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surF - Liberales im Netz Nr. 23 | 15. April 2009

Im medialen Bermudadreieck zwischen Aufklärung, Erziehung und Bildung arbeitet sich schon lange David Harnasch ab. Er konzentriert sich als "Bildschirmarbeiter" vor allem auf das Fernsehen, das nicht nur in seinen Augen immer weniger Aufklärung, dafür aber immer mehr Erziehung bietet. Fakten sind da nicht immer so wichtig, oft reicht dafür die Sendezeit einfach nicht, weil schließlich Grundversorgungselemente wie "Das Frühlingsfest der Volksmusik" Vorrang haben.

Harnasch nimmt oft Dinge aufs Korn, die auf den ersten Blick ganz unverfänglich erscheinen. Zum Beispiel eine Reportage unter dem Titel "Der Kunde als Knecht", an der es bei oberflächlicher Betrachtung gar nichts zu kritisieren gibt. Sie ist wie tausend andere dieser Sorte und singt das hohe Lied des Verbraucherschutzes. Davon bleibt nicht viel übrig, wenn Harnasch das Filmchen durch seine Mühle dreht...



Ähnlich liegt es, wenn politische Kommunikation in den Bereich der Show abgleitet. Harnasch ist zur Stelle und zeigt den feinen aber nicht unwichtigen Unterschied zwischen ökologisch sinnvollem Handeln und einem ökologisch guten Gefühl. Dass es in Deutschland zuerst auf das gute Gefühl ankommt und nicht auf Effizienz, ist zum roten Faden der Ökologiedebatte geworden, wie sich an den Diskussionen von Solarstromförderung bis Genmais ablesen lässt. Oder auch beim Thema "Stromsparen"...



Und die Wirtschaftskrise? Das ökonomische 1x1 wird gerne ausgeblendet. Zahlen und Fakten zählen nicht, wenn es darum geht nachzuweisen, dass nun die Marktwirtschaft endlich am Ende ist. Diesen Nachweis führen besonders gerne Kulturjournalisten mit gesicherten öffentlich-rechtlichen Dienstverträgen und transportieren dann auch gerne "das islamische Finanzsystem" als Zukunftsvision...



Alle Videos gesehen? Lust auf wirkliche Bildung bekommen? Dann diese Tipps:

Seminar "Umwelt- und Verbraucherschutz in der EU - von guten Absichten und schlechten Lösungen"

In guten Händen? Umweltschutz als Staatsaufgabe
Steffen Hentrich, 2009

Aus gegebenen Anlass - oder warum die Ordnungspolitik das einzige Heilmittel für die Finanzmärkte ist
Susanne Schmidt, Olaf Steglich, 2009
letzte Änderung: 15.04.2009


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