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surF - Liberales im Netz Nr. 56 | 13. Januar 2010

Was 10 oder 15 Zentimeter Schnee nicht so alles auslösen können: Staus, Verspätungen bei der Bahn und den Beginn einer Klimadebatte, die diesen Namen auch verdient. So können sich neben rodelbegeisterten Kindern auch die Freunde des freien Diskurses über das Wetter freuen.

 

"Winter wie im Bilderbuch – wo bleibt der Klimawandel?" fragte der mdr vor wenigen Tagen. Eine dumme Frage, eine der wenigen dummen Fragen die man stellen kann, sollte doch jedem klar sein, dass ein paar Tage Schneefall Deutschland nichts über den Zustand des Weltklimas aussagen (wenn es ein solches überhaupt gibt). Aber: Nach dutzenden Talkshows und Artikeln, die ein paar milde Januartage in Bottrop gleich als Indiz für eine weltweite Klimaerwärmung nahmen – warum nicht?

 

Winterliche Geschäftsstelle der Stiftung in Potsdam
Winterliche Geschäftsstelle der Stiftung in Potsdam
Zu oft wurde in teils ausufernden Diskussionen das Gefühl als Argument missbraucht, es werde doch immer wärmer, das merke doch jeder. Das erinnerte stets an Sprüche über die stets zunehmende Kriminalität, die nur selten in Kriminalstatistiken ihre Bestätigung finden.

 

Wenn nun also durch das zufällige Zusammentreffen der Kopenhagen-Pleite, des Wintereinbruchs in Deutschland und der Climategate-Affäre das Thema Klimawandel offener und vor allem wissenschaftlicher geführt wird, ist das eine feine Sache. Erst recht, wenn sich nun auch prominentere Medien wie etwa der Focus anderen Strömungen öffnen.

 

 

"Wenn Klimaforscher Minderheitenmeinungen als unbequem empfinden, wie des Öfteren geschehen, besteht der begründete Verdacht, dass sie eher auf Diskurshoheit aus sind als auf Diskurs", schrieb Wolfgang Gerhardt zum Jahresauftakt. Was keiner brauche seien "Bevormundung, auch keine wissenschaftlich verbrämte Unfehlbarkeit, keinen Alarmismus und kein Katastrophengemälde." Vielleicht gehört der Wunsch des Stiftungsvorsitzenden ja zu jenen, die recht bald in Erfüllung gehen… die Klima-Debatte ist plötzlich nicht mehr beendet.

 

Was jedoch gerne aufhören kann, ist Overkill-Rhetorik in den Medien für ein Publikum, das "nicht einmal mehr damit klarkommt, dass es im Winter schneit und im Sommer staubt". Dann erwarten uns spannende Debatten wie diese hier:

 

 

letzte Änderung: 13.01.2010


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