Söltenfuß: Liberalismus ist eine Frage des Lebensstiles

Gerhard Söltenfuß
In einem Interview mit der Stipendiatenzeitschrift freiraum zieht Gerhard Söltenfuß, seit acht Monaten Bereichsleiter für politische Bildung und Begabtenförderung, eine erste Bilanz seiner neuen Tätigkeit und betont den hohen Wert der Begabtenförderung:
freiraum: Lieber Herr Dr. Söltenfuß, vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben, dieses kleine Interview mit dem freiraum zu führen. Sie sind für die Stiftung jetzt seit acht Monaten Bereichsleiter für politische Bildung und Begabtenförderung. Wie gefällt Ihnen Ihr neues Aufgabengebiet?
Söltenfuß: Ich bin seit 25 Jahren in der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit tätig, in ganz unterschiedlichen Aufgabenfeldern, und jetzt neu in diese Funktion gekommen, die Sie gerade genannt haben. Diese Aufgabe gefällt mir außerordentlich gut.
freiraum: Wo sehen Sie denn die gravierendsten Unterschiede zu Ihren vorigen Aufgaben als Leiter des Stabes Strategisches Controlling und Revision?
Söltenfuß: Arbeitsaufgabe und Perspektive des Stabes ist es, für die strategische Ausrichtung, für die inhaltliche und organisatorische Rahmensetzung der Stiftungsarbeit zu sorgen. Dies ist mehr eine planerische, koordinierende und weniger eine ausführende Tätigkeit. Im Rahmen der Bereichsleiterfunktion steht jetzt die direkte Verantwortung für das operative Geschäft, die unmittelbare Verantwortung für die zwei Kernaufgaben politische Bildung und Begabtenförderung im Zentrum.
freiraum: Was haben Sie denn in den letzten acht Monaten für Eindrücke gewinnen können, vielleicht gerade in Bezug auf die Begabtenförderung?
Söltenfuß: Meine Eindrücke sind sehr positiv. In den ersten Monaten habe ich mich intensiv um die Begabtenförderung gekümmert, weil es das Aufgabenfeld ist, das mir von den beiden Kernaufgaben bisher nicht so vertraut war. Dementsprechend war es mir wichtig, die Begabtenförderung auch in Einzelheiten kennen zu lernen. Im Zuge dessen habe ich mich von der Arbeitsweise der Begabtenförderung überzeugen können. Im Zentrum der Begabtenförderung stehen aber selbstverständlich die Stipendiatinnen und Stipendiaten, die letztlich den Wert der Begabtenförderung ausmachen: eben die jungen Menschen, die jungen intellektuellen Talente, die sich einbringen, sich in und außerhalb der Stiftung engagieren.
freiraum: Gibt es dennoch auch negative Erfahrungen, die Sie gemacht haben, oder Punkte, die man vielleicht ändern oder verbessern sollte?
Söltenfuß: Ja, nichts ist perfekt; „Der Feind des Guten ist das Bessere“. Ich habe festgestellt, dass das Engagement in der ideellen Förderung ohne weiteres für einen Teil der Stipendiaten durchaus Selbstverpflichtung und Verantwortung bedeutet; leider aber nicht für alle. Daher wünsche ich mir und daran arbeite ich, dass wir das stipendiatische Engagement weiter stärken und durch Motivation auch weiter fördern.
freiraum: Noch mal konkret zur Rolle der Stipendiaten in der Stiftung. Wie beurteilen Sie ihr Standing in der Stiftung allgemein, die Pflichten der Stipendiaten und auch die Rechte der Stipendiaten?
Söltenfuß: Das Standing der Stipendiaten in der Stiftung ist sehr hoch, was letztlich daraus resultiert, dass diejenigen, die sich in der Stiftung engagieren, dieses immer durch hervorragende Arbeitsergebnisse und der Qualität ihrer Leistungen dokumentieren. Entsprechend gut ist die Wahrnehmung und das Image der Stipendiatenschaft innerhalb der Stiftung. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind letztlich die, die die Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung ausmachen: Die jungen Menschen bilden eine Vielfalt, bilden eine Diskussions- und Wissensgemeinschaft, die aufgrund ihrer Pluralität und ihrer Talente einmalig sind. Ziel der Stiftung muss es sein, diesen jungen Begabungen mit ihren Fähigkeiten zu fördern und diese auch für die liberale Politik zu begeistern.





