Navigation

Zur Startseite

Inhalt

surF - Liberales im Netz Nr. 129 | 27. Juli 2011

Das Attentat von Oslo ist auch in den liberalen Blogs das beherrschende Thema. Die Analysen sind alles andere als einheitlich – aber immer differenziert. Einmal mehr heben sich die Autoren von der Oberflächlichkeit ab, die das Fernsehen in Tagen wie diesen anbietet.

 

Angesichts des Umfangs der Diskussionen hier eine Zusammenstellung von Zitaten aus verschiedenen Beiträgen:

 

 

Zur Forderung des CSU-Politikers Uhl nach einer "Vorratsdatenspeicherung" schreibt das antibuerokratieteam:

 

"Zum einen hat Norwegen die Vorratsdatenspeicherung schon, zum anderen könnte man sich schon mal fragen, welche Daten man bei einem Einzeltäter, der sein Verbrechen über Jahre vorbereitet hat, ohne mit anderen darüber zu sprechen, eigentlich hätte speichern wollen. Natürlich hätte Herr Uhl darauf mit ein wenig Nachdenken auch selber kommen können. Aber er hatte es wohl zu eilig, einen billigen Punkt auf Kosten der Opfer zu machen."



Zur Haltung der Gesellschaft zu Terroristen im Allgemeinen heißt es bei den Freunden der offenen Gesellschaft:

 

"Mit Verbrechern wie Anders Breivik führt man keine Dialoge und man betet weder mit ihnen noch für sie. Und was das wichtigste ist: Nichts kann die Taten solcher Mördermenschen rechtfertigen. Es muss endlich Schluss sein mit dem Umlügen von Fanatikern zu “Friedenspartnern”. Es muss Schluss sein mit dem David-gegen-Goliath-Bonus, der Terroristen in den Medien immer wieder zugestanden wird, dieser Aura von Abenteuer und Robin Hood, der auch manche Wissenschaftler und Menschenrechtsaktivisten erliegen."

 


Zettels Raum meint zur mörderischen Logik des Terrorismus, von der RAF über die Kaida bis zu Behring Breivik:

 

"Wie kann man das Kalkül von Politkriminellen wie Anders Behring Breivik durchkreuzen? Meines Erachtens nur, indem man eben gerade nicht ihre Themen, ihre "Schriften" diskutiert, nach dem Motto: Ja, so falsch ist das doch gar nicht. Man mag das diskutieren, wann immer man will - den Islam, die europäische Kultur, die Bewahrung unserer Freiheit. Aber nicht jetzt, wo ein Massenmörder uns diese Diskussion aufzwingen will."

 


Bei den Bissigen Liberalen ohne Gnade heißt es:

 

"Es ehrt uns, dass wir solche Taten nicht ertragen können. Aber es ändert nichts daran, dass wir sie, nach allem, was wir wissen, in einer freien Gesellschaft nicht verhindern werden können. In totalitären Staaten sind die Chancen dazu eindeutig besser. Da ist dann auch das Morden verstaatlicht."

 

 

Auf der Achse des Guten wird mit einem Nietzsche-Zitat für Zurückhaltung geworben:

 

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“



Für eigentümlich frei ist der Attentäter ein "Massenmörder mit Messias-Komplex":


"Hätte Breivik nicht gerade einige Dutzend Menschen umgebracht, wäre er nicht mehr als ein Polit-Clown, von denen sich Abertausende im Narrensaum der Politik tummeln, wobei man das „Polit-„ eigentlich sogar weglassen könnte. Erst das unfassbare Verbrechen, das der Mann zu verantworten hat, hat aus einem Niemand eine Figur der Zeitgeschichte gemacht. Tatsächlich ist wohl genau das der Aspekt der Tat, der die Tat erklärt – der Vorgang der Transformation vom Niemand zum Jemand."



Das heutige surF schließt mit den letzten Zeilen des Buches Hass von André Glucksmann:


"Hasse ich den Hass? Kein bisschen. Ich habe festgestellt, wie hartnäckig und gewalttätig er ist, vor allem aber wie rücksichtslos er seinem ihm ursprünglich innewohnenden Willen verfolgt, sich Gott gleichzumachen. Er entscheidet über das Alpha und das Omega der Schöpfung, er glaubt, ihm sei alles erlaubt, er quakt und hüpft wie ein Frosch, der sich für einen donnernden Jupiter hält. Die anständigen Menschen, aufrichtigen Geistlichen und illusionslosen Realisten kennen ihre Grenzen. Sie brauchen den Hass nicht zu hassen, um sich seinem tödlichen Wahn zu widersetzen und über seine Lächerlichkeit zu lachen."

letzte Änderung: 27.07.2011


Berlin: Begabtenförderung auf 7. StudyWorld

Organisierter Liberalismus – live!

Stipendien der Begabtenförderung: Bis Ende Mai bewerben

Schaufenster Stiftung

Blog des Liberalen Instituts

25.05.2012: Zwei Grad Ziel: Ineffizienz kaum zu bezweifeln mehr...

25.05.2012: Europäische Ordnungspolitik mehr...

24.05.2012: Kolumbien: Wenig Konsens auf dem VI. Amerika-Gipfel in Cartagena mehr...

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit