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surF - Liberales im Netz Nr. 67 | 31. März 2010

surF präsentiert in dieser Woche drei interessante Texte. Es geht um die Hochrisikojugend jener, die vor 1984 aufgewachsen sind, um aufgeregte Debatten um nichts und wieder nichts sowie um Künstler als Teil des modernen Prekariats.

 

Thea Dorn zum Thema
Thea Dorn zum Thema
Zu den Dingen, die social communities wie Facebook interessant machen, gehört die Möglichkeit, Gruppen zu bilden. Eine davon, mit immerhin über 30.000 Mitgliedern, nennt sich "Geboren vor 1984 - Wir waren Helden!". Der lesenswerte Eingangstext ruft die Zeit der 80er-Jahre ins Gedächtnis – eine Welt voller Gefahren: "Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt mit Farbe voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir mühelos öffnen. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf den Fahrrädern und Mopeds trugen wir nie Helme!"


Der Text schließt mit der Bemerkung ab: "Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung! Mit allem wussten wir umzugehen!" Allerdings scheint ein großer Teil dieser Generation zu einem anderen Urteil gekommen zu sein – immerhin ist es genau diese Generation, die nach dem Marsch durch die Institutionen heute für Null-Risiko- und Supernanny-Politik steht.

 

Ein Buch namens Zimbo
Ein Buch namens Zimbo
Cicero hat es bewerkstelligt, zwei Texte aus dem neuen Buch von Max Goldt zu veröffentlichen, das den schönen Titel "Ein Buch namens Zimbo" trägt. In dem Text "Warum wird die junge Frau geschont?" Frau geschont?" bekommt Franziska Drohsel ihr Fett weg, in "Im Visier von Pakistan und Texas" und Texas" geht es neben typisch deutschen Begrüßungsritualen und dem Sargzwang in manchen Bundesländern auch um ein Thema, das surF vor zwei Wochen behandelt hat: die ritualisierte Empörung. "Empörung", so Goldt, "scheint für manche Leute ein ähnliches Grundbedürfnis zu sein wie Essen, Trinken und unterhaltende Darbietungen."

 

Matthias Schumacher schließlich gibt in "Hartz IV ist Kunst" eine interessante Zustandsbeschreibung dessen, was man das moderne künstlerische Prekariat nennen könnte: Künstler, die sich irgendwie durchschlagen, mal mit Hatz IV, mal ohne und ganz anders als die Mandys und Kevins aus Marzahn, die ansonsten in einschlägigen Talkrunden herumgereicht werden.

 

In unserer Miniserie über die Trefferhäufigkeit beliebter politischer Begriffe auf den unterschiedlichen Parteiseiten geht es diesmal um "unverantwortlich" und "Sicherheit".

Ein unverantwortlicher Umgang...
Ein unverantwortlicher Umgang...
...mit unser aller Sicherheit!
...mit unser aller Sicherheit!
letzte Änderung: 29.03.2010


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