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surF - Liberales im Netz Nr. 110 | 16. März 2011

Die Katastrophe in Japan wird nicht nur von den traditionellen Medien rund um die Uhr begleitet – auch die Blogs schalten sich ein. Und nutzen den Umstand, dass es ein Bedürfnis nach wissenschaftlichen Informationen gibt, das vor allem vom Fernsehen kaum befriedigt wird.

 

Die dort präsentierten Experten schafften es nur in Ausnahmefällen, ein wenig Verständnis für die technischen Vorgänge zu wecken, die in Japan eine Rolle spielen. Viele von ihnen stehen auf der Payroll von Institutionen wie Greenpeace, die im Streit um die Zukunft der Atomenergie schon lange als Partei und nicht als neutrale Instanz auftreten und die gleiche Glaubwürdigkeit haben wie ein Sprecher der Atomindustrie.

 

Vielleicht liegt es auch daran, dass Beiträge auf große Resonanz stoßen wie "Warum ich über die Kernkraftwerke in Japan nicht beunruhigt bin" von Dr. Josef Oehmen, MIT Boston oder "Fukushima-Störfall: Japan ist nicht die Sowjetunion!" von Klaus-Dieter Humpich, der nach einem abgeschlossenen Maschinenbaustudium noch Energie- und Verfahrenstechnik mit dem Studienschwerpunkt Kerntechnik studiert hat.

 

Keine Frage – auch echte Experten müssen sich schwertun mit Prognosen in der augenblicklichen Lage, in der wohl auch zu wenige Informationen nach außen dringen, um ein zutreffendes Lagebild zu erstellen. Auch sie sind vor Fehleinschätzungen nicht gefeit. Wer sich jedoch ein fundiertes Bild machen möchte, wird vom vor allem an drastischen Bildern und/oder der eigenen politischen Agenda orientierten TV-Journalismus von vornherein geradezu planmäßig intellektuell unterfordert und beim Versuch allein gelassen, sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Folgerichtig überschreibt Zettel einen seiner jüngsten Artikel mit "Einige Quellen, die Sie zuverlässig über die Lage in den beiden Kernkraftwerken bei Fukushima informieren" und nennt darin als "zuverlässigste und detaillierteste Quelle das internationale Programm des Senders NHK". Unter den weiteren Empfehlungen findet sich kein deutsches Medium. Zettel ist auch der interessante Seitenblick auf die Erdbebenkatastrophe von Lissabon im Jahr 1755 zu verdanken und daran anknüpfend auf die Frage, wie solche Katastrophen das Denken einer Epoche verändern könnte.

letzte Änderung: 15.03.2011


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