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Liberale Stichtage
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das
Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Die runden Jahrestage werden mit interessanten Dokumenten und historischen Bildern angereichert. Die Liberalen Stichtage sind unser Kalenderblatt zur Geschichte des Liberalismus.
Anfang der 1990er Jahre erschien es fast unvorstellbar, dass der Mann im gelben Pullover nicht mehr um den Globus reisen würde. Ende April 1992 kündigte der "immerwährende Außenminister" schließlich doch den bevorstehenden Rückzug von seinem Amt an.
Die im 19. Jahrhundert enge Verbindung zwischen wissenschaftlichem Honoratiorentum und Liberalismus fand für die Weimarer Republik unter anderem in Wilhelm Kahl eine Fortsetzung. Der gelernte Jurist beteiligte sich in der Nationalversammlung intensiv an den Verfassungsberatungen.
Friedrich Böttcher gehörte anderthalb Jahrzehnte lang dem Reichstag an und verbreitete seine Ansichten auch in seinen journalistischen Arbeiten. Nachdem seine politische Laufbahn endete, wendete er sich ganz der Publizistik zu und schrieb für Zeitungen im gesamten Reich.
In der Person des Jacob Rießer verbanden sich wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Erfolg mit politischem Engagement. Als Präsident des "Handelsbundes" versuchte er dem antifreihändlerischen Trend seiner Zeit etwas entgegenzusetzen. Er gehörte 12 Jahre dem Reichstag an.
Am 27. April 1972 wurde erstmals das im Grundgesetz festgeschriebene Verfassungsinstitut des konstruktiven Misstrauensvotums ausprobiert. Es richtete sich gegen den an der Spitze einer Koalition aus SPD und FDP regierenden Kanzler Willy Brandt und scheiterte knapp.
Reinhold Maier war der erste Ministerpräsident des 1952 neu gegründeten Bundeslandes Baden-Württemberg. Er regierte zur allgemeinen Überraschung nicht mit der CDU, sondern entschied sich für eine Koalition mit der SPD und einer Kleinstpartei. Nach der Bundestagswahl von 1953 trat er zurück.
In Frankfurt am Main fiel heute vor 100 Jahren die Entscheidung, die erste Stiftungs-Universität Deutschlands zu gründen. Treibende Kraft in den langjährigen Auseinandersetzungen war der nicht parteipolitisch organisierte, aber dem Liberalismus nahestehende Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes
1976 wurde Wolfgang Lüder stellvertretender Regierungschef von Berlin. Er saß von 1987 bis 1995 für die FDP im Bundestag. Im Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie" setzt er sich weiterhin für eine starke demokratische Kultur ein.
Irmgard Schwaetzer war die erste Frau, die in der FDP das Amt der Generalsekretärin übernahm. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung der Partei Mitte der 1980er Jahre. Heute sitzt sie im Vorstand der Stiftung für die Freiheit.
In der politischen Karriere Albert Traegers (1830-1912) spiegelt sich fast die ganze Parlamentsgeschichte des Kaiserreiches wieder. Insgesamt 36 Jahre gehörte er dem Reichstag an. Schon als junger Rechtsanwalt in Thüringen unterstützte der gebürtige Augsburger die Fortschrittspartei.
Unter den Politikerinnen der Weimarer Republik war Katharina von Oheimb zweifelsohne eine der schillerndsten Persönlichkeiten. Heute vor 50 Jahren verstarb sie in ihrer rheinischen Heimat.
Hans-Dietrich Genscher, der am längsten amtierende deutsche Bundes- und Außenminister und FDP-Vorsitzende, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Der Ausdruck "Genscherismus" steht auch heute noch für eine erfolgreiche liberale Außenpolitik.
1812 ging das von Napoleon besiegte, aber doch eigenständige Preußen einen großen Schritt voran, indem es die weitgehende Gleichstellung der dort ansässigen Juden mit den Rechten und Pflichten der übrigen Staatsbürger festschrieb.
Württemberger wie Theodor Heuss, Reinhold Maier oder Wolfgang Haussmann haben die frühe FDP ganz entscheidend geprägt. Bis zu seinem frühen Tod im Alter von 61 Jahre gehörte auch Eberhard Wildermuth in die Riege der herausragenden liberalen Schwaben der jungen Bundesrepublik.
Mit seinem Antrag auf "Spezialisierung des preußischen Haushaltes" machte der preußische Landtagsabgeordnete Adolf Hagen im März 1862 Geschichte: Als der Antrag angenommen wurde, verstand König Wilhelm dies als Kampfansage des Abgeordnetenhauses.
Der Heilbronner Fabrikant Peter Bruckmann kam dem Ideal eines Liberalen, wie es sich Friedrich Naumann und Theodor Heuss vorstellten, ziemlich nahe: wirtschaftlich erfolgreich, gesellschaftlich im freiheitlichen Sinne engagiert, ästhetischen Dingen gegenüber aufgeschlossen.
Im ersten Jahrzehnt nach der Reichsgründung von 1871 war die Nationalliberale Partei die dominierende politische Kraft in Deutschland. Bismarcks wirtschaftspolitische Wende Ende der 1870er Jahre setzte die Partei jedoch einer Zerreißprobe aus…
Im 19. Jahrhundert waren Liberale als Präsidenten des Nationalparlaments keine Seltenheit. Allerdings kamen sie zumeist aus den Reihen des gemäßigten Liberalismus. 1912 wurde dann erstmals mit Johannes Kaempf ein Linksliberaler zum Reichstagspräsidenten gewählt.
Fragt man nach den Vordenkern der Entspannungspolitik, so fällt häufig zuerst der Name Egon Bahr, des engen Vertrauten von Willy Brandt. Doch auch die Liberalen hatten einen ähnlichen außen- und deutschlandpolitischen Strategen in der Person von Wolfgang Schollwer.
Der 1857 in Stuttgart geborene Conrad Haußmann verstand sich als Kritiker der Zeitzustände, publizistisch und vor allem im Parlament. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Friedrich und mit Friedrich Payer bildete er um 1900 das berühmte Führungstrio der süddeutschen Volkspartei.
Die beeindruckende Riege liberaler Wirtschaftsminister in der Bundesrepublik hatte Vorläufer in der Weimarer Zeit. Zu diesen gehörte für einen kurzen, aber sehr entscheidenden Augenblick der deutschen Geschichte Paul Moldenhauer (1876-1947).
Der deutsche Frühliberalismus entwickelte sich nach 1815 unter sehr schwierigen Bedingungen: Politische Organisationen waren verboten, es herrschte eine strenge Zensur. Immer wieder versuchten mutige Liberale und Demokraten, gegen diese Zustände anzukämpfen.
Nach der Bundestagswahl 1961 galt von Kühlmann-Stumm als ministrabel, das angebotene Ministerium lehnte er jedoch ab. Stattdessen folgte er 1963 Mende an der Spitze der FDP-Fraktion und war damit bei Bildung der Großen Koalition 1966 Oppositionsführer.
Anfang 1912 gelang es den Liberalen, mit vereinten Kräften die sozialdemokratische Hochburg München zu stürmen. Mit dem Pädagogen Georg Kerschensteiner verfügte man über einen renommierten Kandidaten, der die Stichwahl knapp für sich entscheiden konnte.
Seit 1969 Mitglied der FDP engagierte sich Ignatz Bubis in der Frankfurter jüdischen Gemeinde, wurde dann aber wegen seiner Beteiligung an der Umgestaltung des Frankfurter Westends stark von linken Kräften angefeindet und sogar Gegenstand eines Theaterstücks.
In der Frühzeit der Berliner FDP ragten vor allem zwei Frauen heraus, neben Marie-Elisabeth Lüders wurde die liberale Stadtpolitik damals von Ella Barowsky geprägt. Bis ins hohe Alter engagierte sich Ella Barowsky für den christlich-jüdischen Dialog.
Der Braunschweiger Heinrich Rönneburg steht für eine Berufsgruppe, die im frühen 20. Jahrhundert eine herausragende Rolle im Liberalismus spielte: die Lehrer. Entscheidend politisiert durch die Novemberrevolution, schloss sich Rönneburg der DDP an.
Die politische Vita von Otto Graf Lambsdorff lässt sich am besten mit dem ursprünglich ironisch gemeinten, dann zur Ehrenbezeichnung umgewandelten Begriff "Marktgraf" umschreiben: Otto Graf Lambsdorff war ein Marktwirtschaftler durch und durch.
Der Reigen liberaler Außenminister im Deutschland des 20. Jahrhunderts erstreckte sich über eine Zeit von mehr als 75 Jahren: Er begann 1922 mit Walter Rathenau und endete 1998 mit dem sechsten von liberalen Chefs im Auswärtigen Amt, Klaus Kinkel.
1925 und 1926 konnte Stresemann mit dem "Vertrag von Locarno", dem "Berliner Vertrag" und dem "Frühstück von Thoiry" Aufsehen erregende Erfolge feiern, die Deutschland wieder zum weitgehend gleichberechtigten Mitglied der Völkergemeinschaft machten.
Zu den turnusgemäßen Neuwahlen trat die Fortschrittspartei erstmals an, in der sich die entschiedeneren Kräfte des preußischen Liberalismus zusammengefunden hatten. Und sie konnte einen grandiosen Erfolg feiern, trotz des geltenden undemokratischen Dreiklassenwahlrechts.
Die Entwicklung des deutschen Liberalismus in der "Reichsgründungszeit" lässt sich exemplarisch am Juristen und Journalisten Friedrich Dernburg aufzeigen. Geboren 1833 im damals zu Hessen gehörigen Mainz wurde er als Korpsstudent im Sinne der liberalen Nationalbewegung politisiert.
Für die großartige kommunalpolitische Tradition, die der deutsche Linksliberalismus gerade auch in Berlin hat, steht neben Rudolf Virchow und Hugo Preuß auch ein Mann wie Heinrich Runge. 1848 stand er auf Seiten der Liberal-Demokraten und wurde zum Stadtrat gewählt.
Wie etliche andere Weimarer Linksliberale schätzte auch Friedensburg 1945 Chancen für die Wiederbelebung einer liberalen Partei gering ein und unterstützte das Projekt einer bürgerlich-christlichen Sammlungsbewegung; in Berlin gehörte er zu den Begründern der CDU.
Die Position des Schatzmeisters in einer Partei ist meist ein ebenso undankbarer wie unterschätzter Posten. Wie man in dieser Funktion große Wirksamkeit in unauffälliger Weise entwickeln kann, dafür ist aus liberaler Sicht Hans Wolfgang Rubin ein eindruckvolles Beispiel.
Wenn an liberale Landesväter in Südwestdeutschland gedacht wird, dann fällt zumeist der Namen Reinhold Maier. Doch dieser stand im Grunde genommen in einer älteren Tradition, die in den Ländern Baden und Württemberg zugleich schon vorher bestanden hatte.
Selbst vor dem Hintergrund der wenig gefestigten (partei-)politischen Strukturen des 19. Jahrhunderts muss man die politische Karriere von Wilhelm Loewe als sehr bewegt bezeichnen, der 1848 in das Paulskirchenparlament gewählt wurde.
Der Name des Bundesjustizministers Ewald Bucher ist mit zwei großen Streitfragen der frühen 1960er Jahre verbunden: zum einen mit der "Spiegel-Affäre" von 1962, zum anderen mit der Frage der Verjährung von nationalsozialistischen Verbrechen.
Parteisignets werden zwar mitunter im Layout geändert – siehe F.D.P. und FDP -, aber selten substantiell. Bei der "Liberaldemokratischen Partei Deutschlands" herrscht bis in die Gegenwart etwas Verwirrung darüber, wie die offizielle Abkürzung lautete: LDP oder LDPD?
Kein anderer Parteitag in der über 60-jährigen Geschichte der FDP hat sich so in die liberale Erinnerung eingegraben wie jener, der Ende Oktober 1971 in Freiburg stattfand. Die Liberalen beschlossen ein neues Programm, das das 1957 in Berlin verabschiedete ablöste.
