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surF - Liberales im Netz Nr. 124 | 22. Juni 2011

Nachdem ein Ethikrat über die Energieversorgung der Republik entscheidet, darf man sich nicht wundern, wenn auch eine DDR-Bürgerrechtlerin mitdiskutiert. Von Kerntechnik versteht sie genau so wenig, aber von Plankennziffern. Und daran fühlt sie sich erinnert.

Vera Lengsfeld wohnte dem "Energiepolitischen Dialog" der Unionsfraktion im Bundestag bei und fand, die beiden am häufigsten wiederkehrenden Begriffe im Referat seien „Versorgungssicherheit“ und „Bezahlbarkeit“ gewesen. "Da weiß zumindest der gelernte DDR-Bürger", so Lengsfeld, "dass beides in den Sternen steht. Über Versorgungssicherheit ist im Westteil unseres Vaterlandes seit Gründung der BRD nicht mehr geredet worden, weil sie selbstverständlich war. Die DDR-Bürger lasen diesen Begriff im Katastrophenwinter 1978/78 häufiger bei Kerzenlicht in den SED-Parteizeitungen, als immer öfter der Strom abgeschaltet werden musste, weil die realsozialistische Misswirtschaft nicht in der Lage war, die Grundversorgung zu sichern."

Nicht weit von der Energie- ist die Klimapolitik. Hier fordert der Europaabgeordnete Holger Krahmer, nachdem das IPCC durch Affären und politische Einflussnahme weitgehend diskreditiert sei, "sollten die gängigen CO2-Thesen neu bewertet werden. Klimawandel ist komplex und war zu allen Zeiten gegenwärtig. Das er nur von einem Spurengas in der Atmosphäre maßgeblich angetrieben wird, ist schon mit der Hinterfragung durch gesunden Menschenverstand und mit Blick auf die langfristige Klimahistorie unwahrscheinlich."

Beide genannten Themen sind hochangereichert mit Ideologie. Dass dies ein Trend der Zeit zu sein scheint, zeigt sich auch am Beispiel der "Social Corporate Responsibility". Michael Klein setzt sich damit auseinander und fragt, warum es eigentlich Allgemeingut ist, dass "Unternehmen dann, wenn sie ihrem Zweck nachgehen und produzieren, als Unternehmen charakterisiert werden, die etwas aus der Gesellschaft nehmen, während dann, wenn sie Kapital in unternehmensfremde Zwecke investieren, behauptet wird, sie gäben der Gesellschaft etwas zurück" (Philip Both). Für Klein ist klar, "warum es vornehmlich politische Kreise sind, die Social Corporate Responsibility propagieren. Das Konzept ist das Einfallstor politischer Ideologie in Unternehmen".
letzte Änderung: 22.06.2011


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