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surF - Liberales im Netz Nr. 112 | 30. März 2011

In den Tagen nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen sich in den liberalen Blogs ganz unterschiedliche Reaktionen auf das Ergebnis: von Gelassenheit zeigen bis hin zum Abschalten.

"Statt sich zu echauffieren sollte man sich besser auf die lustigen Szenen freuen die sich einstellen werden, wenn die schwäbischen WutbürgerInnen die grüne Biosuppe, die sie sich eingebrockt haben, auslöffeln müssen", schreibt lalibertine. Rayson bietet eine ausführliche Analyse unter dem Titel "Überlegungen einer Karteileiche" und ergänzt dies mit einer spitzen Bemerkung zu Sigmar Gabriels Satz, die SPD stehe für den Dreiklang aus wirtschaftlicher Dynamik, sozialem Zusammenhalt und ökologischer Vernunft. Anders Zettel: "Ich werde über Wissenschaft schreiben, über Literatur, über Philosophie. Kein Wort mehr über Politik."

Abseits davon lässt sich an zwei Stellen ausmachen, wie unterschiedlich das Internet als politische Plattform verstanden wird. Da ist zum einen Sascha Lobo, der nach Jahren der Web-2.0-Euphorie ernüchternd feststellt, im Netz engagiere man sich gegen etwas, nicht dafür, weil das Dagegensein im Netz viel leichter sei, als sich positiv für etwas einzusetzen. Lobos Forderung: "Die politische Energie im Netz muss ins Konstruktive verwandelt werden."

Zum anderen zeigt ein Protokoll aus der Bundespressekonferenz, wie schwer sich mancher Hauptstadtjournalist noch immer mit einem Phänomen wie twitter tut, das inzwischen ein Standardtool der Kommunikation geworden ist. Dass der Regierungssprecher inzwischen twittert, gefällt offenbar vielen Journalisten nicht – für SPIEGEL online ein Zeichen, dass es hier um den möglichen Verlust von "Herrschaftswissen, Deutungshoheit und Informationsprivilegien" der Zunft geht.
letzte Änderung: 30.03.2011


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