surF - Liberales im Netz Nr. 42 | 16. September 2009
Der Wahlkampf geht in die letzte Runde – das merkt man im Fernsehen an den nun täglich auftauchenden Politrunden, aber vor allem im Internet, das ganz andere (originellere, individuellere und unterhaltsamere) Möglichkeiten bietet, sich vorm „Kreuzgang“ zu informieren.Klassiker in dieser Hinsicht ist der Wahl-O-Mat. Hier kann man sich durch die verschiedensten politischen Thesen klicken, zustimmen oder ablehnen, gewichten – und am Ende bekommt man eine Analyse, welcher Partei man am nächsten steht. Alles schön neutral von der Bundeszentrale für politische Bildung. Wer das für Schnickschnack hält, sollte sich die Augen reiben: Bislang wurde der Wahl-O-Mat bei dieser Bundestagswahl 3,2 Millionen Mal ausprobiert – Randmedien haben andere Reichweiten.
So manch ein Wahl-O-Mat-Benutzer reibt sich am Ende verwundert die Augen, wie liberal er doch ist – bei entsprechenden Tools wie dem Liberal-O-Meter hätte man ja damit rechnen müssen, aber bei dieser neutralen Plattform…wenn die Identifikation mit der liberalen Partei dann nicht noch so weit geht, gleich im Anschluss in die Rolle von Guido Westerwelle zu schlüpfen und als Superguido im Online-Spiel Freunde herauszufordern, die in die Rolle von die oder den Merkel, Steinmeier, Künast oder Lafontaine geben müssen.
Deren Nachwuchs tut sich übrigens online vergleichsweise schwer, meldet die Welt: Bei YouTube habe der Kanal „der JuLis mit 39.686 Kanalaufrufen über 9000 Aufrufe mehr, als Junge Union, Jusos, Grüne Jugend, Linksjugend und Junge Piraten zusammen.“ Das liegt mit Sicherheit auch an einem neuen Spot der JuLis, den die Welt so kommentiert: „Anstatt dem sozialdemokratischen Konsens des Landes zu folgen, der sich am Sonntagabend im Fernsehduell mit vier sozialdemokratischen Fragestellern, zwei Sozialdemokratischen Kandidaten samt ihrer Sozialdemokratismen als Antwort, scheint es ein paar Eigenbrötler zu geben, welche die Welt ganz anders sehen. Man hatte den Glauben daran, fast aufgegeben.“Der Spot macht in Windeseile die Runde, vor allem über die social communities. Da finden Sie übrigens auch die Stiftung für die Freiheit – bei Twitter und bei Facebook:
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