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surF - Liberales im Netz Nr. 58 | 27. Januar 2010

Schon mal über Kabelsalat geärgert? Die spontan auftretenden und schwer zu entwirrenden Knotenbildungen oder Verwicklungen von elektrischen Kabeln nennt man in der Politik "Bürokratie". Am Ende bewegt sich nichts mehr.

Unser Gesundheitssystem
Unser Gesundheitssystem
Man kann dieses Phänomen in vielen Politikbereichen bewundern. Die Arbeitsmarktpolitik etwa ist wie ein inzwischen unauflösbares Knäuel von verschiedensten Maßnahmekabeln. Zieht man an einem, bewegt es sich ein kleines Stück, man bekommt es aber nicht mehr heraus.

In der aktuellen Ausgabe von NovoArgumente (104, 1-2 2010) beschreibt Susanne Ahrens in einem Erfahrungsbericht ihre ernüchternden Einblicke in die therapeutische Industrie der Arbeitslosenberatung. Novo weist auch auf die sehenswerte ARD-Reportage „Die Armutsindustrie“ hin, die Fassungslosigkeit provoziert.



Eine ähnliche Dokumentation, allerdings zum Thema Steuerrecht, hat Günter Ederer mit "Das Märchen vom gerechten Staat" vorgelegt.



Über Verwicklungen im Gesundheitssystem könnte man wahrscheinlich eine Doku-Soap drehen, die bei einer Netto-Spielzeit von drei Wochen noch nicht langweilig wäre, so skurril sind die Abläufe hier.

Interessant wäre es, von Verteidigern dieser bürokratischen Monstren einmal zu hören, ob sie den jetzigen Zustand auch dann ansteuern würden, könnten sie heute noch einmal bei Null beginnen. Sie würden es verneinen. Dennoch reagieren die meisten von ihnen entsetzt, wenn Vorschläge in diese Richtung gehen, etwa die Bundesagentur für Arbeit mit ihrem irrwitzigen Ausgaben- und Bürokratieapparat (43 Mrd. Euro, 113.000 Mitarbeiter) einfach abzuschaffen. Oder den sieben Milliarden schweren öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Irgendwann wird man nicht mehr daran vorbeikommen, das Zupfen am Kabelsalat einzustellen, das Knäuel zu entsorgen und ein paar einfache, zuverlässige Leitungen neu zu legen.
letzte Änderung: 26.01.2010


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