surF - Liberales im Netz Nr. 123 | 15. Juni 2011
In den liberalen Blogs wird in dieser Woche ein "Ethikrat zur Bewertung der Risiken der Biolandwirtschaft" gefordert. Klingt zunächst nach Satire, ist aber durchaus konsequent angesichts der Faktenlage in Sachen EHEC.
In Alternativlos: Der geordnete Ausstieg wendet Sascha Tamm die Maßstäbe des Umgangs mit Fukushima konsequent auf den Umgang mit EHEC an. Und kommt so zu weiteren Forderungen: Stresstests für Bauernhöfe und die Subventionierung bakteriensicherer Agrarbetriebe.
"Dass es beim GAU in Japan null Tote gab, Sprossen aus einer vegetarischen Bio-Gärtnerei in Bienenbüttel aber inzwischen über 30 Menschen umbrachten", so Michael Miersch, bereite unserer Medienelite offenbar heftige Kopfschmerzen. Er nennt das "biologisch reine Sprache" und fordert auf: "Gönnen Sie sich mal den Spaß und durchkämmen aktuelle Artikel unserer Qualitätsmedien mit Hilfe der Suchfunktion auf das Wort 'Bio'."
Seltsamerweise tauche das Wort nicht auf. "Dafür so schöne Begriffe wie 'Gemüsehof' oder 'Betrieb', mit denen der Infektionsherd umschrieben wird. Ich kann mich an keinen Artikel erinnern, in denen Fukushima-Daiichi als 'Kraftwerk' oder 'Energiebetrieb' bezeichnet worden wäre. Das Wörtchen 'Atom' war immer dabei."
Wem all dies nach Schizophrenie klingt...Zettel sieht das ähnlich und psycho-analysiert eine in Deutschland weit verbreitete Grüne Multiple Persönlichkeit. Deren Bestandteile nennt er Gärtnerin, Klimatikerin, Naturfreundin und GAUpokalyptiker.
Sind wir wahnsinnig? Nein. Josef Joffe meint in der Zeit, es geht uns einfach nur zu gut.
Übrigens hat auch endlich ein Künstler entdeckt, dass Kunst die deutsche Angstkultur nicht nur fördern kann, sondern auch therapieren: Wider die Angstkultur von Helge Fischer. Viel Spaß!