Obwohl er jahrzehntelang die Hamburger Politik mitgeprägt hat, ist Heinrich Landahl vor allem mit einem Ereignis verbunden, das zu den Tiefpunkten in der Geschichte des deutschen Liberalismus zählt: der Zustimmung zum nationalsozialistischen Ermächtigungsgesetz.
Nach dem Wahlerfolg von 1972 nominierte ihn die FDP als Bundeswirtschaftsminister, in dieser Funktion setzte er erkennbar und zum Unwillen des linken FDP-Flügels marktwirtschaftliche Akzente, die dann auch programmatisch in die "Kieler Thesen" Eingang fanden.
1982 hatte er sich der FDP angeschlossen, wo er sich zunächst vor allem in rechtspolitischen Fachgremien betätigte. 1994 über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag eingezogen, wurde er 1996 Nachfolger von Sabine Leutheusser-Schnarrenberg als Justizminister.
Die im Juli 1956 in Garmisch begonnenen hochrangigen Kontakte zwischen Bundes-FDP und LDPD gingen wenige Wochen danach an einem Symbolort in die zweite Runde. Im Vergleich zum ersten Treffen war die Atmosphäre angespannter.
Als Vertriebenenminister war Mischnick jüngstes Mitglied im letzten Kabinett Adenauer. Zwei Jahre später räumte er diesen Platz zugunsten Erich Mendes und wurde stellvertretenden Fraktionsvorsitzender. Damit hatte Mischnick seine eigentliche politische Rolle gefunden.
An diesem Revolutionär scheiden sich auch die liberalen Geister: Den einen ist er ein Vorkämpfer unserer Demokratie und freiheitlicher Heros, noch heute singen manche das nach ihm benannte Hecker-Lied. Andere sehen in ihm eher einen Feuerkopf und Störenfried...
Politisch unorganisiert fühlte sich Bosch stark von den Vorstellungen angezogen, die Friedrich Naumann entwickelte; dessen Staatsbürgerschule kam vor allem dank seiner Unterstützung zustande. Liberales Gedankengut und internationale Verständigung wurden von ihm gefördert.
12,8 Prozent – fast ein halbes Jahrhundert galt diese Zahl als ein für Liberale unwiederholbarer Rekord bei Bundestagswahlen. Diese 1961 erzielte Marke an Wählerzuspruch konnte die FDP erst 2009 übertreffen, übrigens wiederum aus der Opposition heraus.
Der linksliberale Parlamentarier Ludwig Loewe gehörte zu den erfolgreichen jüdischen Unternehmern, die sich dem Liberalismus anschlossen. Sein Tod im Alter von 48 Jahren beendete vorzeitig eine steile Karriere als Politiker und Unternehmer.
Höpker Aschoffs hohes überparteiliches Ansehen spiegelte sich 1951 in seiner Wahl zum ersten Präsidenten des neueingerichteten Bundesverfassungsgerichtes wieder. Bis zu seiner Wahl hatte Höpker Aschoff schon eine erstaunliche Karriere mit vielen Aufs und Abs hinter sich.
Torsten Wolfgramm gehörte zu den eher unauffälligen, nichtsdestotrotz zeitweise sehr einflussreichen liberalen Parlamentariern: Der Berliner übte 13 Jahre lang das in der Öffentlichkeit kaum beachtete Amt eines Fraktionsgeschäftsführers aus.
Selten hat ein Mitgliederrundschreiben politisch so viel Staub aufgewirbelt wie jener fünfseitige Brief, den der FDP-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher im August 1981 an die Mandats- und Funktionsträger seiner Partei schickte - ein Vorbote der "Wende".
Der jetzt häufig anzutreffende Eindruck, mit Winfried Kretschmann sei erstmals ein nicht christlich-demokratischer Ministerpräsident in Baden-Württemberg ans Ruder gekommen, ist falsch. Vielmehr stand am Anfang dieses Bundeslandes ein Liberaler: Reinhold Maier.
1974 zog Heinrich Jürgens erstmals in den niedersächsischen Landtag ein. Nach der Wahlschlappe der Freien Demokraten 1978 übernahm er überraschend den Landesvorsitz und führte die FDP vier Jahre später zurück in den Landtag.
Den Namen Konrad Duden kennt jeder, jedoch die wenigsten verbinden mit ihm etwas genuin Liberales. Doch hatten die Motive für das Reformwerk, das sich mit dem Namen Dudens verbindet, durchaus (national-)liberale Ursprünge.
Der gebürtige Nordhesse und spätere liberale Landespolitiker Ekkehard Gries schloss sich schon als Jugendlicher der FDP und ihrer Jugendorganisation an, engagierte sich kommunalpolitisch und wurde nach dem Jurastudium hauptamtlicher Stadtrat in Oberursel.
Es dauerte Jahrzehnte, bis wirklich bekannt wurde, was mit Arno Esch und vielen anderen in den Anfangsjahren der DDR geschehen war. Der aus Memel gebürtige Jurastudent hatte das Ende der NS-Herrschaft als Befreiung empfunden.
Die Berliner Verlegerfamilie Duncker, die den heute noch bestehenden Verlag Duncker & Humblot begründete, brachte eine ganze Riege einflussreicher liberaler Politiker hervor. Gleich drei Söhne des Verlagsgründers Carl Duncker engagierten sich Mitte des 19. Jahrhunderts für die liberale Sache.
Nach dem Auseinanderbrechen der "Demokratischen Partei Deutschlands" waren die Kontakte zwischen Ost- und Westliberalen eine politisch delikate Angelegenheit. Zumeist gingen die Initiativen von der LDPD aus, denen die westlichen Freidemokraten wenig aufgeschlossen waren.
Liberale Vizekanzler sind keine Erscheinung der Bundesrepublik. Diese Tradition reicht über die Weimarer Republik bis ins Kaiserreich zurück: Erstmals bekleidete Friedrich Payer als "Stellvertreter des Reichskanzlers" dieses Amt 1917/18.
Man kann in Eduard Dingeldey so etwas wie den letzten Vertreter der großen Nationalliberalen Partei sehen, politische Fortune wurde ihm jedoch nicht zuteil: Geboren 1886 in Gießen studierte er in seiner Heimatstadt, Heidelberg und Berlin Jura.
Als im Gefolge der unerwarteten Wiedervereinigung auch die Frage nach der zukünftigen Hauptstadt des geeinten Deutschlands auftauchte, wurde daraus eine der lebhaftesten politischen Debatten in der Geschichte der Bundesrepublik.
Der 6. Juni 1861 sollte die politische Landschaft in Preußen und in Deutschland grundlegend verändern. Die Gründung der "Deutschen Fortschrittspartei" wurde zur Geburtsstunde des deutschen Parteiensystems, an dessen Wiege der Liberalismus stand.
Obwohl heute kaum noch bekannt, gehörte ein anhaltinischer Handwerkersohn Anfang der 1920er Jahre zu den einflussreichsten Politikern in Deutschland. Oeser war jedoch auch als Journalist tätig - und als Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn.
Der Name Max Weber hat nicht nur in liberalen Kreisen einen guten Namen. An dieser Stelle wird jedoch nicht an den weltberühmten Soziologen und engen Freund Friedrich Naumanns, sondern an seinen gleichnamigen Vater erinnert. Schon dieser war sehr stark liberal engagiert...
Die Stadt Hagen ist lange Zeit eine Hochburg des Liberalismus gewesen. Dafür steht neben Namen wie Eugen Richter, Oscar und Liselotte Funcke auch der von Wilhelm Cuno (1860-1951). Cunos eigentliche Stärke lag aber weniger in der Reichs- als in der Kommunalpolitik.
Der Flensburger Kaufmannssohn Georg Waitz (1813-1886) erhielt 1842 einen Ruf an die Universität Kiel. Wie seine berühmten Kollegen Droysen und Dahlmann wurde auch Waitz durch die Verfassungskämpfe im Königreich Hannover und die Schleswig-Holstein-Frage politisiert.
Der gebürtige Hagener Georg von Vincke (1811-1875) galt einmal als Stimme des Liberalismus in Preußen, wurde dann aber von den Ereignissen überholt. Vinckes parlamentarischer Standort hing immer stark von den Umständen ab.
Auch Victor-Emanuel Preusker steht in der Reihe der liberalen Parteivorsitzenden nach 1945. Er war der erste und einzige Vorsitzender der kurzlebigen "Freien Volkspartei", die sich 1956 als Reaktion auf die Koalitionswechsel in Düsseldorf und Bonn gebildet hatte.
Ein herausragendes Exemplar einer "unbequemen Liberalen" ist Hildegard Hamm-Brücher. Die Differenzen zwischen dem FDP-Kurs und der langjährigen Kuratorin der Friedrich-Naumann-Stiftung mündeten schließlich in ihrem Parteiaustritt.
Während im 19. und frühen 20. Jahrhundert Schriftsteller und Intellektuelle als Parteigänger des Liberalismus ein durchaus bekanntes Phänomen waren, ist diese Verbindung in der Bundesrepublik nur selten anzutreffen. Für sie stand der Literat und Publizist Rolf Schroers.
Der Frühliberalismus kannte noch keine Berufspolitiker, liberale Politik wurde zumeist von Honoratioren aus Wirtschaft und vor allem Wissenschaft betrieben. Ein allerdings eher untypisches Beispiel dafür ist Jakob Fallmerayer.
Sezessionen haben die Geschichte des organisierten Liberalismus von Anfang an begleitet. Der auf den ersten Blick aussichtsreichste Versuch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Frühjahr 1956 nach den Koalitionsrevirements in Düsseldorf und Bonn gestartet.
Selten ist ein FDP-Parteitag mit solcher Spannung erwartet worden wie der siebte in Würzburg im Frühjahr 1956. Kurz zuvor war die Koalition mit der CDU in Bonn beendet worden, das Schicksal des Partei- und Fraktionschefs Thomas Dehler ungewiss.
Häufig werden starke Landesvorsitzende mit "Kurfürsten" verglichen. Ein solcher "Kurfürst" war in den 1960er Jahren Hermann Eicher, zumal er aus der Region stammte, die sich noch heute mit einem entsprechenden Beinamen schmückt.
Von 1896 bis 1898 vertrat er die Deutsch-Freisinnige Partei für einen brandenburgischen Wahlkreis im Reichstag. Während ihm unternehmerisch nicht alles gelang blieben er und seine Frau vor allem als große Förderer der Berliner Staatsbibliothek in Erinnerung.
Nur wenige Parlamentarier dürften sowohl dem ostdeutschen Volkskongress als auch dem westdeutschen Bundestag angehört haben. Eine dieser seltenen Spezies war die 1896 als Tochter eines Danziger Kapitäns geborene Ärztin Friederike Mulert.
Als Mitte der 1960er Jahre die SED eine kurzzeitiges "Tauwetter-Wetter-Periode" in der Deutschlandpolitik einläutete und einen Redneraustausch mit der SPD vorschlug, waren es die wieder einmal die Liberalen, die vorpreschten.
Der Frühliberalismus war eine allgemeine Emanzipationsbewegung, die auch auf Frauen große Attraktion ausübte, obwohl diese sich noch nicht offiziell für liberale Ideale engagieren konnten. Eine in ihrer Zeit sehr bekannte Parteigängerin war die Schriftstellerin Fanny Lewald.
Neben anderen Regionen wie Ostpreußen oder Pommern steht auch Ostfriesland für die Tradition eines agrarisch geprägten Liberalismus, der im 19. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Diese Tradition verkörperte sich beispielhaft in dem Landwirt und Parlamentarier Jan Fegter.
Der aus Grimma gebürtige Unternehmer Oscar Günther (1861-1945) brachte es 1907 fertig, den zwischen Konservativen und Sozialdemokraten umkämpften Wahlkreis Plauen ganz im Südwesten Sachsens für den Freisinn zu gewinnen.
1898 wechselte er in die Wirtschaft und wurde Syndikus, zunächst der Kaufmannschaft in Berlin, dann der dortigen Handelskammer. Zugleich betätigte er sich für den Freisinn kommunalpolitisch und zog 1907 über den Wahlkreis Wittenberg in den Reichstag ein.
