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surF - Liberales im Netz Nr. 71 | 05. Mai 2010

Fidel Castro, Evo Morales, Daniel Ortega und Hugo Chávez – vier Namen, die bei jungen und alten Sozialisten in Deutschland einen guten Klang haben. Bei Liberalen dagegen löst ihre Politik eher Schaudern aus – erinnert doch zu vieles an die DDR.

 

Evo Morales zum Beispiel war erst kürzlich Gastgeber der "Weltkonferenz der Völker über Klimawandel und Rechte der Mutter Erde". Die kam auch bei deutschen Klimarettern an, wenngleich durchaus ein Bewusstsein vorhanden zu sein scheint, mit wem man da paktiert. Auf der Agenda stand etwa "eine Ausweitung der Kompetenzen des Internationalen Gerichtshofs auf Klimaverbrechen", der dann sicher das beerdigen soll, was eigentlich beerdigt werden soll: die freie Marktwirtschaft – da ist Klimapolitik nur ein Vehikel.

 

So werden Morales leicht verständliche Worte ("Schwestern und Brüder, heute ist unsere Mutter Erde schwer krank.") mit Genugtuung aufgenommen, andere noch leichter verständliche Worte ("Hähnchen mit Fritten machen homosexuell.") ignoriert – ebenso wie die Tatsache, dass Morales' Enteignungspolitik, wie sie auch die Linkspartei anstrebt, beim Nachbarn Chávez in Venezuela nicht nur nicht funktioniert, sondern für nichts anderes sorgt als für mehr Armut.

 

Chávez:
Chávez: "Das Haus da - verstaatlichen! Das da auch!"
Die sehenswerte ZDF-Reportage "Der Erdöl-Sozialist" erinnert in vielen Passagen erschreckend an die Zustände in der DDR, in der am Ende die Versorgung der Bevölkerung nur noch im Bezug auf Parolen funktionierte – dabei hatte die DDR im Gegensatz zu Chávez keine Erdölvorkommen, mit denen man hätte wirtschaften können.

 

Gerade vor diesem Hintergrund ist es besonders interessant, die Reisebeschreibungen von Vera Lengsfeld zu lesen. Die Bürgerrechtlerin war in Kuba unterwegs und hat ihre Reiseerlebnisse in einer bislang fünfteiligen Serie unter dem Titel "Wie der Sozialismus das Paradies auf Erden ruiniert" beschrieben – bittere Kost für alle Cuba-Romantiker. Sozialismus ist eben eine süße Vision, aber grausam in vielerlei Hinsicht, wenn er in die Tat umgesetzt wird. Fidel Castro, Evo Morales, Daniel Ortega und Hugo Chávez beweisen dies nach dutzenden gescheiterten Experimenten im 20. Jahrhundert aufs Neue. Was ihre Adepten hierzulande nicht im Geringsten stört. Was ist schon schlimm an ein bisschen Menschenhandel mit Ärzten oder ähnlichen Geschäftsmodellen?

letzte Änderung: 12.08.2010


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