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surF - Liberales im Netz Nr. 51 | 18. November 2009

Es gibt durchaus Belege für einen Zeitgeist-Wechsel in diesem Jahr – doch an einer Stelle scheint der Zeitgeist in Blei gegossen: Die aktuellen Studentenproteste scheinen wie eh und je mehr auf Sozialismus als auf bessere Unis abzuzielen. Die Protestparolen jedenfalls haben sich seit 40 Jahren kaum geändert – auch die Organisationen, die den Bildungsstreik unterstützen, zeigen: Hier tritt keine breite Front der Studierenden an, es sind vielmehr jene, die mit der LINKEN, den Jusos und der MLPD sympathisieren.

Ganz generell geht es gegen "wettbewerbsorientierte Entscheidungskriterien" nicht nur an der Uni, sondern in der Weltwirtschaft generell. Mit anderen Worten, die Forderung lautet "Planwirtschaft", nicht nur an den Universitäten.

Nach wie vor beteiligt sich an den Protesten nur ein Bruchteil der mehr als zwei Millionen Studenten in Deutschland, stellt Zettel fest; ein paar Tausend, ein Anteil im "höheren Promille- Bereich".

Dieser Protest, schreibt Tobias Kaufmann im Kölner Stadtanzeiger, ist in weiten Teil überhaupt nicht dafür angetreten, etwas für Studenten zu tun. Vielmehr dient er dazu, "dem wohlfeilen "Eine-andere-Welt-ist-möglich"-Gequatsche aufbegehrender Bürgerkinder eine neue Plattform zu geben. Viele Studenten spüren das und flüchten in politische Agonie. Das ist, nebenbei bemerkt, erst recht keine Lösung."

Bei den liberalen Studenten jedenfalls herrscht keine Agonie: Die Libertäre Hochschulgruppe Konstanz hatte im Juni 2007 im Mensabereich der Universität mit einem Hungerstreik auf "die kriminellen Machenschaften der G8-Staaten" hingewiesen. Was die Konstanzer Mensagänger ins Staunen versetzte. Denn anders als die gewöhnlichen Anti-G8-Demonstranten, beschreibt ef-online weiter, "kritisieren wir die G8-Staaten nicht, weil sie angeblich den Neoliberalismus in der Welt forcieren, sondern weil sie Globalisierung, Marktwirtschaft und individuelle Freiheit in der Welt torpedieren: Durch Protektionismus und Exportsubventionen; durch staatliche Entwicklungshilfe, die lediglich korrupten Politikern und westlichen Entwicklungshelfern zugute kommt; durch ein staatliches Papiergeldwesen, welches die Güter- und Finanzmärkte der Welt verzerren und schließlich durch Angriffskriege und Überwachungsmaßnahmen, welche die internationale Sicherheit und die persönliche Freiheit gefährden."

Zu den aktuellen Protesten schreiben die Liberalen Hochschulgruppen: "Statt ehrlicher Konzepte steht wieder mal nichts weniger als vom Staat garantierte Glückseligkeit für alle im Forderungskatalog, der die Summe aller Wünsche der Teilnehmer ist" und fordern: Schreihälse ignorieren!

Aber das sind ja Junge Liberale. Und wie die sind, das wissen Sie ja…

letzte Änderung: 18.11.2009


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