surF - Liberales im Netz Nr. 76 | 16. Juni 2010
Die Fußball-WM in Südafrika zeigt erneut: Der Fußball ist in der Lage, wichtige gesellschaftliche Debatten anzustoßen: Über Themen wie Glück, Spielergehälter, "innere Reichsparteitage" und sogar wirtschaftliche Freiheit wird in den liberalen Blogs im Umfeld der WM diskutiert.Frank Daumann stellt in Wirtschaftliche Freiheit die Frage, ob Spielergehälter wie etwa jenes von Christiano Ronaldo (Real Madrid) mit einem Jahreseinkommen von 13 Millionen Euro (zzgl. Einkünfte aus privaten Werbeverträgen) gerecht sind. Darf ein Fußballer, ein Fußballspieler, "der vielleicht nicht einmal eine Lehre abgeschlossen hat", ein Vielfaches dessen verdienen, was ein habilitierter Philosoph als Einkommen erhält? Eine immer wieder gern diskutierte Frage, um die schon auf den Rängen der Stadien in den 60er Jahren gestritten wurde, als es für Profis noch 500 Mark Handgeld und einen Ford Taunus gab.
Die Perspektive des Fans nimmt dagegen der Ökonom Bruno S. Frey ein und stellt fest: Fußball sehen macht glücklich, allerdings nur vorübergehend und natürlich nur "die Menschen in den Ländern, die gut abschneiden. Wenn Deutschland schon vor dem Viertelfinale ausscheiden sollte, dann wären die Leute allerdings eher betrübt." Das ist eine Erkenntnis, die so profan ist wie sie klingt und auch im weiteren Verlauf des Interviews wird deutlich, wie unbedeutend Fußball für jene Teile der Wirtschaft ist, die nicht direkt daran verdienen.
Auch der Versuch von Steffen Hentrich, wirtschaftliche Freiheit und die Stärke der jeweiligen Nationen auf dem Platz in einen Zusammenhang zu bringen, scheint zum Scheitern verurteilt: Es sei denn, es würden tatsächlich Neuseeland, die Schweiz, die USA und Chila im Halbfinale der WM auftreten.So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass es einfach Spaß macht, Fußball zu gucken, wenn man sich für Fußball interessiert. Wenigstens hier liefert Zettel plausible Erklärungen für den weltweiten Erfolg dieser Sportart, was ihm allerdings keine Einnahmen von 13 Millionen Euro beschert, obwohl ihm viele Liberale diese Summe eher gönnen würden als Ronaldo.





