29.07. - Liberale Stichtage: 50. Todestag von Max Becker

Max Becker Unter den sechs liberalen Verfassungsvätern (vgl. Liberaler Stichtag 31.8.2008) war Max Becker (1888-1960) der einzige mit einer „national-liberalen“ Vergangenheit: Während seine fünf Kollegen allesamt früher der linksliberalen DDP (vgl. Liberaler Stichtag 16.11.2008) angehört hatten, engagierte sich der nordhessische Anwalt bereits vor dem Ersten Weltkrieg in der nationalliberalen Jugendorganisation.
In der Weimarer Zeit vertrat er Stresemanns DVP (vgl. Liberaler Stichtag 15.12.2008) parlamentarisch auf kommunaler und regionaler Ebene. 1945 gehörte er in seiner kurhessischen Heimat zu den Mitbegründern der FDP, für die er 1946 in den hessischen Landtag und 1948 in der Parlamentarischen Rat einrückte. Ab 1949 Bundestagsabgeordneter, erregte er 1955 allgemeine Aufmerksamkeit, als er das Nein der FDP-Fraktion zum Saarstatut begründete (vgl. Liberaler Stichtag 25.02.2010).
Als sich während der Krise von 1956 gerade in Hessen Teile des Landesverbandes abspalteten, übernahm Becker den Landesvorsitz sowie ein Jahr später als Nachfolger von Thomas Dehler (vgl. Liberaler Stichtag 20.10.2008) den Vorsitzend der Bundestagsfraktion. Zugleich bekleidete er ab 1956 bis zu seinem Tod das Amt eines Vizepräsidenten des Bundestags.
1959 stellte ihn die FDP als Kandidaten bei der Neuwahl des Bundespräsidenten auf, was, obwohl es sich wegen der CDU-Mehrheit um eine reine Zählkandidatur handelte, Beckers hohes innerparteiliches Ansehen unterstrich. In der Bundesversammlung erreichte er immerhin rund 10 % der Stimmen. 13 Monate später starb Becker in einer Heidelberger Klinik.
Max Becker bei wikipedia
Rundschreiben zum Tod von Max Becker Becker
Abschiedsworte von Erich Mende bei der Trauerversammlung
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.





