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surF - Liberales im Netz Nr. 27 | 20. Mai 2009

Liberale und andere vernünftige Leute nennen die Planwirtschaft auch gerne Mangelwirtschaft. Nicht nur weil die Regale in der Planwirtschaft meist leer sind, sondern auch, weil diese Wirtschaftsform einen Mangel an Informationen, einen Mangel an Flexibilität, einen Mangel an Marktpreisen, einen Mangel an technologischem Fortschritt und einen Mangel an Demokratie vorweist.

Es war so viel, das auf höchster Ebene in der DDR entschieden werden musste, vom „Beschluß über planmäßige Änderungen von Industriepreisen“ über den Beschluß über die strategische Konzeption und Maßnahmen zur Ablösung importierter fester Brennstoffe durch den Einsatz einheimischer Rohbraunkohle und deren Veredlungsprodukte und zur Versorgung der Bevölkerung mit festen Brennstoffen“ bis zum „Beschluß zur Information über den erreichten Stand bei der Realisierung des Beschlusses des Politbüros des ZK der SED und des PMR zur beschleunigten Entwicklung der Kohleveredlung und Maßnahmen zur weiteren Entwicklung der Methanolchemie auf der Grundlage der Vergasung von Braunkohle“. Alles Beispiele aus den 80er-Jahren.

Ebenso fällt bei Vertretern der Planwirtschaft ein Mangel an Ausdrucksfähigkeit auf. Wer heute morgen das ZDF gesehen hat, der bekam im Morgenmagazin nicht nur einen wie immer leicht nervösen Ben Wettervogel präsentiert, sondern auch einen bierruhigen bayerischen Landwirtschaftsminister, der geradewegs so klang, als sei er nicht Minister heute in München, sondern Minister für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR vor 20 Jahren. Es sprach der Land- und Planwirt : „Wir müssen die Menge um fünf Prozent reduzieren, dann würde sich auch der Preis stabilisieren.“ Und: "Der Markt müsste in Ordnung gebracht werden." Ein liberaler Schelm der dabei denkt, Märkte hätten die Eigenheit, sich selbst in Ordnung zu bringen…

„Vorwärts in die Planwirtschaft“ titelte schon 2001 der SPIEGEL, als die Bundesregierung dazu ansetzte, künftig für fast alle Politikfelder genaue Planzahlen vorgeben. Wahrscheinlich hat man in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen nicht genau genug geplant, sonst wären die Menschen zufriedener mit dem Gesundheitssystem. Hätte man nur mal geplant, dass wir alle mehr Milch trinken, dann wären wir nun alle gesünder, die Bauern wohlhabender, Agrarsubventionen abgeschafft, die Kassen entlastet und der Krankenkassenbeitrag nur noch bei 10 Prozent.

Viel Erfolg beim Milchkrisengipfel! Die Krise einfach wegplanen.
letzte Änderung: 20.05.2009


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