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surF - Liberales im Netz Nr. 43 | 23. September 2009

In einem Punkt herrscht im Wahlkampf Einigkeit – wir brauchen mehr Bildung in Deutschland. Allerdings: Wo Liberale Bildung meinen, wenn sie Bildung sagen, meinen andere Erziehung. Ein auch im Energiesparlampenlicht erheblicher Unterschied, was schon Erstsemester wissen: „Der Unterschied zwischen Bildung und Erziehung ist denkbar einfach. Die Erziehung ist eine fremdbestimmte Dimension, man wird von außen und entsprechend äußerer Ziele erzogen. Bildung ist eine selbstbestimmte Dimension, die sich wesentlich aus einem inneren Drang heraus speist.“

 

Der Grüner Punkt als Erziehungsmaßnahme
Der Grüner Punkt als Erziehungsmaßnahme
Man kann nun an vielen Beispielen durchdeklinieren, welche staatliche Maßnahme eine Bildungsmaßnahme und welche eine Erziehungsmaßnahme ist. Wenn zum Beispiel achtzehn Jahre nach Einführung von Grünem Punkt und gelbem Sack „Maschinen das Trennen und Sortieren des Abfalls besser erledigen, als wir es von Hand tun“, und Jürgen Trittin darauf besteht, auf diese Weise weiter Steuergelder zu verschwenden, weil mit dem Müllsammeln und -trennen ein „wichtiger Beitrag zur ökologischen Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung“ geleistet wird, dann will er uns erziehen, wobei es nur stören kann, wenn wir gebildet sind.

 

Voll doof und inkorrekt: Das Pixi-Wissensbuch
Voll doof und inkorrekt: Das Pixi-Wissensbuch
In diesem Sinne ist auch das Durchgendern unseres Bildungswesens nicht nur so schrecklich wie es klingt, sondern vor allem alles andere als Bildung, wie man an einem Beispiel in Hamburg lernen kann, das SPIEGEL-TV recherchiert hat. Man weiß nicht, ob man darob lachen oder weinen soll – fest steht jedenfalls: Hier vermittelt die Schulbehörde Erziehung, Bildung bekommt man von SPIEGEL-TV. Wer sich von derart bildungsferner Politik erholen möchte, dem sei das „Kleine Lesebuch der liberalen Bildungspolitik“ ans Herz gelegt. Darin kommt „Gender“ siebenmal vor, allerdings nur als Bestandteil der Wörter „vermögender“, „befriedigender“, „nachfragender“, „vorliegender“, „überragender“ und „dringender“. Damit ist bewiesen: Das kleine Lesebuch bildet statt zu erziehen, was es besonders wertvoll macht.

 

Vom Unsinn der Energiesparlampe
Vom Unsinn der Energiesparlampe
Und nun? Lust auf Bildung? Dann ist Ihnen ein Licht aufgegangen und Sie werden sich mit Genuss die faktenreiche Reportage „Vom Unsinn der Energiesparlampe“ ansehen und vielleicht darüber nachdenken, dass man zwar bald nicht mehr zwischen Glühbirne- und Energiesparlampe wählen kann, aber schon in wenigen Tagen zwischen Bildung und Erziehung.

letzte Änderung: 22.09.2009


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