Sri Lanka: Südasiens Wirtschaft zukunftsfähig machen

Podium beim SAARC Business Leaders Conclave
“This is the time to realise the business potential available in the region and to help this region get out of great social, financial and monetary problems like inflation, hunger, poverty, food crisis, fuel crisis and unemployment.“ Mit diesen Worten eröffnete Sri Lankas Premierminister Ratanasiri Wickremanayake die dritte SAARC Business Leaders Conclave (SBLC) in Colombo, Sri Lanka. Hierzu hatte die SAARC Chamber of Commerce and Industry (SCCI) zusammen mit der Federation of Chambers of Commerce and Industry in Sri Lanka (FCCISL) und mit Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit geladen – mehr als 300 Gäste waren dieser Einladung gefolgt.

Sri Lankas Premierminister Ratanasiri Wickremanayake...
Dem Titel der Veranstaltung entsprechend sollten durch das Zusammenkommen von hochrangigen Wirtschaftsvertretern aus dem gesamten südasiatischen Raum Synergien für weitere und verstärkte regionale Integration und Kooperation durch ein effizientes Netzwerk geschaffen werden. Durch gemeinsame Anstrengungen sollen Politik und Wirtschaft in Südasien die Vorteile des Abbaus von Handelshemmnissen verdeutlicht und die Potentiale für Wachstum und Wohlstand aufgezeigt werden.
Premierminister Wickramanayaka begrüßte ausdrücklich die länderübergreifenden Anstrengungen des privaten Sektors und der SCCI, die er als Motor des Wachstums bezeichnete. Er rief die Führer der SAARC-Staaten dazu auf, ihre Verantwortung in den Bereichen Handel, Wirtschaftspolitik und Investitionen wahrzunehmen, um die Wurzeln des Regionalisierung in Südasien zu stärken. Sri Lanka sei bereit durch eine offene Wirtschaftspolitik die regionale Wirtschaftszusammenarbeit in Südasien zu unterstützen.
Unabdingbar, dass Indien und Pakistan ihre Streitigkeiten beilegen

...mit Teilnehmern.
Nur mit gemeinsamen Anstrengungen sei Südasiens Potential für eine erfolgreiche Zukunft zu erreichen und die Bekämpfung von Armut und Terrorismus möglich, unterstützte Tariq Sayeed, Präsident SCCI. Man könne sich auch in Südasien nicht vor den wachsenden Interdependenzen verschließen und so sei es unabdingbar, dass Indien und Pakistan ihre Streitigkeiten beilegten und ihre starke Rolle in der Region dafür nutzten, einen regionalen Integration zu fördern. Dabei verwies er auf den Erfolg der SCCI und der vorangegangenen SLBCs, in denen Geschäftsleute aus allen südasiatischen Staaten ein einem Tisch säßen. Dies müsse nun auch auf staatlicher Ebene ausgeweitet werden. So sei es dringend nötig die Zoll- und Visumspolitik zu liberalisieren, um Menschen und Unternehmen in Südasien miteinander in Kontakt zu bringen.
Trotz der Arbeit der SCCI und dem 2006 in Kraft getretenen Vertrages zur Errichtung der South Asian Free Trade Area (SAFTA) zeigen sich die Staaten der Region weiterhin zurückhaltend bei der Senkung von Zöllen und dem Abbau von Handelshemmnissen. Trotz der Tatsache, dass alle Staaten der Region demokratisch seien, sei das Vertrauen untereinander immer noch mangelhaft, sagte René Klaff, Regionalbüroleiter Südasien der Stiftung. Wenn der politischen Freiheit, die die Bevölkerung in diesen Staaten genieße, auch eine wirtschaftliche folgen würde, seien deutlich höhere Wachstums- und Wohlstandniveaus in Südasien zu erwarten. Klaff warb dafür, der SAFTA ein Regelwerk folgen zu lassen, welches den Handel im Sinne der freien Marktwirtschaft fördere, anstatt ihm Ketten anzulegen.
Reformagenda verabschiedet
Während der anschließenden technischen Sitzungen diskutierten die Delegierten mit Vertretern aus Wissenschaft, Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen neben den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschafkrise, den daraus folgenden Lehren für Südasien und den Möglichkeiten des verstärkten Handels, auch über die sozioökonomischen Herausforderungen im Bereich der Nahrungssicherheit und Umweltschutz. Die Delegierten verabschiedeten eine Reformagenda, in der neben dem Beschluss zum verstärkten Einwirken auf die Regierungen zum Abbau von Handelshemmnissen auch die Themen Nahrungsmittelsicherheit, Klimawandel und Energiesicherheit als zentrale Herausforderungen für die Region herausstellen. Zusätzlich fordern die Wirtschaftsvertreter eine Harmonisierung von Zoll- und Einreisevorschriften und die gegenseitig Anerkennung von Standards and Zertifikaten.
Somit darf die dritte SAARC Business Leaders Conclave als Erfolg, nicht nur für die Unternehmer selbst, sondern auch für die regionale Zusammenarbeit und die Zukunftsfähigkeit der Region gewertet werden. Um dies auch langfristig sicherzustellen und auch junge Geschäftsleute aus Südasien eine Plattform zu bieten, wurde im Zuge der Konklave das SAARC Chamber Young Entrepreneurs Forum (SYEF) ins Leben gerufen. Mit diesem Forum wollen die Mitglieder der SCCI junge Selbstständige und Geschäftsleute vernetzen und sie für die Arbeit in der SCCI gewinnen.
Daniel Kaddik