Konflikte zwischen Mandatsträgern und Fraktionsführung sind auch im Liberalismus nicht ganz unbekannt. So etwas stand auch zu Beginn des Jahres 1861 im Preußischen Abgeordnetenhaus an, wo die Liberalen seit der Wahl von 1858 die Mehrheit stellten.
Angesichts der großen Bedeutung, die Finanzfragen seit jeher für Liberale haben, ist die geringe Vertretung liberaler Politiker unter den Bundesfinanzministern erstaunlich. So wurde das wohl wichtigste Bundesministerium nur zwei Mal von FDP-Politikern geleitet.
Lange Zeit hatte die Koalitionskrise geschwelt, nun zum Jahreswechsel 1955/56 brach sie offen aus: Kanzler Adenauer wollte die FDP durch ein neues Wahlrecht disziplinieren, was zunächst die NRW-Liberalen zum Koalitionswechsel veranlasste.
Wenn man nach einer liberalen Symbolgestalt für den deutschen Südwesten, der ja immer noch als Stammland des Liberalismus gilt, sucht, dann gehört auf alle Fälle Friedrich Daniel Bassermann (1811-1855) in die engere Wahl.
Der Liberalismus war immer auch eine Bildungsbewegung und übte gerade auf Pädagogen besonderen Reiz aus. Dafür steht u. a. Richard Eickhoff. Der Altphilologe war stark in der Schulreformbewegung engagiert, an deren Spitze er Jahre lang stand.
Im Bereich des Freisinns hinterließ der Tod von Eugen Richter 1906 eine große Lücke. Verschiedene linksliberale Politiker versuchten in Richters Fußstapfen zu treten, u. a. auch der 1868 in Tilsit geborene Otto Wiemer.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Entwicklung des Liberalismus in Preußens ausschlaggebend für die weitere Geschichte des gesamten deutschen Liberalismus. Kaum jemand verkörperte sie deutlicher als der Unternehmer und Parlamentarier Hans Viktor von Unruh.
Ausgerechnet die NRW-Liberalen, die bis dato innerhalb der FDP eher immer am rechten Rand vermutet worden waren, beschlossen im Januar 1956 die Koalition mit der Landes-CDU zu beenden. Sie wollten damit auch der "tödlichen Umarmung" durch die CDU entgehen.
Unter den sieben Vorsitzenden der LDP(D) gehört Max Suhrbier sicherlich nicht zu den bekanntesten und einflussreichsten. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Külz und Loch, die vor 1933 der DDP angehört hatten, fehlte es ihm auch etwas an "liberalem Stallgeruch".
Der gebürtige Tiroler Sylvester Jordan steht zum einen für die Aufstiegsmöglichkeiten, die sich in der allmählich etablierenden bürgerlichen Gesellschaften auftaten, zum anderen aber auch für die Risiken, die ein liberales Engagement im Vormärz mit sich bringen konnte.
Die kontinuierlichen Kontakte zwischen Freien Demokraten und Liberaldemokraten während der deutschen Teilung kennzeichneten den deutschen Liberalismus nach 1945. Probleme gab es bei einer überraschenden Westreise von Volkskammerpräsident Dieckmann.
Im Westen Deutschlands war 1945 die territoriale Lage unklar, da die Region bis dahin Teil des preußischen Staates gewesen war. Insofern konnten sich Liberale im Westen organisatorisch zunächst nicht landespolitisch ausrichten.
Die gut vorbereitete Gründung der DVP am 6. Januar 1946 war ein eindeutiges Signal: Damit stellte man sich in die lange Traditionslinie der linksliberalen württembergischen "Volkspartei", die am Dreikönigstag traditionell in Stuttgart Parteiversammlungen abzuhalten pflegte.
Obwohl evangelisch getauft fürchtete Meyer wegen seines jüdischen Hintergrunds nach der nationalsozialistischen Machtergreifung Repressalien und verließ noch im März Deutschland. Damit begann ein recht unstetes Emigrantenleben.
Schwander, der Liberale und Anhänger Friedrich Naumanns, stellte die Armenfürsorge auf völlig neue Beine, Straßburg wurde in Sachen städtischer Infrastruktur insgesamt zu einem Vorbild, an das selbst das ebenfalls von Liberalen regierte Berlin nicht heranreichte.
Obwohl nie Abgeordneter oder Minister ist es einer Persönlichkeit wie Hans Albert Kluthe (1904-1966) hauptsächlich zu verdanken gewesen, wenn der deutsche Liberalismus nach 1945 auch international schnell wieder Anerkennung fand.
Ende März 1950 erfolgten in Altenburg umfangreiche Verhaftungen; als Kopf einer Widerstandsgruppe galt der Unterprimaner und Liberaldemokrat Hans-Joachim Näther, der dann zusammen mit zwei Junglehrern von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt wurde.
Der Elberfelder begann seine politische Laufbahn als Burschenschaftler, was eine juristische Karriere behinderte, hatte dann während der Revolution von 1848 Kontakt zu Karl Marx und wurde auch deshalb zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.
Die deutsche Nationalbewegung des 19. Jahrhundert war immer auch eine Freiheitsbewegung. Das zeigt sich ganz markant an Friedrich Christoph Dahlmann (1785-1860), der mehrfach an den Brennpunkten des politischen Geschehens freiheitlichen Kampfesmut bewies.
Mit gut einem Drittel der Erst- und Zweitstimmen setzte sich Uwe Lühr im Wahlkreis Halle-Altstadt durch, die FDP gewann so erstmals seit 1957 – damals Heinrich Schneider in Saarbrücken – wieder ein Direktmandat. Und der Erfolg in Halle strahlte auf die gesamte Region aus...
Die von liberalen Ministern zu verantwortende deutsche Außenpolitik weist im 20. Jahrhundert eine Reihe von Höhepunkten auf, der Vertrag von Locarno gehört mit Sicherheit dazu. Mit ihm begründete Stresemann seinen Ruf als führender Staatsmann der Zwischenkriegszeit.
Eher en passant teilte der "Morgen" 1945 seinen Lesern mit, dass der LDP-Vorsitzende Waldemar Koch aus beruflichen Gründen zurückgetreten sei. Das war aber allenfalls die halbe Wahrheit dessen, was sich wenige Tage zuvor im Vorstand der LDP abgespielt hatte.
Ähnlich wie Immanuel Kant kam auch Karl von Rotteck (1770-1840) nie über seine engere – badische – Heimat hinaus. Dennoch war der Freiburger Gelehrte einer der wirkungsmächtigsten Vordenker des Liberalismus im Vormärz.
Gerade in Schleswig-Holstein kann der Liberalismus auf eine lange und tief verwurzelte regionale Tradition zurückblicken. Im letzten Drittel des 20. Jahrhundert verkörperte diese wohl wie kein anderer der in Kiel gebürtige und dann auf Eiderstedt ansässige Uwe Ronneburger.
"Mit dem Martinitage 1810 hört alle Gutsuntertänigkeit in Unseren sämtlichen Staaten auf. Nach dem Martinitage 1810 gibt es nur noch freie Leute". Diese lapidaren Sätze stammen aus einem Edikt des preußischen Ministers Freiherr vom Stein.
In doppelter Hinsicht setzte sich bei Wolfgang J(ustin) Mommsen (1930-2004) eine großartige Familientradition fort: Urgroßvater und Vater hatten sich als Historiker einen Namen gemacht, Urgroßvater und Großvater waren linksliberale Abgeordnete gewesen.
Unter den verschiedenen, von einer reformerisch gesinnten Bürokratie durchgeführten Maßnahmen war die Einführung der Gewerbefreiheit Anfang November 1810 sicherlich die langfristig folgenreichste - der wirtschaftlichen Freiheit wurde breiter Raum gegeben.
Nach einjähriger Vorbereitung wurde in Bonn am 1. und 2. November 1980 offiziell der Bundesverband der "Jungen Liberalen" aus der Taufe gehoben, erster Vorsitzender wurde der Frankfurter Rechtswissenschaftler Hans Joachim Otto.
Im gleichen Jahr wie Friedrich Naumann geboren entstammte Hugo Preuß dem jüdischen Bürgertum Berlins und war mit sowohl mit Max Liebermann als auch mit Walter Rathenau verschwägert. Diese Herkunft verhinderte eine Universitätskarriere des glänzenden Juristen...
In der liberalen Erinnerungskultur ist August Wilhelm Antonius Graf Neidhardt von Gneisenau vor allem als preußischer Reformer haften geblieben. Wie so viele kam auch er als "Ausländer", hier als Sachse, nach Preußen, wo er zunächst unauffällig in der Armee Dienst leistete.
Der 1873 geborene Alexander Dominicus war einerseits ein typischer Vertreter aus der Hochzeit der liberalen Verwaltungsbeamten im beginnenden 20. Jahrhundert; andererseits gehörte er über lange Jahren zu den engsten politischen und persönlichen Wegbegleitern der Familie Heuss.
Das Leben dieses in jeder Hinsicht unorthodoxen Liberalen entbehrt nicht der Tragik: Karl Twesten scheute sich nicht, Leib und Leben für seine politischen Überzeugungen einzusetzen, und starb, als sein großer politischer Traum in Erfüllung zu gehen schien.
Zu jenen, die die Verbindungslinien zwischen Friedrich Naumann und der nach ihm benannten Stiftung verkörperten, gehörte neben Theodor Heuss vor allem Georg Hohmann; beide waren im Mai 1958 "Stifter" der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Von den drei liberalen Ministerpräsidenten der Nachkriegszeit ist Reinhold Maier als letzter – wenn auch mit geringer Verspätung – ins Amt gekommen, hat dafür aber am längsten sein Amt ausgeübt. Maier hatte eigentlich nur Finanzminister werden wollen...
Erst spät, nämlich im Alter von 61 Jahren, hat Theodor Heuss erstmals ein öffentliches Amt übernommen. Eigentlich handelte es sich dabei um eine Position, die ganz seinen Neigungen und Positionen entgegen kam und ihm sogar eine Rückkehr in seine schwäbische Heimat ermöglichte.
Buchstäblich aus dem Nichts schuf Rudolf Mosse einen der bedeutendsten Konzerne im Presse- und Verlagswesen, wo er neben Leopold Sonnemann und Leopold Ullstein zu den großen liberalen "Pressezaren" des Kaiserreiches zählt.
Liberale Spitzenpolitiker, an die an dieser Stelle häufig erinnert wird, haben oft einen "bildungsbürgerlichen", mitunter auch einen "großindustriellen" Hintergrund. Einen ganz anderen Typus, der in der liberalen Führung weit weniger anzutreffen ist, verkörpert Richard Wurbs...
Im deutschen Liberalismus gab es immer auch eine bedeutende Strömung des Pazifismus. Im frühen 20. Jahrhundert war neben dem Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde der große Rechtsgelehrte Walther Schücking bekanntester Vertreter dieses pazifistischen Liberalismus.
Der Name Hermann Fischer wird auch traditionsbewussten Liberalen heute kaum noch etwas sagen, aber Fischer gehörte zweifelsohne in der Weimarer Republik zu den einflussreichsten Politikern der DDP, für die er von 1920 bis 1932 im Reichstag saß.
Mit August Ludwig von Rochau verbindet sich rückblickend vor allem ein Buch, das einer ganzen Generation das Stichwort gab: 1853 veröffentlichte er seine "Grundsätze der Realpolitik" mit weitreichenden politischen Folgen nicht nur für den deutschen Liberalismus.
Mit 26 bereits Reichstagsabgeordneter galt Lemmer als Nachwuchshoffnung des Weimarer Liberalismus. Schon als Student engagierte sich Lemmer bei den Deutschen Jungdemokraten, der DDP-Jugendorganisation, und war in der liberalen Gewerkschaftsbewegung aktiv.
