surF - Liberales im Netz Nr. 18 | 11. März 2009
Der Verbraucherschutz ist eigentlich eine feine Sache, doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Thema in der Politik fast nur noch von Spielverderbern verwaltet wird, die den „Dümmsten anzunehmenden Konsumenten“ vor Augen haben…
Der „Dümmste anzunehmende Konsument“, das ist eine Wortschöpfung von Luis Pazos, der sich unter dem Titel „Verbraucherschutz: Im Wein liegt nicht nur Wahrheit“ zu diesem Thema Gedanken macht. Pazos konstatiert, man habe sich mittlerweile daran gewöhnt, „dass einem jegliches Genussstreben als gepflegter Ausdruck persönlicher Lebensbejahung durch amtlich beeinflusste Begleiterscheinungen vermiest wird. Die allgegenwärtige Thematisierung von Fettgehalten, Zuckeräquivalenten, Alkoholkonzentrationen und Nikotingiften, die Etablierung von Grenzwertnormen, Kennzeichnungspflichten und Konsumentenschutzgesetzen sowie die Erhebung von Abgaben auf den Bier-, Branntwein-, Sekt- und Tabakerwerb sollen nicht nur im Namen der bundesweiten Dogenbeauftragten die Wohlverhaltenspflicht der Verbraucher sicherstellen sondern auch via Steuern ‚falsches' Verhalten gezielt sanktionieren.“
Manchmal schlägt der Verbraucherschutz ganz überraschend zu und das dort, wo man nicht damit rechnet: In den USA. „Hersteller von Spielwaren und Wohltätigkeitseinrichtungen, die Gebrauchtwaren- Handlungen betreiben, sitzen auf Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar, die sie aufgrund eines neuen Bundesgesetzes zur Produktsicherheit nicht verkaufen können. Dies ergaben Umfragen von Handelsgruppen und Wohltätigkeitsorganisationen“, heißt es bei Zettel unter der Überschrift „Über den Leibwächterstaat“.
Verbraucherschutz ist auch das vermeintliche oder wirkliche Hauptmotiv von Gegnern Grüner Gentechnik. Die heißt zwar „grün“, kommt bei grün denkenden und handelnden Menschen gar nicht gut an. Interessantes zu diesem Thema hat Thomas Deichmann unter dem Titel „Ansichten zur Grünen Gentechnik" in Novo zusammengetragen.





