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surF - Liberales im Netz Nr. 135 | 14. September 2011

Das Top-Thema der vergangenen Woche war ganz klar: Verschwörungstheorien. Sei's die Griechenland-Krise oder 9/11 – die Fernsehsender überholten sich gegenseitig dabei, allen die Schuld zu geben (außer den Verursachern).

 

Es sei kein Zufall, dass sich das paranoide Denken der Verschwörungstheoretiker vor allem in den kritischen Kreisen halt, meint Jan Fleischhauer. "Wer laufend gegen das Böse kämpft, gegen übermächtige Feinde und böse Machenschaften, dessen Gemütszustand ist naturgemäß etwas angespannt." Das gilt offenbar auch fürs deutsche Qualitätsfernesehen: "Wer behauptet, dass Osama Bin Laden eine Erfindung der CIA ist, schafft es damit spielend ins Kulturprogramm der ARD, wo dann das Für und Wider dieser Theorie erörtert wird."

 

Wieder da: Entweder Broder
Wieder da: Entweder Broder
"Was passierte wirklich am 11. September 2001?”, fragten der Publizist und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder bei ihrer neuen Rundreise durchs Land.* "Guck mal, wer sich da verschwört" heißt die erste Folge der neuen Staffel und die beweist aufs Neue, dass man verschwörungstheoretischen Schwachsinn wahrscheinlich wirklich nur dann ertragen kann, wenn man mit der Abdel-Samad/Broderschen-Humorkombi ausgestattet ist. "Die Menschheit nimmt sich selbst zu ernst. Das ist die Erbsünde der Welt. Hätte der Höhlenmensch zu lachen verstanden, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen" ist das passende Zitat aus Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray", das man Verschwörungstheoretikern entgegenhalten möchte.

 

So viel man auch über Verschwörungstheorien theoretisieren kann, so kurz kann man alles Wichtige dazu auf den Punkt bringen, wie Rolf Menrath in seinem Gedicht "Die fragen nur".


Auch wieder da: "Mach mit!"
Auch wieder da: "Mach mit!"
Ach ja: Wieder sollen die Bürger mit einer Initiative zu großen und schönen Zahlen beitragen. Viele Städte haben ihre Bewohner dazu aufgerufen, drei Wochen lang das Fahrrad zu nutzen und die gefahrenen Kilometer bei der Stadt abzurechnen. Die Stadt Dresden beteiligt sich an dieser Aktion. Stefanolix erinnert das an die DDR. In seinem Beitrag "Schöner die Statistik der Gemeinde - Mach mit!" erinnert er daran, dass dort oft "einige Leute aus einem Mehrfamilienhaus die Gestaltung des eigenen Vorgartens in die Hand nahmen. Warum nicht? Man will schließlich in einer schönen Umgebung wohnen. In der staatlich gelenkten Presse wurde das als Beitrag zur Stärkung des Sozialismus im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Masseninitiative (VMI) Schöner unsere Städte und Gemeinden — Mach mit! dargestellt."

 

 

* Entweder Broder immer montags um 23.30 im Ersten

letzte Änderung: 14.09.2011


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