Navigation

Zur Startseite

Inhalt

surF - Liberales im Netz Nr. 127 | 13. Juli 2011

Wie tickt der Zeitgeist? Entschleunigt und sanft, im Farbspektrum eher schwarz-grün, skeptisch dem Wachstum gegenüber aber im unerschütterlichen Glauben an den drohenden Weltuntergang? surF hat Zeitgeistiges der Woche zusammengetragen.

 

"Wachstum und Fortschritt: Reizwörter einer törichten Debatte", so heißt ein Beitrag bei NovoArgumente von Günter Ropohl, der eine Diskussion aufgreift, die derzeit en vogue ist: Die Frage nach einem neuen Wachstumsbegriff. Für Ropohl ist das herrschende Konzept des Wirtschaftswachstums ist "als Indikator viel zu problematisch, als dass man es zur alleinigen Zielgröße erklären dürfte. Aussagekräftiger wären Kaufkraftwachstum, Beschäftigungswachstum oder Bildungswachstum." Ropohl verbindet seine Abhandlung mit einer Warnung: Wer „Wachstum“ und „Fortschritt“ pauschal verurteile, "ohne anzugeben, welche besonderen Facetten er meint, schürt geheime Ängste und raubt den Menschen den Antrieb, mit Ideenreichtum und Tatkraft daran zu arbeiten, dass die Lebensbedingungen auf dieser Welt für immer mehr Menschen immer erträglicher werden."

 

Verwandtes Thema: Gibt es einen schwarz-grünen Zeitgeist? Ja, behauptet Tanja Dückers in der ZEIT und meint, er verbinde bürgerlich-konservative Werte wie Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortlichkeit mit linken Tugenden wie individueller Freiheit, Selbstverwirklichung und einer gewissen kosmopolitisch-toleranten Haltung. Daran stößt sich Zettel  und fragt: "Individuelle Freiheit, das höchste Gut des Liberalismus, als 'linke Tugend'? Selbstverwirklichung gar?" Just die individuelle Freiheit sei es, so Zettel, die in der Konstellation Schwarz-Grün unter die Räder kommen werde. Nicht die Freiheit des Einzelnen hätten die "Grünen" auf ihre Fahnen geschrieben, sondern gerade - ganz in deutscher Tradition - die Unterordnung des Einzelnen unter das, was man für das Gemeinwohl hält. "Du bist nichts, das Klima ist alles. In dieser Missachtung der Freiheit des Einzelnen treffen sich die Grünen in der Tat mit etatistischen Konservativen."

 

Einstweilen sorgt der Zeitgeist jedenfalls dafür, dass in Schulen nicht über die Hypothese einer gefährlichen vom Menschen gemachten Klimaerwärmung diskutiert wird, "sondern lediglich darüber, wie man die dräuende Katastrophe abwenden kann." Maxeiner und Miersch beschreiben die “s’cooltour“ genannte Initiative der von Lampenherstellern gegründeten Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH, "mit der Schüler ab der dritten Klasse malträtiert werden dürfen." Da passiert folgendes:

 

"Die Kinder dürfen weiße Forscherkittel anziehen und starten mit den drei Wissenschaftlern des Klimamobil-Teams in die Erd-Umlaufbahn. Doch plötzlich geht der Alarm im Raumschiff Klassenzimmer los. 'Die Erde hat Fieber' leuchtete in großen roten Buchstaben die Warnung auf dem 'Bordcomputer'."

 

Wie schön kontrastiert das zur Forderung nach "angstfreier Erziehung", die prominente Eltern vor fünf Jahren gestellt und sich zugleich zu ihren Ängsten bekannt haben. Vielleicht fehlt es an Aufklärung und Bildung vor allem bei den Erwachsenen…

letzte Änderung: 13.07.2011


Video: Internationale Politik
Blog des Liberalen Instituts

25.05.2012: Billiges Junk Food, teure Gesundheitskost? mehr...

25.05.2012: Regierungsneubildungen in Jerusalem und Ramallah – Bewegungen des Status Quo oder im Heiligen Land nichts Neues? mehr...

25.05.2012: Zwei Grad Ziel: Ineffizienz kaum zu bezweifeln mehr...

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit