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surF - Liberales im Netz Nr. 126 | 06. Juli 2011

Keine Frage: Der Frauenfußball wird anlässlich der WM medial kräftig hochgejazzt. Fairerweise muss man sagen: Für den Männerfußball gilt das schon lange. Erstaunlich aber: Selbst liberale und sonst hochpolitische(sierte) Autoren können nicht die Finger von diesem Thema lassen…

So findet Henryk M. Broder die Frauen-WM "schärfer als jeden Wet-T-Shirt-Contest". Nur habe das mit Sportbegeisterung wenig zu tun: "Wer freilich annimmt, beim Frauenfußball stünde die sportliche Leistung im Fokus des Interesses, der gehört zu denjenigen, die sich den 'Playboy' wegen der literarischen Beiträge kaufen", schreibt Broder in der Welt. Das Joint Venture aus privaten Interessen und öffentlich-rechtlicher Vermarktung stelle sich als eine große Mobilmachung dar, die wie eine Walze über das Land rollt.

Für Matthias Heitmann von NovoArgumente ist es "der weit verbreitete Ruf des Frauenfußballs, fairer, weniger körperbetont und fanatisch zu sein, den freudig zu beklatschen ich mich weigere." Die Vorstellung, dass Männerfußball künftig ähnlich friedlich sein soll, wie es dem Frauenfußball heute (wahrscheinlich fälschlicherweise) attestiert werde, treibe ihm die Zornesröte ins Gesicht: "Für mich gehören neben dem Teamgedanken eben auch Kampf, Risikobereitschaft, Leidenschaft, Leidensbereitschaft und das Bis-an-die-Grenzen-Gehen zu den Attributen und Werten, die Fußball für mich attraktiv machen – sowohl als Sport als auch als Sinnbild menschlicher Grundeinstellungen."

Gänzlich humorlos macht sich Frank Daumann bei "Wirtschaftliche Freiheit" an das Thema heran. Er stellt und beantwortet die Fragen: Wie kann es ökonomisch erklärt werden, dass Frauen im Profi-Fußball weniger verdienen als Männer? und: Ist diese Gehaltsdifferenz gerecht? Für ihn ist klar: "Die Nachfrage auf den Absatzmärkten ist für die Unterhaltungsdienstleistung Frauenfußball geringer als für das 'maskuline' Produkt; das Wertgrenzprodukt einer Spielerin (also der Ertrag, den eine Spielerin ihrem Verein einbringt) fällt also gegenwärtig noch geringer aus als das eines Profifußballers."

Gab es von alledem abgesehen noch etwas von Bedeutung in der vergangenen Woche? Ja. "Die Bundesregierung hat eine der schlimmstmöglichen Entscheidungen getroffen, die man sich in Deutschland vorstellen kann. Sie will die Steuern senken", schreibt Rainer Bonhorst in der Hoffnung, vielleicht siege ja doch noch die Vernunft "und der Staat behält brav unser Geld und belästigt uns nicht weiter mit dem Ansinnen, uns etwas davon zurückzugeben."
letzte Änderung: 05.07.2011


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