surF - Liberales im Netz Nr. 03 | 12. November 2008
Für "Aufstieg durch Bildung" setzt sich Lord Ralf Dahrendorf seit einem halben Jahrhundert ein. Im einem lesenswerten SPIEGEL-Interview spricht der deutsch-britische Soziologe und Politiker über die Bildungsrepublik, Gefummel an der Schulpolitik und zu niedrige Steuern für Akademiker. Vielleicht Gelegenheit, wenn man schon mal beim Dahrendorf-Schmökern ist, auch einen Blick in die Festrede des ehemaligen Stiftungsvorsitzenden zu werfen, die dieser am 19. Mai beim Festakt der Stiftung zu ihrem 50-jährigen Bestehen gehalten hat.
Es ließe sich trefflich darüber streiten, ob die Bildungs- oder die Klimapolitik das drängende Problem der Zeit ist - für Michael Miersch läuft in Sachen Klimapolitik bekanntermaßen so ziemlich alles schief. Er ruft jetzt in der WELT den Ökonomen Hans-Werner Sinn in den Zeugenstand. Der, so Miersch, hat zwar keine Zweifel an der drohenden Klimakatastrophe, hält aber die Art und Weise des Gegensteuerns für baren und vor allem teuren Unsinn. Hans-Werner Sinns bester Vorschlag, so Miersch, wäre ziemlich einfach und höchst effizient: Mehr Wälder! "Die Waldfläche Deutschlands bindet etwa 1,1 Gigatonnen Kohlenstoff. Das ist fünfmal so viel, wie das Land pro Jahr emittiert. Wir sollten mehr Förster exportieren."
Etwa 160.000 Deutsche haben von derlei Themen jedes Jahr genug und wandern aus. Als Ziel hat das klassische Einwandererland Neuseeland schon lange gute Konjunktur, Liberale unter den Auswanderern werden sich künftig möglicherweise erst recht zu den Kiwis hingezogen fühlen, denn dort bahnt sich eine Regierungsbeteiligung der Radikal-Liberalen ACT an. Die Association of Consumers and Taxpayers wurde 1992 von Roger Douglas gegründet, nachdem er seiner Partei den Rücken gekehrt hat - zunächst nur als Interessenverband, ab 1994 dann als politische Partei. So fordern ACT u.a. eine Flat-Tax mit einem Satz von 15%, außen-/sicherheitspolitisch eine enge Anlehnung an die USA, Maßnahmen gegen den Klimawandel werden abgelehnt.