Die erste gesamtdeutsche Partei wurde von den Liberalen aus Ost und West am 11. und 12. August 1990 gegründet, mithin sechs Wochen vor der staatlichen Einigung. Der Weg zur gesamtdeutschen FDP war jedoch nicht ganz einfach gewesen...
Ludwig Haas war ein später Vertreter der vor allem in Süddeutschland starken Tradition der "bürgerlichen Demokratie", die ihren Anknüpfungspunkt vor allem in der Revolution von 1848 erblickte. Er stand immer auf der linken Seite des organisierten Liberalismus
Anders als enge Verwandte fand der einem schlesischen Adelsgeschlecht entstammende Journalist Helmut von Gerlach seine politische Heimat nicht im Konservativismus, sondern als Liberal-Demokrat im Umfeld Friedrich Naumanns.
Der promovierte Nationalökonom war während der Weimarer Zeit in der DDP und dem republikanischen Wehrverband „Reichsbanner Schwarz-rot-gold“ aktiv; nach 1933 schlug er, der mehrfach inhaftiert wurde, sich als freier Journalist durch.
Die Gründung der "Deutschen Staatspartei" war eigentlich ein eigenmächtiger Coup des DDP-Vorsitzenden Koch-Weser, der die Fusion seiner Partei mit dem Jungdeutschen Orden ohne Rücksprache mit den Parteigremien betrieben hatte.
Unter den sechs liberalen Vätern des Grundgesetzes war Max Becker (1888-1960) der einzige mit einer „national-liberalen“ Vergangenheit. Seine fünf Kollegen hatten allesamt früher der linksliberalen DDP angehört, Max Becker der DVP.
Ganz ohne Blessuren ging auch die FDP 1962 nicht aus der "Spiegel"-Affäre, gehörte doch der liberale Bundesjustizminister Wolfgang Stammberger zu ihren "Opfern". Kein Zufall, denn Stammberger hatte zuvor auf Aufklärung der Rolle von Strauß in der sogenannten "FIBAG"-Affäre gedrängt.
Auch im liberalen Lager gibt es in schwierigen Situationen Fälle von Opportunismus und Rückgratlosigkeit. Ein besonders markantes Beispiel dafür ist Hans Loch (1898-1960), dem beim Gleichschaltungsprozess der LDP(D) eine Schlüsselrolle zufiel.
Nach der Landtagswahl vom Oktober 1946 übernahm Hübener an der Spitze einer Allparteienkoalition das Amt des Ministerpräsidenten für das neu geschaffene Land Sachsen-Anhalt; er war damit der einzige „Landesvater“ in der SBZ, der nicht aus der SED kam.
Robert Friedberg stammte aus einer jüdischen Familie, nach dem abgeschlossenen Jura-Studium bot ihm erst die Konversion zum Protestantismus Möglichkeiten für seine Karriere: Er erhielt eine Professur, sowie später ein Mandat im Abgeortnetenhaus und Reichstag.
Der Name Funcke steht für ein generationenübergreifendes liberales Engagement. Oscar Funcke, der Vater der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin Liselotte Funcke, war einer der Mitbegründer der Hagener FDP. Er brachte es sogar ins deutsche Parlament.
Fast noch vor rauchenden Trümmern traf sich 1945 in Berlin-Wilmersdorf ein Kreis um die beiden früheren Reichsminister Eugen Schiffer und Wilhelm Külz. Ziel war eine Wiederbegründung einer gesamtdeutschen liberalen Partei anzustoßen, nach Vorbild der Weimarer DDP.
Obwohl Max Weber vor allem als Wissenschaftler berühmt geworden ist, hatte er auch politisch immensen Einfluss. Als Professor für Nationalökonomie lernte er Friedrich Naumann kennen, sie wurden Freunde und politische Mitstreiter.
Mitte der 90er war der deutsche Liberalismus in einer Lage, die vom Vorsitzenden zugleich Bodenständigkeit und Erfahrung im Krisenmanagement verlangte. Der 46. Bundesparteitag in Mainz wählte Wolfgang Gerhardt mit klarer Mehrheit zum 11. FDP-Vorsitzenden.
Zu den Vorzügen Preußens gehörte es u. a., talentierte „Ausländer“ aus anderen deutschen Regionen für die eigenen Belange zu gewinnen. Ein herausragendes Beispiel ist dafür Karl August Fürst von Hardenberg.
Es gibt Weggefährten des Liberalismus, deren zeitweises liberales Engagement man im Nachhinein mit sehr gemischten Gefühlen sieht. Dazu zählt zweifellos auch Hjalmar Schacht, immerhin Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei im November 1918, aber nach 1933 auch Leiter der Reichsbank sowie Reichswirtschaftsminister.
Zu den streitbaren Kämpfern für Rechtsstaat und Verfassung gehört Burkhard Hirsch, der heute vor 80 Jahren in Magdeburg geboren wurde. Nach seiner Flucht aus der SBZ in den Westen, führte ihn sein politisches Engagement in das Amt des Innenministers für NRW und in den Bundestag.
Theodor Tantzen engagierte sich für die Linksliberalen, indem er 1918 der DDP beitrat. Er war Oldenburgischer Ministerpräsident und Reichstagsabgeordneter. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er wegen einer KZ-Inhaftierung nur knapp überlebte, wurde er Minister in Niedersachsen.
Die Jugendbekanntschaft von Marie-Elisabeth Lüders schrieb sich bei der berühmten „Sozialen Frauenschule“ Alice Salomons kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein. Von Velsens hauptsächliches Engagement galt der bürgerlichen Frauenbewegung, u. a. im „Bund Deutscher Frauenvereine“ und im „Staatsbürgerinnenverband“.
Franz Waldeck war die preußische Symbolfigur der Revolution von 1848, nicht zufällig trug der ursprüngliche Verfassungsentwurf für Preußen die Bezeichnung „Charte Waldeck“. In der Nationalversammlung wurde er zum Führer der liberal-demokratischen Linken.
Die parlamentarische Karriere von Martha Dönhoff, das preußischen Gegenstück zu Gertrud Bäumer, ist erstaunlich. Dönhoff, eine Schriftstellerin ohne Universitätsausbildung, stand lange Zeit an der Spitze des DDP-Reichsfrauenausschusses. Nach 1945 trat sie in die FDP ein.
Der Erste Weltkrieg brachte für Else Ulich-Beil den Eintritt in die Politik. Nach der Wahl in den sächsischen Landtag für die DDP wurde sie Regierungsrätin im Innenministerium. Sie war eine scharfe Gegnerin des Nationalsozialismus und setzte sich auch nach 1945 für Frauenrechte ein.
Der Neusser Handwerkersohn hatte sich in der liberalen Gewerkschaftsbewegung und später in der DDP bis fast an die Spitze hochgearbeitet. Später wechselte Erkelenz zur Sozialdemokratie, als die DDP die Metamorphose zur "Staatspartei" vollzog.
Die liberale Opposition gegen den Nationalsozialismus hat zweifelsohne einen wenig guten Leumund, bedingt durch den Zerfall der liberalen Parteien am Ende der Weimarer Republik, auch verfügten die Liberalen nicht über die nötige Organisationskraft.
Allein schon seine Bildungsreform, die er in kurzer Zeit, aber mit weitreichenden Folgen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Wege leitete, hätte ausgereicht, um Wilhelm von Humboldt eine hervorragenden Platz in der Geschichte des Liberalismus zu sichern.
Im Nachhinein wird man die prominente Beteiligung der Weimarer Liberalen an der Regierung Brüning sehr kritisch sehen: Die DVP stellte mit Julius Curtius den Außen- und die DDP mit Hermann Dietrich sogar den Vizekanzler, der zunächst das Wirtschafts- und dann das zentrale Finanzministerium inne hatte.
Die Wende-Zeit in der DDR war eine Ära sich überschlagender Ereignisse, überraschenden Wendungen. Davon blieben auch die Liberalen nicht verschont, die sich für die erste freie Volkskammerwahl zu einem Wahlbündnis – "Bund Freier Demokraten" – zusammengefunden hatten.
Nach seinem Tod setzte sich Naumanns Einfluss fort, indem politische Weggefährten wie Theodor Heuss sein liberales Konzept als Vermächtnis verstanden, das schließlich ein halbes Jahrhundert später in die Gründung der „Friedrich-Naumann-Stiftung“ eingebracht wurde.
Dass es ein Vierteljahrhundert vor Theodor Heuss fast schon einmal ein liberales Staatsoberhaupt in Deutschland gegeben hätte und dass dies ausgerechnet von einem anderen Liberalen verhindert wurde, hatte gravierende Folge für die gesamte deutsche Entwicklung.
Ostelbien, der ehemalige deutsche Osten, war politisch keineswegs nur konservativ geprägt, es gab dort auch zeitweise recht starke liberale Einsprengsel. Ein Politiker, der dafür stand, war der kurzzeitige Reichsminister und langjährige Parlamentarier Georg Gothein (1857-1940).
Dass die Liberalen mit Hans-Dietrich Genscher den bislang dienstältesten deutschen Außenminister gestellt haben, ist wohlbekannt. Weniger weiß man, dass das Gleiche auch auf den Landwirtschaftsminister zutrifft: Josef Ertl ist hier mit gut 13 Jahren alleiniger Rekordhalter.
Die Spaltung in verschiedene Organisationen war lange Zeit nicht nur ein Problem des gesamten deutschen Liberalismus, sondern gerade auch seiner linksliberalen Strömung: Um 1900 wurde sie durch drei Parteien im Reichstag repräsentiert.
Das gewaltsame, von bis heute unbekannter Mörderhand herbeigeführte Ende beendete eine in vielerlei Hinsicht erstaunliche Karriere: Geboren in Frankfurt und eher aus kleinen Verhältnissen stammend wurde Heinz Herbert Karry als sog. „Halbjude“ im Nationalsozialismus drangsaliert.
Die Wiedervereinigung von 1990 hat gut drei Jahrzehnte zuvor ein Vorspiel im Kleinen: In den 1950er Jahren wurde die Zukunft des 1945 von Deutschland abgetrennten Saargebiets ebenso heftig diskutiert wie später die Frage über den weiteren Weg der DDR.
Das „Liberale Manifest“ ist sicherlich noch vor dem „Berliner Programm“ von 1957 das unbekannteste unter den FDP-Programmen. Das zeigt sich schon daran, dass es nicht mit dem „Ort des Geschehens“ – Saarbrücken – namentlich verbunden ist.
Obwohl fast eine halbe Generation jünger als die bekanntesten Vertreterinnen der liberalen Frauenbewegung – Gertrud Bäumer und Marie-Elisabeth Lüders – weist die 1888 in Westfalen geborene Emilie Kiep-Altenloh viele Gemeinsamkeiten mit diesen auf...
Nach dem „Wende“-Parteitag der LDP(D) war der Weg frei: Das vor allem von westdeutschen Liberalen gewünschte Wahlbündnis der liberalen Kräfte in der DDR konnte zustande kommen. Bis zur ersten freien Wahl der Volkskammer blieben nur fünf Wochen...
Das Ereignis wurde mit großer Spannung erwartet, denn nun musste sich zeigen, ob es die LDPD nach vierzig Jahren – offiziell – treuer SED-Gefolgschaft noch schaffte, auf die neuen Verhältnisse in der DDR einzustellen.
Über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen wurde er 1976 erstmals in den Bundestag gewählt, dem er dann 18 Jahre lang angehörte. Bald machte er sich als sozialpolitischer Sprecher der Fraktion einen Namen und gehörte zu den Gegnern der Pflegeversicherung.
Seit dem Spätherbst 1989 gab es verschiedene Initiativen mit Schwerpunkten in Ost-Berlin, Anhalt und Sachsen, eine Partei der „ökologisch und sozial verpflichteten Marktwirtschaft“ zu gründen, für die die bundesdeutsche FDP das Vorbild sein sollte.
In den ersten sieben Legislaturperioden des Bundestags lag der Frauenanteil bei der FDP-Fraktion immer weit unter 10 %. Zu denen wenigen liberalen Politikerinnen, die unter diesen schwierigen Bedingungen eigenständiges Profil entwickeln konnten, gehörte die „Wahlschwäbin“ Emmy Diemer-Nicolaus.
