surF - Liberales im Netz Nr. 144 | 16. November 2011
Oskar Lafontaine stellt seine Lebensgefährtin vor. Sie heißt Sahra Wagenknecht. Sorgt das in den liberalen Blogs für Wirbel? Eher Nein. Es sind die klassischen Medien, die sich an dem neuen Polit-Paar abarbeiten.Einzig Zettel sieht in dieser neuen Liaison "eine politische Dimension" und meint, "der einstige Sozialdemokrat und die überzeugte Kommunistin sind nun ein Paar. Hat er sie zur Demokratie bekehrt, oder sie ihn zum Kommunismus? Die Antwort ist einfach: Lafontaine ist längst Kommunist. Bereits im März 2007 hat er für die damalige Kandidatin der Kommunisten für die Präsidentschaft Frankreichs, Marie-George Buffet, Wahlkampf gemacht." Bemerkenswert an seinem politischen Lebensweg sei allerdings, dass Lafontaine als Sozialdemokrat begonnen habe und als Kommunist ende. Die meisten - Ernst Reuter beispielsweise, Herbert Wehner - seien den entgegensetzten Weg gegangen. Sie haben die Demokratie schätzen gelernt.
Die Freunde der offenen Gesellschaft meinen nur lapidar, die beiden sollten sich schnell Verwandtschaft in Chile zulegen. Die Geschichte zeige, dass das bei solchen Kombinationen ganz hilfreich sein kann.
"Unter seinem politischen Einfluss", meint Cicero, "wandelte sich Wagenknecht von einer DDR-Apologetin in der PDS zur führenden Fundamentalistin der Linkspartei." Sogar ideologisch sei Wagenknecht in den Westen ausgewandert.
An wen auch immer man sich durch das neue Paar erinnert fühlt – Familie Honecker, Ernst Reuter oder Herbert Wehner – es gibt den Medien genau das Futter, das sie brauchen. Und vielleicht liefern die beiden ja bald Action, im übertragenen Sinne Polit-Action, wie es einst Cleopatra Schwartz in Kentucky Fried Movie getan hat:





