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surF - Liberales im Netz Nr. 22 | 08. April 2009

Irgendwann ist es tatsächlich soweit: Dann ist die Mittelschicht in Deutschland bis auf eine Person zusammengeschrumpft (Johannes Schlüter). surF fordert auf, folgenden visionären Beitrag von extra3 zur Kenntnis zu nehmen, bevor es zu spät ist...



Gegen diese Perspektive stemmen sich einige und das aus gutem Grund. "Wenn wir nicht an unserer eigenen Bürokratie ersticken wollen, die jede Initiative und damit jede Hoffnung abschnürt, dann müssen wir umsteuern. Und wir müssen schnell umsteuern, denn es ist die Mitte in Deutschland, die als erstes daran zu ersticken droht. Und damit der Teil der Bevölkerung, der den Wohlstand aller erwirtschaftet.? Dies schreibt Wolfgang Gerhardt zur Stiftungsinitiative "umSteuern".

Die Stiftung setzt damit ein Zeichen in einer Zeit, in der - so die Wirtschaftsexperten Michael Hüther und Thomas Straubhaar - die "gefühlte Ungerechtigkeit" dramatisch zunimmt. "Die Politik muss den Bürgern klarmachen, dass ein Abschied von veralteten Strukturen kein Verzicht auf soziale Sicherheit bedeutet", heißt es in ihrem Buch Die gefühlte Ungerechtigkeit: Warum wir Ungleichheit aushalten müssen, wenn wir Freiheit wollen. Die Autoren fordern Beteiligungschancen für alle, etwa durch ein konsequent reformiertes Bildungssystem. Aber auch die Übernahme von mehr Verantwortung durch jeden Einzelnen. Wolfgang Herles hat sich über das Buch mit dem Co-Autor Michael Hüther in seiner Sendung "Auf den Punkt" unterhalten. Die können Sie hier ansehen, und wenn Sie gleich zum Hüther-Interview vorspringen möchten: Es beginnt etwa nach 2/5 der Sendung.

Boris Johnson*
Boris Johnson*
Einen wirklich deutlichen Richtungswechsel hat die Londoner Stadtpolitik vollzogen. Die Aussagen des früheren Amtsinhabers Ken Livingstone, der von Tony Blair einmal als "sozialistisches Relikt" bezeichnet wurde, stehen in krassem Gegensatz zu dem, was sein Nachfolger Boris Johnson von sich gibt: "Ich glaube nicht, dass die Krise uns veranlassen wird, den Sozialismus oder den Kommunimus neu zu erfinden. Diese Experimente waren schrecklich und tragisch. Sie haben versagt. Wir wissen, dass wir die Umwelt schützen müssen, aber müssen auch begreifen, dass der technischer Fortschritt und der Kapitalismus unabdingbar sind, wenn wir das erreichen wollen." Oder: "Der Kapitalismus wird als das unangefochtene System für die Steuerung der Weltwirtschaft bestehen bleiben, die Globalisierung wird auf die ein oder andere Weise fortschreiten und Millionen von Menschen weiterhin aus der Armut heben und ihnen mehr Bildung und Emanzipation bringen." Mehr Kostproben hier in der Frankfurter Allgemeinen unter der Überschrift "Die Wut auf Banker ist nichts als Selbstekel".



*Foto: John Hemming, flickr.com
letzte Änderung: 07.04.2009


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