Ein besonderes Beispiel für die heute eher als problematisch angesehenen Verflechtung von freiheitlichen, nationalistischen und teils auch romantischen Gedankengut ist der vor 150 Jahren verstorbene Ernst Moritz Arndt.
Als Erich Mende mit 95 Prozent Zustimmung in Stuttgart zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, war dies für die FDP ein tiefer Einschnitt. Nun stand ein Politiker an der Spitze der Liberalen, der anders als seine vier Vorgänger keine prägende Erinnerung mehr an die Weimarer Zeit hatte.
Unter den verschiedenen Organisationen, die am Ende der DDR die liberale Bewegung bildeten, war die Deutsche Forumpartei (DFP) wahrscheinlich die kleinste. Im Kern handelte es sich um eine Abspaltung von der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“.
Der stellvertretende Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung (von 1982 bis zu seinem überraschenden Tod im April 1985) Klaus Scholder hatte für einen Liberalen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen eigentümlichen bis auffälligen beruflichen und wissenschaftlichen Hintergrund.
Als Peter Caesar genau einen Monat nach seinem 60. Geburtstag starb, ging mit ihm, wie selbst ein Sprecher der CDU-Opposition in Rheinland-Pfalz anerkannte, ein „liberaler Politiker im allerbesten Sinne des Wortes“.
Karl-Hans Laermann ist sicherlich nicht zu den bekanntesten liberalen Politikern der „alten“ Bundesrepublik zu zählen, obwohl er es bis an die Spitze eines Bundesministeriums gebracht hat. Bekanntheit ist aber nicht unbedingt identisch mit politischer Bedeutung...
Der Lebensabend des einflussreichen Politikers war von Tragik überschattet, dennoch konnte Bernhard Falk, der im belgischen Exil kurz vor Weihnachten 1944 starb, noch erleben, dass sein politisches Wirken nicht umsonst gewesen war.
Der badische Liberale Hermann Dietrich verkörperte ähnlich wie Eugen Schiffer die verschlungenen Wege, die der deutsche Liberalismus im 20. Jahrhundert nahm. Sein Lebenslauf wies zunächst typische Merkmale eines wilhelminischen Liberalen auf...
Die FDP weist bislang 11 Generalsekretäre auf, von denen neben dem ersten – Karl-Hermann Flach – vor allem Guido Westerwelle als „starker Generalsekretär“ gilt. Zwischen beiden Amtszeiten gibt es erstaunliche Parallelen.
„Die LDPD stellt ihre Mitarbeit im Demokratischen Block und in allen anderen Blockausschüssen sofort ein“. Dieser Aufmacher auf der Titelseite des liberal-demokratischen Parteiorgans am 5. Dezember 1989 wäre einige Wochen zuvor sicherlich eine Sensation gewesen.
Ganz ähnlich wie im Falle seines Zeitgenossen Sonnemann stößt man noch heute auf zahlreiche Hinterlassenschaften des Verlegers Leopold Ullstein. Seine liberale Ausrichtung war den Konservativen im Kaiserreich und in der Weimar Republik ein Dorn im Auge.
Dem Liberalismus stand Marion Gräfin Dönhoff mit kritischer Sympathie gegenüber, u.a. steuerte sie unter dem Titel "Die liberale Idee ist so stark wie eh und je" einen Beitrag für die Festschrift zum 40. Geburtstag der FDP bei; mehrfach wurde sie mit liberalen Preisen ausgezeichnet.
Auffälliges Kennzeichen in der politischen Vita von Martin Bangemann ist der mehrfache Wechsel zwischen Bundes- und Europapolitik: Aus Sachsen-Anhalt stammend und an der Nordseeküste aufgewachsen, wurde zunächst Baden-Württemberg zu seiner politische Heimat.
Mit seinem zeitweiligen Mitstreiter Karl-Hermann Flach teilte Wolfgang Döring nicht nur das Schicksal, dass sie beide auf dem Höhepunkt ihrer Wirksamkeit vom Tod ereilt wurden, sondern auch die Überzeugung, dass die FDP sich aus der „babylonischen Gefangenschaft“ mit der CDU befreien müsse.
Im Zentrum des politischen Wirkens von Hans Reif stand der Parlamentarismus, zugleich verkörperte er auch anschaulich gesamtdeutsche Kontinuitäten des Liberalismus. In der NS-Zeit „überwinterte“ er in der freien Wirtschaft und verfügte ab 1940 über Kontakte zu Widerstandkreisen.
Es gab Phasen, da war Friedrich Schiller weitaus populärer als sein Weimarer Dioskuren-Pendant Goethe. Davon zeugen die Feiern zum 100. Geburtstag des schwäbischen Dichters im Jahre 1859. Denn diese waren alles andere als eine beschaulich-anmutige Veranstaltung.
Mit Alphons Gaertner verbanden viele Ost-Liberale große, vermutlich zu große Hoffnungen: Er sollte die Krise, in die die LDP nach dem Tod von Wilhelm Külz geraten war, überwinden und die Partei erneut zusammenführen.
Er gehörte zu den größten Rechtswissenschaftlern seiner Zeit und war zugleich ein typischer Vertreter des „staatsorientierten nationalliberalen Gelehrtentums“. Der nahe Husum geborene Georg Beseler verfasste gewichtige Werke zur Rechtsgeschichte und wirkte dabei insbesondere befruchtend auf die Entwicklung des Genossenschaftswesens.
Vermutlich ohne es zu wissen, haben viele Liberale heute noch fast täglich mit einer Hinterlassenschaft des Liberaldemokraten Leopold Sonnemann zu tun: Er war es, der 1856 in Frankfurt am Main eine „Handelszeitung“ gründete, die später in „Frankfurter Zeitung“ umbenannt wurde.
Er war ein hervorragender Kommunalpolitiker und auch seine Bilanz als Reichsminister konnte sich sehen lassen, allerdings ist mit dem Parteivorsitzenden Erich Koch(-Weser) vor allem das gescheiterte Projekt der Deutschen Staatspartei verbunden.
Sein Name verbindet sich heute vor allem mit einem Buch, dessen Titel fast sprichwörtlich geworden ist: „Noch eine Chance für die Liberalen“. Dort wurde auf knapp 100 Seiten in recht populärer Form das Programm eines sozial sensibilisierten, dem Kapitalismus mit kritischer Sympathie gegenüberstehenden Liberalismus umrissen.
Der historische Zufall hat es gefügt, dass am 16. Oktober zwei liberale Persönlichkeiten namens Me/aier das Licht der Welt erblickten. Dabei ist der ältere, der heute seinen 200. Geburtstag feiern kann, inzwischen vermutlich auch in liberalen Kreisen weit weniger bekannt...
Unter den deutschen Nachkriegsliberalen nimmt Reinhold Maier eine beinahe einzigartige Stellung ein: Er stand als Ministerpräsident an der Spitze eines Bundeslandes. Ein Jahr regierte er das neue Bundesland. Danach wollte sich der als „Fuchs aus dem Remstal“ populär Gewordene eigentlich aus der Politik zurückziehen...
Indem er wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs in seiner bergischen Heimat eine Unternehmensberatung ins Leben rief, gehört Gerhard Kienbaum zweifelsohne zu den ökonomischen Gründervätern der Bundesrepublik: Seine heute global tätige Schöpfung zählt in dieser Sparte seit langem zu den ersten Adressen.
Wer wissen will, was mit dem Konzept „Soziale Marktwirtschaft“ ursprünglich gemeint war, der sollte sich mit dem Werk Wilhelm Röpkes befassen. Der 1899 als Sohn eines Landarztes nahe Hannover geborene Wirtschaftswissenschaftler kann als einer ihrer wichtigsten Vordenker gelten.
Im Nachhinein erschien sein Tod als schlimmes Omen für den gesamten Staat: Denn genau drei Wochen, nachdem Gustav Stresemann gestorben war, begann mit dem Schwarzen Donnerstag die große Weltwirtschaftskrise, die für die Weimarer Republik tödlich sein sollte.
In der Abenddämmerung des 30. Septembers vollzog sich im Hof der Prager Botschaft eine Sternstunde deutscher Diplomatie, die gleichzeitig zu den bewegendsten Momenten der jüngeren deutschen Geschichte gehörte: Der liberale Bundesaußenminister konnte mehreren tausend Landsleuten aus der DDR verkünden, dass sie am nächsten Tag in die Bundesrepublik und damit in die Freiheit ausreisen würden.
Ein neugewählter Landtag stimmte im September 1819 seinem Verfassungsentwurf zu, obwohl dieser eine starke Stellung der königlichen Position beinhaltete. Sie beruhte auf einem echten Vertrag zwischen Monarch und „Volk“ - sie konnte im Konfliktfall auch nicht einseitig verändert oder gar aufgehoben werden.
Die Verschwörer vom 20. Juli hatten Hamm als ihren Statthalter in Bayern vorgesehen, weshalb er nach dem gescheiterten Attentat am 2. September 1944 verhaftet und nach Berlin gebracht wurde. Dort stürzte er bei einem Verhör aus dem Fenster und starb, wobei unklar ist, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelte.
Das Jahr 1893 war wie zuvor 1866 und nachher 1918 eines jener ominösen Jahre in der Geschichte des deutschen Liberalismus, die auf eines seiner grundlegenden Probleme hinwiesen: seine mangelhafte Geschlossenheit. Denn damals spaltete sich die nicht einmal ein Jahrzehnt alte „Deutsch-Freisinnige Partei“.
Bei seiner Amtsführung als Bundesjustizminister 1982 war sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, eine von der CDU/CSU angestrebte konservative Wende in der Rechtspolitik zu verhindern, bzw. nach Möglichkeit abzumildern, was auch auf vielen Feldern gelang.
Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte nun der entscheidende Schritt zur Reorganisation des deutschen Liberalismus erfolgen: Mitte September 1859 trafen sich über 150 liberale Persönlichkeiten aus allen deutschen Landen und gründeten den „Deutschen Nationalverein“.
Dass ein Liberaler an der Spitze der neu gegründeten Bundesrepublik stehen würde, war angesichts der Stärke der liberalen Kräfte im Nachkriegsdeutschland nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Die Wahl von Theodor Heuss erfolgte dann auch aus einer politisch zunächst etwas unübersichtlichen Gemengelage...
Eugen Schiffers in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Leben spiegelt die ungeheuren Umbrüche der jüngeren deutschen Geschichte wieder: Als er 1860 in Breslau geboren wurde, hatte Bismarck sein Einigungswerk noch nicht begonnen; als er heute vor 55 Jahren starb, war Deutschland wieder geteilt.
„Viele Jahre eigenen Lebens und Hoffens gehen mit ihm hin.“ Mit diesen Worten kondolierte der große Gelehrte Max Weber Friedrich Naumanns Witwe, als er vom Tod seines langjährigen Freundes und politischen Mitstreiters erfahren hatte.
Der die Geschäfte führende stellvertretende Parteivorsitzende Franz Blücher rief am 17.8.1949 die gewählten Abgeordneten zur konstituierenden Sitzung für den 4. September abends nach Bonn. Tagungsort sollte das Hotel La Roche sein.
Nachdem Wilhelm von Humboldt im Februar 1809 die Leitung der Sektion für Kultus und Unterricht im preußischen Innenministerium übernommen hatte, dauerte es kaum anderthalb Jahre von der Konzeption bis zur Aufnahme des Lehrbetriebs der neuen Alma Mater in Berlin.
Fast genau 10 Jahre nach der 1848er-Revolution meldeten sich die deutschen Liberalen vehement in der Öffentlichkeit zurück. Durch die russische Niederlage im Krimkrieg und den Beginn der „Neuen Ära“ in Preußen war die postrevolutionäre „Reaktions-Zeit“ zu Ende gegangen...
