herunterladen.

 

Weitere Publikationen zum Download hier.

Kontakt / Newsletter
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Regionalbüro für Mittel-, Südost- und Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien


51B, Bulgaria Blvd., Motopista II,
Sofia 1404, Bulgaria

Tel.: 00359 2 96960 10
Fax: 0035 2 96202 43

E-Mail: msoe@fnst.org


Den MSOE-Newsletter in englischer Sprache können Sie hier bestellen.


Unsere Arbeit im Überblick in einer Broschüre (PDF)