Matthias Wissmann: Auto und Umweltschutz
Matthias Wissmann, VDA-Präsident, Frankfurt am Main.
Passen die Begriffe »Auto« und »Umweltschutz« zusammen? Die Antwort auf diese Frage heißt: «ja, es muss so sein«, denn das Auto ist der Mobilitätsträger Nummer eins, weist in Europa und weltweit eine immer höhere Bedeutung auf und gehört heute zu einem unverzichtbaren Gut, sowohl im privaten als auch im industriellen Gebrauch. Aus diesem Grund ist Umweltschutz für das Auto unerlässlich und daher werden an das Automobil besonders hohe Anforderungen im Hinblick auf den Umweltschutz gestellt.Der Straßenverkehr trägt die Hauptlast der heutigen Mobilität. In Deutschland und auch in ganz Europa trägt der Lkw mit 70 % aller Verkehrsleistungen die Hauptlast des Güterverkehrs. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 noch einmal ein Wachstum von über 60 % zu verkraften sein wird. So wichtig der Lkw für den Güterverkehr ist, so unverzichtbar ist der Pkw für den Personenverkehr. So übernimmt der Pkw 78 % der Personenverkehrsleistung in der EU – Tendenz steigend.
Eben aufgrund dieser herausragenden Stellung des Straßenverkehrs investieren wir Jahr für Jahr zweistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung immer umweltfreundlicherer und ressourcenschonenderer Fahrzeuge.
Umweltschutz ist umfassend
Umweltschutz bedeutet für die Automobilindustrie mehr als nur ein geringer Kraftstoffverbrauch. Umweltschutz beginnt bei der Produkt- und Produktionsplanung. Wir entwickeln das Fahrzeug im Hinblick auf seinen gesamten Lebenszyklus. Der Fokus liegt auf der Entwicklung einer modernen ressourcenschonenden Produktion, auf effizienten energiearmen Produktionsprozessen und natürlich auf einem über die gesamte Lebensdauer garantierten schadstoffarmen Betrieb des Fahrzeugs bis hin zu dem Ziel, das Fahrzeug vollständig zu recyceln und die Wertstoffe des Fahrzeugs in den Produktionsprozess zurückzuführen.
Nach ihrer endgültigen Stilllegung werden die Fahrzeuge schließlich einer ordnungsgemäßen Verwertung zugeführt. Vorausschauend wird im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufführung schon bei der Produktentwicklung neuer Fahrzeugmodelle deren Nutzungsende im Auge behalten. Moderne Automobile lassen sich deshalb weitestgehend verwerten. Bei der recyclinggerechten Konstruktion von Fahrzeugen und den darauf aufbauenden Verwertungsverfahren liegt die deutsche Automobilindustrie an der Spitze. So wurden in den letzten 18 Jahren der Einsatz an Lösungsmitteln in der Produktion um 60%, der Wassereinsatz um 50% und der Restmüll um über 70% reduziert.
Moderne Fahrzeuge sind sauber und sparsam
Der Kern der Entwicklung liegt natürlich in einem effizienten, sparsamen und vor allem sauberen Betrieb unserer Fahrzeuge. So konnten beim Ottomotor die Emissionen des Kohlenmonoxids um über zwei Drittel, des Stickoxids und der Kohlenwasserstoffe um mehr als vier Fünftel reduziert werden.