Unter den zahlreichen Unternehmerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts nahm von Mevissen sicherlich einen herausragenden Rang ein, zugleich gehörte er dem berühmten Triumvirat an, das den sog. „rheinischen Liberalismus“ im Vormärz und in der Revolution von 1848 prägte.
Die in Danzig 1874 geborene Arzttochter, verwandt mit der Familie Mendelssohn-Bartholdy, gehörte zu den Wegbereiterinnen der Sozialpolitik und war zugleich führendes Mitglied der bürgerlichen Frauenbewegung. Da in Deutschland das Frauenstudium nicht möglich war, studierte sie in der Schweiz.
Julius Haußmann war der Stammvater einer liberalen Familiendynastie in Württemberg, mit der man die Verbindungslinie von der 1848er-Revolution zur FDP schlagen kann. Zugleich zeigt sich an der Familie Haußmann exemplarisch die wandelnde Rolle, die der deutsche Liberalismus in den letzten zwei Jahrhunderten gespielt hat.
Den unter preußischer Führung stehenden Truppen der vereinigten Fürsten waren die Badener nicht gewachsen und zogen sich nach mehreren verlorenen Gefechten auf die Festung zurück, wo sich Revolutionsanhänger aus ganz Deutschland und den Nachbarländern einfanden.
Als Friedrich Naumann den Vorsitz der noch jungen DDP übernahm, war dies eher die Wahl eines Außenseiters als die eines Favoriten. Trotz über 15jähriger Zugehörigkeit zum Freisinn fehlte Naumann immer noch etwas der (partei-)liberale Stallgeruch.
Die zweite Wahl eines Bundespräsidenten wurde zum persönlichen Triumph für Theodor Heuss: Als Kandidat aller Bundestagsparteien – nur die noch in einigen Landtagen vertretene KPD tanzte aus der Reihe – wurde er in Berlin mit überwältigender Mehrheit im ersten Wahlgang wieder an die Staatsspitze gewählt.
Bekannt wurde Theodor Eschenburg als „Praeceptor Germaniae“, der als einflussreicher Politikwissenschaftler und „Zeit“-Publizist unermüdlich für eine demokratisch-freiheitliche politische Kultur in der noch jungen Bundesrepublik warb und über deren Grundstrukturen reflektierte.
Dass der Liberalismus entgegen einem lang gepflegten Vorurteil weit über das sog. „Besitzbürgertum“ hinausgreift, erweist sich auch am Beispiel von Walter Scheel, der heute vor 90 Jahren in Solingen geboren wurde.
Aus heutiger Sicht scheint die Rede wenig spektakulär, eher noch ganz im Zeichen der engen Anbindung an die SED zu stehen, die der LDPD-Vorstand über lange Zeit pflegte. Doch zeitgenössisch erregte sie erhebliches Aufsehen, so dass sie sogar im Westen publiziert wurde.
1909 nahm Agnes von Zahn-Harnack als eine der ersten Frauen in Deutschland ein Studium auf, zusammen mit Marie-Elisabeth Lüders, mit der sie seitdem eine enge berufliche, politische und freundschaftliche Beziehung verband. Beide gehörten nach 1918 der linksliberalen DDP an.
Ausgerechnet ein liberaler Minister, Friedrich Römer, erteilte dann 18. Juni 1849 die Ordre zur Auflösung des verbliebenen Restes der Nationalversammlung, welche umgehend umgesetzt wurde. Dieses traurige Ende konnte nichts an der großartigen Verfassungsarbeit der Paulskirche ändern.
Im „Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie“ vereinigten sich vor 100 Jahren innerhalb kurzer Zeit rund 600 Verbände aus Industrie, Handwerk und Gewerbe sowie 250.000 Einzelmitglieder. Die liberale Ausrichtung des Hansabundes setzte sich später vollends durch...
Der erste ordentliche Parteitag der Freien Demokraten 1949 war zugleich auch der erste „Wahlparteitag“, da zwei Monate später die ersten Bundestagwahlen stattfinden sollten. Bremen stand ganz im Zeichen innerparteilicher Geschlossenheit.
Aus liberaler Sicht kann Theodor Barth als der eigentliche politische Mentor Friedrich Naumanns gelten. Denn anders als der ein Jahrzehnt jüngere Pfarrer aus Sachsen - ursprünglich im konservativen Lager -, war Barth von Anfang an ein in der Wolle gefärbter Liberaler.
Müller-Meiningen sen. unterstützte die Bestrebungen Friedrich Naumanns zur Einigung des Linksliberalismus und spielte dann eine führende Rolle in der 1910 als linksliberaler Zusammenschluss gegründeten „Fortschrittlichen Volkspartei“.
Zu den bekannten liberalen Politikern ist Otto Fischbeck sicherlich nicht zu rechnen, dafür aber zu den in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts einflussreichsten. Fischbeck verkörperte gewissermaßen als Nachlaßverwalter Eugen Richters die Kontinuität zwischen wilheminischen und Weimarer Linksliberalismus.
Wohl kaum jemand ahnte 1974, als Hans-Dietrich Genscher von Walter Scheel das Auswärtige Amt übernahm, dass dies der Beginn einer rekordverdächtigen Amtszeit war: Bismarck vielleicht ausgenommen hat niemand die deutsche Außenpolitik so lange geleitet wie Genscher.
Als Gustav Heinemann zu Ende seiner Amtszeit erklärte, er werde nicht wieder bei der Wahl zum Bundespräsident kandidieren, wäre Willy Brandt eigentlich der „geborene“ Nachfolger an der Spitze der Bundesrepublik gewesen. Brandt verzichtete und Vizekanzler Scheel erkannte wieder einmal die Gunst der Stunde.
Obwohl von Hause aus Diplomat galt Karl Georg Pfleiderer wegen seiner deutschlandpolitischen Positionen eine Zeit lang als „Enfant terrible“ der FDP-Bundestagsfraktion. Der Stuttgarter entwickelte sich im Auswärtigen Dienst zum Experten für Osteuropa, speziell für die Sowjetunion.
Es war aus liberaler Sicht der vorläufige Schlusspunkt unter die Grundgesetzberatungen. Dabei wollte der liberale Fraktionsvorsitzende keine staatsrechtliche Abhandlung geben, sondern eine politische Rede „mit Fechten nach allen Seiten“ halten.
Politisch stand er lange Zeit im Schatten seines zwei Jahre älteren Bruders Wilhelm, der zunächst eine grundlegende Theorieschrift des frühen Liberalismus verfasst und sich dann einen Namen als tatkräftiger Mitstreiter der preußischen Reformer um Stein und Hardenberg gemacht hatte.
Zweifelsohne hat Eduard Simson Parlamentsgeschichte geschrieben, denn gleich zwei Mal war er maßgeblich an der Installation der Kaiserwürde beteiligt: einmal erfolglos 1849 und dann mit mehr Erfolg 1870.
Als Sohn eines SPD-Politikers machte Ralf Dahrendorf sich zunächst einen Namen als innovativer Soziologe, ehe er Mitte der 1960er-Jahre in die Sphäre der Politik vorstieß. Nicht zuletzt dank seiner intimen Kenntnis des Marxschen Werkes wandelte sich der ursprüngliche Sozialdemokrat zum Liberalen.
Er galt als der „amerikanischste“ unter den Industriellen im Deutschen Reich. Aus einem in Mühlheim/Ruhr ansässigen Transportunternehmen schuf Hugo Stinnes binnen weniger Jahrzehnte einen riesigen Konzern, der schon vor 1914 u. a. im Bergbau, der Stahlproduktion und Elektrizitätserzeugung aktiv war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der deutsche Liberalismus auch Zuzug von Leuten, die vor 1945 alles anders als liberal gewesen waren. Die für die frühe Bundesrepublik insgesamt sehr virulente Problematik der „Ehemaligen“ wird sehr gut deutlich am Beispiel des langjährigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten Achenbach.
Als am 3. April 1849 eine Parlamentsdelegation in Berlin mit dem Preußenkönig zusammentraf, erlebte sie eine Überraschung: Der wankelmütige Monarch lehnte die ihm angebotene Krone zwar verklausuliert, aber doch unüberhörbar ab. Die Nationalversammlung stand von einem politischen Scherbenhaufen.
Endlich kam das große Werk zum Abschluss, nachdem mancher Revolutions-Anhänger schon unruhig geworden war: Am 27. März 1849 wurde nach zehnmonatiger Beratung mit der „Verfassung des deutschen Reiches“ die erste gesamtdeutsche Konstitution von der in Frankfurt tagenden Nationalversammlung verabschiedet.
Als Franz Blücher im März 1959 in Bad Godesberg verstarb, lag der Höhepunkt seiner steilen politischen Karriere fast genau ein Jahrzehnt zurück: Im ersten Kabinett Adenauer war er „Stellvertreter des Bundeskanzlers“ und damit – scheinbar - der zweitmächtigste Mann.
Wenige Monate nach ihrem 80. Geburtstag verstarb Bäumer und wurde in Bielefeld beerdigt. In der kollektiven Erinnerung haften blieb vor allem ihr frauenpolitisches und pädagogisches Engagement aus ihren früheren Jahren; zahlreiche deutsche Bildungseinrichtungen tragen ihren Namen.
Am 27. Januar 1959 hatte sich die FDP-Bundestagfraktion auf den „Grundriss eines deutschen Friedensvertrags“ geeinigt, der am 20. März der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde. Seine Stoßrichtung wurde in die Formel „Wiedervereinigung durch Friedensvertrag“ gefasst.
Der 1823 in Mainz geborene Sohn eines jüdischen Bankiers und promovierte Jurist war ein glühender Anhänger der Revolution von 1848. Für sein publizistisches und parteipolitisches Engagement wurde er sogar zum Tode verurteilt, wessen er sich durch den Gang ins Exil in Westeuropa entziehen konnte
Wolfgang Haussmann (1903-1989) konzentrierte sein politisches Engagement ganz auf seine württembergische Heimat, wo er 1920 in die DDP eintrat. 1945 gehörte er zu den treibenden Kräften, die auf die Wiederbelebung einer eigenständigen liberalen Partei setzten.
Ende 1953 befand sich die Bundes-FDP in einer schwierigen Situation: Einerseits wurde sie seit längerem von innerparteilichen Flügelkämpfen zwischen so genannten Nationalliberalen und Alt-Liberalen geschüttelt...
1969 war aus zeitgenössischer Perspektive ein Superwahljahr. Bundespräsident und Bundeskanzler mussten neu gewählt werden, die FDP stand in Opposition zur Großen Koalition. Diese hatte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für das höchste Staatsamt einigen können...
Als vermeintlich erster Schritt in Richtung liberaler Sammlungspartei kam am 5. März 1884 die Fusion der „Liberalen Vereinigung“ mit der „Deutscher Fortschrittspartei“ zustande. Unter dem Namen „Deutsch-Freisinnige Partei“ gab man sich ein Programm, das dezidiert auf Freihandel und ein nicht vom Staat gelenktes Sozialsystem setzte.
Ende Februar 1949 versammelte sich die Partei in Eisenach, um eine neue Führung zu wählen und sich endlich ein Programm zu geben. Der Parteitag stellte die letzte große Manifestation der ursprünglichen liberalen Grundlagen dar, in deren Zeichen die LDP 1945 angetreten war.
Recht ungewöhnlich verlief die politische Karriere von Johannes Dieckmann. Den 1893 nahe Bremen geborenen Pfarrerssohn verschlug es als Funktionär von Stresemanns DVP - er wurde später Präsident der – nicht gewählten – DDR-Volkskammer.
Ähnlich wie Eduard Lasker, dem er nur wenige Wochen später ins Grab folgte, verkörperte auch Aaron Bernstein die enge Verbindung von Liberalismus und Judentum, die die liberale Bewegung im 19. und frühen 20. Jahrhundert auszeichnet.
Theodor Heuss gilt bis heute als glückliche Verkörperung des Schwabentums. Tatsächlich wurde er am 31.1.1884 im nordwürttembergischen Brackenheim nahe Heilbronn geboren und behielt zeit seines Lebens sowohl eine gewisse dialektale Einfärbung als auch eine enge Beziehung zu seiner Heimat bei.
