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surF - Liberales im Netz Nr. 106 | 16. Februar 2011

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen um das "Wohnprojekt Liebigstraße 14" in Berlin haben nun auch den Bundestag erreicht. Höhepunkt einer schon länger dauernden Debatte um das seltsame Verhältnis der Linken zu politischer Gewalt, wenn sie aus der eigenen Ecke kommt.

Erst im vergangenen Herbst wurde die Problematik des "Schotterns" diskutiert, das von Aktivisten zur Blockade der Castor-Transporte geplant wurde. Was rund um Gorleben passierte, ist Jürgen Trittin recht oder nicht recht, je nachdem, ob er gerade das Regierungs- oder das Oppositionshandwerk betreibt – die DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld verglich das Treiben mit einem "Sandkastenspiel zweier Kindergartengruppen", auf ähnliche Gedanken konnte man bei den Kriegsspielchen rund um die Liebigstraße 14 in Berlin-Friedrichshain erneut kommen.

Angesichts der Bilder von den “bürgerkriegsähnlichen Zuständen” entlang der Strecke musste man sich freilich fragen, so fragte im, November Henryk M. Broder, "was passiert wäre, wenn die Polizei nur 'passiven Widerstand' geleistet und sich darauf beschränkt hätte, die Versorgungswege der Demonstranten abzuschneiden. Wie lange hätten sie es in der Kälte ausgehalten? Nur mit Hilfe der Polizei wurde aus einem Happening ein Akt des Widerstandes, der den Steuerzahler etwa 50 Millionen Euro gekostet hat."

...die römischen Legionen. Pax romana à la Friedrichshain.
...die römischen Legionen. Pax romana à la Friedrichshain.
Seltsam genug, dass nun angesichts des Aufwandes der Hausräumung in Friedrichshain ausgerechnet Christian Ströbele so argumentiert: "Wenn man die Kosten solcher Einsätze zusammennimmt, könnte man auch ein Ersatzobjekt bezahlen."

Übertragen wir das auf den Castorprotest, der pro Demonstranten-Nase 2.000 Euro gekostet hat. Vielleicht schlägt Ströbele ja beim nächsten Mal vor, dass sich Demonstranten bei der nächsten Castor-Gelegenheit behördlich registrieren, dann nicht erscheinen und im Gegenzug dafür einen Barscheck in genannter Höhe bekommen.

In Berlin freut sich die Liebigstraßen-Ex-Besatzung derweil über ihren Stadtguerilla-Spaß. Das Oberkommando der Autonomen gibt bekannt:

"Der Sachschaden an Büros von Immobiliengesellschaften, Luxusshops, Staat und Polizei überstieg die 'Vorkommnisse' des letzten 1. Mai an Zielgerichtetheit und Kosten. Über Stunden hatten die Cops jede Kontrolle über die Lage verloren. […] Senat und Bullen machen sich in die Hose. Und auf dieser Erfahrung können wir aufbauen."

"Viele einst besetzte Häuser in Berlin", so Christian Ströbele, "haben zu einer friedlichen integrativen Entwicklung gefunden, die von Besuchern als kreativ gelobt werden. Wenn gleichzeitig ein solches Haus geräumt wird, ist das schon pervers." Mit "ein solches Haus" meinte er tatsächlich die Liebigstraße 14.

In Berlin ist eben alles ein bisschen anders…
letzte Änderung: 18.02.2011


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