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surF - Liberales im Netz Nr. 28 | 27. Mai 2009

Es gibt Debatten, die hierzulande eigentlich nur im Internet wahrgenommen werden können – so die Debatte um den Klimawandel; jedenfalls soweit es um das „ob“ geht. In anderen Ländern sieht das ganz anders aus…

Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, stellt zum Beispiel die Frage, warum der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre steigt, die globale Temperatur jedoch seit 11 Jahren sinkt. Er verweist auf Zeiten mit weitaus höheren Temperaturen, die jedoch keine zivilisatorische Ursache haben konnten.

Es wäre ein interessantes Experiment gewesen, den Erzbischof auf dem Evangelischen Kirchentag auftreten zu lassen. Vermutlich hätte man dort Schreckstarre erlitten. Dort ist die Diskussion über den Klimawandel gar nicht erst angekommen oder bereits abgeschlossen: „Der menschgemachte Klimawandel“, so heißt es auf der Kirchentagsseite, „ist schon jetzt wahrnehmbar und wird sich fortsetzen. Aber noch haben wir es in der Hand. Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun und seinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten. Das Kirchentagsprojekt ‚Tut dem Klima gut’ zeigt Möglichkeiten für den Alltag.“

Dass die Malediven bald im Meer versinken gehört neben einsam auf abgerissenen Eisschollen treibenden Eisbären zu den beliebtesten Bildern der Klimadiskussion, scheint aber auch immer unwahrscheinlicher zu werden. Selbst deutsche Wissenschaftler dringen mit Skepsis zum Thema in deutschen Medien kaum noch durch. Ebensowenig fand eine prominent besetzte, aber kritische Konferenz zum Thema - von liberalen Denkfabriken mitveranstaltet - hierzulande kaum Beachtung, auch nicht die über 30.000 Wissenschaftler, die eine Petition unterschrieben haben, nach der die Erderwärmung natürlich ist. "Die Macht der Zeitung besteht im Weglassen", sagte Arthur Schopenhauer.

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) und die Stiftung Mercator in Kooperation mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie scheinen Zweifel daran zu haben, dass die Demokratie in der Lage ist, den Herausforderungen zu begegnen und stellen auf einem Kongress die Frage: “Sind Demokratische Regime gut gerüstet für die erforderlichen Entscheidungen, oder sind autoritäre Regime dazu besser in der Lage?” - und fordern die "Große Transformation".

Während also unter Naturwissenschaftlern noch heftig gestritten wird, wissen Deutschlands Architekten, Ingenieure und Stadtplaner schon Bescheid: „Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Mensch den Klimawandel verantwortet, ist unumstößlich.“

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, hatte erst vor kurzem dazu aufgefordert, im Bereich der Klimapolitik frei von Dogmen zu denken und alle in der Wissenschaft vertretenen Strömungen zu hören. In der Tat eigentlich eine Selbstverständlichkeit unter aufgeklärten Menschen, aber offenbar kann das nicht oft genug betont werden.
letzte Änderung: 26.05.2009


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