Zu Beginn des Jahres 1969 hatten sich die anfänglichen Hoffnungen, die mit der Großen Koalition verbunden gewesen waren, längst verflüchtigt. Wie auf vielen politischen Feldern war auch ihre Deutschlandpolitik inzwischen von Stillstand gekennzeichnet. Die oppositionelle FDP nutzte dies zu einem parlamentarischen Vorstoß.
Knapp 51 Jahre, nachdem die Verfassung für den Norddeutschen Bund und das spätere Kaiserreich verabschiedet worden war, waren die Deutschen 1919 erneut aufgerufen, eine verfassungsgebende Nationalversammlung zu wählen.
Die politische Biographie von Eduard Lasker steht vor allem für zweierlei: Für die Chancen, die der Liberalismus in den Augen des jüdischen Bürgertums bot und für die konstruktive Rolle des Nationalliberalismus im Jahrzehnt der Reichsgründung.
Aufgrund eines Vertrags vom März 1833 schlossen sich am 1. Januar 1834 etliche süd- und mitteldeutsche Staaten mit Preußen zu einem Deutschen Zollverein zusammen. Er zielte auf die Schaffung eines deutschen Binnenmarktes durch Beseitigung von 38 innerdeutschen Zollgrenzen.
Ende des Jahres 1848 hatte die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die Beratungen über die neue Verfassung fortgeführt und verabschiedete nun deren Herzstück, die „Grundrechte des deutschen Volkes“. Es war ein sehr eigenständiger, auf die deutschen Verhältnisse zugeschnittener Rechtskodex.
Die Aktion war im Grunde genommen aus der Defensive geboren, denn eigentlich standen die Zeichen auf Überwindung der Spaltung, die den deutschen Liberalismus seit über einem halben Jahrhundert geprägt hatte: Am Ende des Ersten Weltkrieges hatten sich die Führungen der Nationalliberalen und des Freisinns weitgehend darauf geeinigt, fortan organisatorisch zusammenzugehen.
Es war wohl das erste Mal beim Tod eines Staatsoberhauptes während des 20. Jahrhunderts, dass die große Mehrheit der Deutschen Trauer empfand. Mit der Ausnahme von Reichspräsident Friedrich Ebert hatten alle Vorgänger von Theodor Heuss, vom Kaiser bis zum Großadmiral, sich politisch nicht solche Meriten erworben, dass ihr Tod spontan große Emotionen erweckt hätte.

Prof. Dr. Jörg Hoffmann, Gisela Bock, Johannes Hohenthaner (v.l.)
Die Versammlung war ein Meilenstein in der Geschichte des deutschen Liberalismus, doch die Anwesenden waren, wie das einzige erhaltene Fotodokument eindrucksvoll zeigt, eher von Sorgen als von Freude bestimmt: Eigentlich sollte in Heppenheim, dem alten Traditionsort von 1848, die jahrzehntelange Spaltung der deutschen Liberalen überwunden und endlich eine alle Flügel umfassende Partei gegründet werden.
Ironischerweise sollte sich die schwere Niederlage im Krieg von 1806 für Preußen nachträglich als Glücksfall erweisen: Denn nun kamen diejenigen Kräfte an der Staatsspitze zum Zuge, die die preußische Monarchie an Haupt und Gliedern reformieren wollten. Einer ihrer Köpfe war der nassauische Freiherr Karl vom Stein, 1807/1808 leitender Minister Preußen.
Die Sprachlosigkeit des liberalen Bürgertums nach der sog. „Novemberrevolution“ währte nur kurz. Bereits eine Woche nach dem Ende der Monarchie meldete es sich vehement zurück und forderte lautstark politische Teilhabe, um die öffentliche Diskussion nicht allein den Sozialisten aller Couleur zu überlassen.
Der Schritt war wenig auffällig, wohl aber kursweisend: Am 15. November 1918 berief der „Rat der Volksbeauftragten“, der seit dem Sturz der Monarchie wenige Tage zuvor die deutsche Regierung bildete, den Berliner Staatsrechtler Hugo Preuss zum Staatssekretär des Inneren.
Als Sohn eines liberalen jüdischen Schriftstellers hat Wolfgang Natonek (1919-1994) die Auswirkungen der beiden Diktaturen in Deutschland intensiv am eigenen Leib erfahren: Zunächst wurde er als „Halbjude“ drangsaliert und sozial ausgegrenzt, dann als Verfechter bürgerlich-liberaler Werte von der SED und ihren Helfern verfolgt.
Sein Tod machte Robert Blum (1807-1848) fast unsterblich, denn wenn nach den Mitgliedern der Frankfurter Nationalversammlung gefragt wird, dann fällt neben Heinrich von Gagern heute noch vor allem sein Name. Zwar verfügte er als führender Vertreter der parlamentarischen Linken nicht über den Einfluss des gemäßigt-liberalen Parlamentspräsidenten, dafür war sein Leben bis dahin weit spektakulärer verlaufen als bei dem hessischen Freiherren.
Der Stand der Ost-West-Beziehungen war im Herbst 1983 nicht gut. Hans-Dietrich Genscher suchte die Kontinuität der deutschen Außenpolitik herauszustellen und nutzte einen Staatsbesuch im damals blockfreien Finnland zu einem Appell an die Vernunft aller Beteiligten, insbesondere aber an die sowjetische Seite.
Er gehörte sicherlich nicht zu den auffälligsten Größen der DDP, obwohl er immerhin acht Jahre für sie im Reichstag gesessen hat. Der Leipziger Ordinarius für Kultur- und Universalgeschichte Walter Goetz (1867-1958) war schon als junger Mann Friedrich Naumanns „National-sozialem Verein“ beigetreten und auf diesem Wege zum Linksliberalismus gekommen.
Jugendliche hatten während der Anfangsjahre in der LDP(D) eine besondere Rolle gespielt, sie stellten anfangs rund ein Viertel der Parteimitglieder und waren in erster Linie die Träger des Widerstandes gegen die SED; viele junge Liberaldemokraten wurden dann auch Opfer des Stalinismus.
Werner Maihofer, der heute seinen 90. Geburtstag begeht, hat auf die programmatische Entwicklung der FDP großen Einfluss genommen; gleich zwei Programme tragen seine Handschrift: die „Freiburger Thesen“ von 1971 und die „Wiesbadener Grundsätze“ von 1997.
Obwohl die Ausgangslage eigentlich gut gewesen war, hatten die Liberalen bei der Bundestagswahl im September 1953 ein Minus von gut 2 Prozentpunkten eingefahren. Verantwortlich machte man dafür u. a. die schwache Profilierung liberaler Spitzenpolitiker gegenüber Kanzler Adenauer und Wirtschaftsminister Erhard. Ändern sollte dies der bekannt temperamentvolle bayrische FDP-Vorsitzende Thomas Dehler.
1961 hatte die FDP – aus der Opposition heraus – mit 12,8 % einen grandiosen Wahlsieg errungen, nicht zuletzt deshalb, weil sie Hoffnungen auf einen Wechsel im Kanzleramt eröffnete: Der weit über 80jährige Adenauer sollte durch einen jüngeren Politiker ersetzt werden. Favorit der FDP war Ludwig Erhard, der eigentlich als „Liberaler“ galt.
Der letzte kaiserliche Kanzler Max von Baden hatte mehrere Freisinnige in seiner Regierung. Neben Vizekanzler Friedrich von Payer war dies Conrad Haussmann (1857-1922), der am 14. Oktober 1918 zum „Staatssekretär ohne Portefeuille“ berufen wurde und damit nun, da das Kaiserreich keine Reichsminister kannte, in die Reichsleitung aufrückte.
Für einen liberalen Spitzenpolitiker hatte Anton Erkelenz (1878-1945) einen recht ungewöhnlichen Hintergrund: Er entstammte einer katholischen Handwerkerfamilie und wurde selbst zunächst Schlosser.
Die Delegierten beim 39. Parteitag der FDP in Wiesbaden hatten die Wahl. Gleich zwei politische Schwergewichte bewarben sich um die Nachfolge des nach Brüssel gehenden FDP-Vorsitzenden Martin Bangemann: der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und die frühere FDP-Generalsekretärin und amtierende Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Irmgard Adam-Schwaetzer.
Normalerweise assoziiert man beim Stichwort „Gewerkschaften“ nicht unbedingt liberales Gedankengut, aber auch in der deutschen Gewerkschaftsbewegung hat es durchaus liberale Stränge gegeben: Zu den ältesten gewerkschaftlichen Organisationen gehören die „Gewerkvereine“, nach ihren beiden Gründern Franz Duncker und Max Hirsch (1832-1905) „Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine“ genannt.
Auf den ersten Anschein war es die unpolitische Versammlung einer weiteren Berufsgruppe, wie sie um die Mitte des 19. Jahrhundert Mode wurde: Vom 20. bis 24. September 1858 trafen sich im thüringischen Gotha die „Volkswirte“. Doch dahinter steckte mehr...
In der Weimarer Republik stand sein Name für überragenden Journalismus: Theodor Wolff (1868-1943) gehörte während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten politischen Kommentatoren.
Entsprechend der föderalen Struktur des Landes weist der deutsche Liberalismus viele regionale Zentren und Ausprägungen auf. So sprach man im 19. Jahrhundert vom rheinischen, ostpreußischen oder kurhessischen Liberalismus. Die langlebigste und wohl auch bekannteste Regionalgründung erfolgte am 19. September 1868 in Stuttgart.
Der Schritt war politisch fällig, aber nicht unproblematisch: Die Bundesrepublik wollte und sollte in die UNO aufgenommen werden. Nur waren die Deutschen 1973 keine normale, sondern eine geteilte Nation, überdies mit einer ehemaligen Hauptstadt unter Vier-Mächte-Verantwortung.
Sie war zeitweise die engste Mitarbeiterin von Friedrich Naumann und verkörperte über ein Jahrzehnt lang die weibliche Spitze der DDP: Als Gertrud Bäumer am 12. September 1873 in dem heute zu Hagen gehörenden Hohenlimburg geboren wurde, deutete wenig auf eine solche politische Karriere hin.
Es war eine kleine, aber feine Runde, die sich am Vorabend des historischen Tages in einem Bonner Lokal traf. Die Fraktion nahm unter der Führung von Theodor Heuss – im Gegensatz zum Wirtschaftsrat – schnurstracks einen Platz in der Mitte des Plenums ein und nutzte diese Mittlerrolle weidlich aus, die noch durch das Patt zwischen den Volksparteien verstärkt wurde.
Wer heute mit genossenschaftlichen Einrichtungen wie Volksbanken oder Winzergenossenschaften zu tun hat, weiß selten, dass es sich dabei um urliberale Institutionen handelt: Die ersten modernen Genossenschaften wurde um 1850 in der preußischen Provinz Sachsen von dem Richter Hermann Schulze (1808-1883) gegründet.
Der plötzliche Tod ihres Generalsekretärs bedeutete für die Liberalen einen schweren Schock, wurden sie doch eines großen Hoffnungsträgers beraubt.
Zweifellos hatte das Ereignis die deutschen Fürsten unter Führung des österreichischen Kanzlers Metternich alarmiert: Ende Mai 1832 hatten gut 25.000 Menschen auf der Hambacher Schlossruine friedlich für Einheit und Freiheit der Deutschen demonstriert.
Gustav Stresemann war wahrlich nicht zu beneiden, als er Mitte August 1923 an der Spitze einer „großen Koalition“ von Liberalen, politischem Katholizismus und Sozialdemokratie die Kanzlerschaft übernahm: Die Mark war ins Bodenlose gefallen, das Ruhrgebiet von den Franzosen zur Erzwingung von Reparationen besetzt und in Bayern und Mitteldeutschland griffen Extremisten nach der Macht.
