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surF - Liberales im Netz Nr. 151 | 04. Januar 2012

Sind Sie noch auf der Suche nach einem guten Vorsatz für das neue Jahr? Hier wäre einer: "Unsere erste Tat könnte also sein: Kein Erlebnis von Unfreiheit zu brauchen, um ein inniges Verhältnis zur Freiheit zu pflegen." Ein Vorschlag von Martin Sehmisch, inspiriert von Václav Havel.

 

Wie hunderte andere stand Sehmisch kurz vor Weihnachten an, um an dem aufgebahrten Sarg von Václav Havel vorbeizugehen. Vielleicht geht aufgrund dieser Nähe Sehmischs Beitrag Abschied in Prag: Děkuji, Václav Havel besonders nahe. Er beginnt mit einem Zitat des Havel-Wegbegleiters Pavel Kohout: “Die Herrscher behaupten gern, dass sie sich ihrem schweren Amt opfern, aber es ist meistens nur eine Zwecklüge. Dir habe ich es geglaubt.”

 

Der im Jahr 2009 verstorbene Soziologe Ralf Dahrendorf, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit von 1982 bis 1987, hat kurz vor seinem Tod Ansichten unter dem Titel Die verlorene Ehre des Kaufmanns formuliert, die noch heute hochaktuell sind. Das Handelsblatt fand den Text wichtig genug, um ihn jetzt erneut abzudrucken. Interessant: Das Blatt fasst Dahrendorfs Worte zusammen, er kritisiere den „Pumpkapitalismus“ und empfehle Ludwig Erhards Aufruf: „Maßhalten“. Wichtiger erscheinen die Kernthesen Dahrendorfs, die einen anderen Tenor haben: Dass Unternehmer verantwortlich handeln, ist nur indirekt durch staatliches Handeln zu bewerkstelligen. Der neue Glaube an staatliche Regulierung ist mit Vorsicht zu genießen. Die raschen, wahrscheinlich nötigen staatlichen Maßnahmen zur Sanierung des Finanzsystems und zur Stimulierung der Konjunktur haben Nebenwirkungen, die die höchste Aufmerksamkeit der Bürger verlangen. Und schließlich: In Sachen internationalen Zusammenarbeit ist vor Illusionen zu warnen.

 

Der letzte Lesetipp für heute: Die Familienfeinde von Bernhard Lassahn. Der Liedermacher und Kinderbuchautor findet, die Familie habe mächtige Feinde: "Einer ist die Gleichheits-Walze, die über unser Land rollt. Jede auch nur gefühlte Ungleichheit wird als Unrecht angesehen, das beseitigt werden muss. Eine Chancengleichheit genügt da nicht mehr, es muss eine messbare Ergebnisgleichheit her. Und zwar sofort. Sonst ist eine Strafe fällig. Es wird uns alle unglücklich machen, wenn es so weitergeht; wir werden noch schmerzhaft die doppelte Bedeutung des Wortes 'gleichgültig' spüren."

letzte Änderung: 28.12.2011


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