Sowohl zu Lebzeiten als auch im Nachleben hat Eugen Richter (1838-1906) gerade auch unter den liberalen Gesinnungsgenossen eine starke Polarisierung ausgelöst: Die einen sehen in ihm einen standhaften und wortgewaltigen Verteidiger liberaler Grundpositionen, die anderen machen seine starre politische Strategie für den Niedergang des (Links-)Liberalismus Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich.
Der allseits bekannte Mann kam nicht mehr dazu, seine neue Rolle richtig anzunehmen: Kaum im thüringischen Reuß in die Frankfurter Nationalversammlung nachgewählt, verstarb er, ohne einmal in der Paulskirche zu Wort gekommen zu sein.
Der promovierte Volkswirt Gustav Stolper (1888-1947) war ab 1925 journalistisch in Berlin tätig, nachdem er sich in seiner österreichischen Heimat bereits einen Ruf als Wirtschafts- und Finanzexperte erworben hatte. Er stieß zur Deutschen Demokratischen Partei, deren Wirtschaftsprogramm er formulierte und für die er von 1930 bis 1932 im Reichstag saß.
Den Todesstoß versetzte man der liberaldemokratischen Unabhängigkeit in Thüringen, indem am 23. Juli 1948 während einer Sitzungspause des Landtags der angesehene Fraktionsvorsitzende verhaftet wurde.
Bei der Jubiläumsveranstaltung in Wiesbaden zum 50-jährigen Stiftungsgeburtstag standen die Auslandsarbeit und das Archiv im Mittelpunkt.
In der politischen Biographie und dem politischen Wirken von Liselotte Funcke, geboren am 20. Juli 1918, spiegelt sich die Geschichte des westdeutschen Liberalismus wieder.
1848 wurde er für Holstein in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, wo er – Fraktionskollege von Heinrich von Gagern - ein zwar wenig im Plenum hervorgetretener, aber dennoch sehr einflussreicher Parlamentarier war, der sich vor allem im Verfassungsausschuss hervortat.
Eine knappe Woche nach der DDP ergab sich auch die nationalliberale Schwesterpartei DVP in ihr Schicksal: Nachdem bereits Kommunisten und Sozialdemokraten verboten waren und die Deutschnationalen sich selbst aufgelöst hatten, resignierte auch der DVP-Vorsitzende Eduard Dingeldey (1886-1942).
Auch in der Theodor-Heuss-Akademie wurde das Gründungsjubiläum der Stiftung jetzt gefeiert. Ein Höhepunkt: die Enthüllung eines wiederentdeckten Heuss-Porträts.
Bereits vor der sog. nationalsozialistischen „Machtergreifung“ am 30.1.1933 waren die beiden liberalen Parteien in schweren Krisen geraten; in der aufgeputschten und von Gewalt geprägten Atmosphäre am Ende der Weimarer Republik fanden sie kaum noch Unterstützung durch die Wähler.
Der für Ende Juni 1953 in Lübeck angesetzte Parteitag der FDP, auf dem eigentlich ein Wahlprogramm beschlossen werden sollte, stand ganz im Zeichen des Aufstandes vom 17. Juni in der DDR. Die Liberalen schoben deshalb eine Kundgebung an der innerdeutschen Grenze ins Programm ein, mit der an die Opfer des Aufstandes und den offenkundigen Freiheitswillen der ostdeutschen Mitbürger erinnert werden sollte.
Am Ende ihrer langen politische Karriere hat man Marie-Elisabeth Lüders (1878-1966) mit freundlichem Spott „einen der wenigen Männer in der FDP“ genannt. Ihr ging zeit ihres Lebens der Ruf einer resoluten und streitbaren Frau heraus.
Der Begriff „Währungsreform“ bezeichnet nur einen Teil jener grundlegenden wirtschaftspolitischen Wende, die sich Mitte Juni 1948 vollzog und vor allem mit dem Namen Ludwig Erhard verbunden ist.
Franz Duncker (1822-1888) verkörpert die großartige liberale Tradition der deutschen Hauptstadt: Er verlegte die „Berliner Volks-Zeitung“ und war langjähriger Landtags- und Reichstagsabgeordneter.
Karl Hamanns (1907-1973) politische Karriere endete schrecklich: Im Dezember 1952 ließ die SED den liberal-demokratischen Minister für Handel und Versorgung als Sündenbock für die schlechte Versorgungslage verhaften, später wurde er in einem Geheimprozess zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt.
Die Biographie des zweiten Hohenzollern auf dem Kaiserthron war von Tragik umweht: Sein Vater, Kaiser Wilhelm I., wurde über 90 Jahre alt, er selbst regierte schon unheilbar krank nur 99 Tage, ehe dann – zum Schaden Deutschlands – sein Sohn Wilhelm (II.) mit 29 Jahren den Thron bestieg.
Nach vielen privaten Reisen hatte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 11. Juni 1988 seinen ersten „öffentlichen“ Auftritt in der DDR: Bei einer Tagung des „Institute for East-West-Security-Studies“ hielt er in Potsdam eine Grundsatzrede über eine europäische Friedensordnung.
Am Grab Friedrich Naumanns hat Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender der Stiftung, geimansam mit dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied Rolf Berndt einen Kranz niedergelegt.
Der Tag der offenen Tür in Potsdam markierte das Ende einer famosen Jubiläumswoche zum 50. Geburtstag der Stiftung. Zum Ausklang gab's ein Feuerwerk.
Der in Neuruppin 1842 geborene Bankier Johannes Kaempf vertrat seit 1903 den ersten Berliner Wahlkreis und damit das Zentrum der Hauptstadt, das zwischen 1867 und 1918 nur liberale Abgeordnete in den Reichstag entsandte. Wegen seiner Verdienste um Berlin wurde er 1899 als „Stadtältester“ gewürdigt; 1912 wählte ihn der Reichstag an der Spitze eines rein liberalen Präsidiums zum Reichstagspräsidenten.
Kriegsbedingt war der Auftakt sehr unspektakulär; lediglich in einer Notiz für die Leser der „Hilfe“ wurde darauf hingewiesen, dass am 22. Mai 1918, abends 8 Uhr, am Berliner Kronprinzenufer 27 (heute Ludwig-Erhard-Ufer) die „Staatsbürgerschule“ ihren Vorlesungsbetrieb aufnahm.
Auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrer Gründung hat die Stiftung ihren runden Geburtstag mit einem Festakt gefeiert, in Bonn, im alten Plenarsaal des Bundestages.
Bundespräsident Theodor Heuss setzte als erster seine Unterschrift unter die Gründungsurkunde. Damit und mit der Namensgebung nach seinem großen Lehrer und Vorbild Friedrich Naumann gab er die Richtung vor: Eine liberale Staatsbürgerschule sollte es werden.
50 Jahre Stiftungsgeschichte bieten genügend Stoff für eine eigene Jubiläumsseite. Lassen Sie sich von den vielen, teils interaktiven Inhalten überraschen…
Mit Glockengeläut, Böllerschüssen und Jubelrufen begann am 18. Mai 1848 eine von den deutschen Liberalen sehnsüchtig erwartete neue Zeit: In der Frankfurter Paulskirche trat das erste deutsche Nationalparlament zusammen. Nie wieder sollte es eine so gebildete und liberale Volksvertretung geben, denn fast alle demokratisch gewählten Abgeordneten hatten einen bürgerlich-liberalen Hintergrund, auch wenn sich nur gut die Hälfte von ihnen zu den liberalen Fraktionen wie Casino oder Westendhall bekennen sollte.
Das Stiftungsjubiläum tritt in seine heiße Phase. Mit Anzeigen und einer Postkartenaktion macht die Stiftung deutschlandweit auf ihren 50. Geburtstag aufmerksam.
Der 1865 in Oldenburg geborene Jurist machte zunächst in der sächsischen Justizverwaltung und am Reichsgericht Karriere; 1907 wurde er in Dresden für die Nationalliberalen in den Reichstag gewählt, dem er auch von 1920 bis zu seinem Tod für die DVP angehörte. Seit Mitte 1918 sächsischer Justizminister leitete er im Herbst 1918 kurzzeitig die letzte kgl.-sächsische Regierung.
Der in Leipzig 1833 geborene und in Kiel seit 1863 lehrende Juraprofessor war einer der bekanntesten Parlamentarier, der die Linksliberalen fast drei Jahrzehnte im Reichstag vertrat. Innerhalb des Freisinns vertrat er eine eher föderale Position, die sich vor allem in der Forderung nach mehr Autonomie für die Schleswig-Holsteiner ausdrückte, welche 1866 von Preußen annektiert worden waren.
Dass Gustav Stresemann einmal zu den bekanntesten deutschen Politikern gehören und der erste deutsche Friedennobelpreisträger sein würde, war ihm keineswegs in die Wiege gelegt. Als jüngster Sohn eines kleinbürgerlichen Bierhändlers war er ein echter Selfmademan.
Obwohl damals bereits weit über 70 Jahre alt, traf der Tod Wilhelm Külz, den Vorsitzenden der ostzonalen LDP(D), doch überraschend und riss ihn mitten aus seiner politischen Arbeit heraus: Der ehemalige Reichsminister und Oberbürgermeister von Dresden war seit Ende 1945
die Integrationsfigur für die Liberaldemokraten, die die bei weitem größte liberale Organisation in der unmittelbaren Nachkriegszeit stellten.
Obwohl es mitunter anders scheint: Der Liberalismus war nie nur eine „männliche Angelegenheit“. Zu jenen Frauen, die, als 1908 ihnen ein politisches Engagement offiziell möglich wurde, sich sofort dem Liberalismus anschlossen, gehörte auch Helene Lange.
Der Liberale Ludwig Quidde gehört sicherlich zu den unbekannteren Trägern des Nobelpreises. Dabei war er der zweite Deutsche, der - ein Jahr nach Gustav Stresemann - den Friedensnobelpreis 1927 verliehen bekam.
Ende Februar 1848 war in Frankreich wieder einmal eine Regierung gestürzt worden. Die politische Bewegung griff sofort auf Deutschland über und erreichte Mitte März die preußische Hauptstadt.
Vor 25 Jahren: Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 bestätigen die Wähler die neue christlich-liberale Koalition Kohl/Genscher.
Anfang März 1948 schlägt die FDP für den Posten des Wirtschaftsdirektors im Wirtschaftsrat für die britisch-amerikanische Bizone Ludwig Erhard vor.
Johannes (von) Miquel wurde heute vor 180 Jahren geboren. Er steht für die Wandlungen, die mancher Liberaler des 19. Jahrhunderts vollzog.
Vor 180 Jahren: Preußen und Hessen-Darmstadt schließen ein Zollabkommen - es entsprach sowohl liberalen Vorstellungen als auch der preußischen Staatsräson.
Am 10. Februar 1948 schließt der LDP-Vorstand den Landesverband Berlin aus und leitet damit die Spaltung der Liberalen in Berlin ein.
Als Student in Rostock engagierte sich Esch, geboren heute vor 80 Jahren, in der LDP. Die Sowjets verhafteten ihn wenige Tage nach Gründung der DDR.
Heute vor 135 Jahren wurde Hermann Höpker Aschoff in Herford geboren. Der Westfale verkörpert die Kontinuität des deutschen Liberalismus Mitte des 20. Jahrhunderts.
Beim FDP-Parteitag heute vor 40 Jahren in Freiburg, kommt es zum Wechsel an der Spitze: Erich Mende macht den Weg für Walter Scheel frei.
Anfang 1968 bahnt sich in der FDP ein umfassender Personalwechsel an. Auftakt dazu: Neuer Fraktionsvorsitzender wird Wolfgang Mischnick.
Der 18.1.48 bedeutet das Ende für die zehn Monate zuvor gegründete gesamtdeutsche Dachorganisation der Liberalen, die Demokratische Partei Deutschlands.
2008 bringt für den deutschen Liberalismus zwei runde Geburtstage: Im Mai kann die Stiftung für die Freiheit ihren 50., im Dezember die FDP als Bundespartei ihren 60. feiern.
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres der Stiftung ist der Vorstandsvorsitzende mit einem Papier unter dem Titel „Für Freiheit und Fairness“ an die Öffentlichkeit gegangen.