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surF - Liberales im Netz Nr. 108 | 02. März 2011

Haben wir nicht hingesehen? Als die Menschen in Ägypten und Tunesien protestierend auf die Straße gingen, mussten Politiker nach Worten ringen. Außer jenen, die sich nicht zuletzt mit Hilfe der Stiftung über das Geschehen in der Welt auf dem Laufenden hielten.

So manche Entwicklung ist absehbar, immer wieder zeigen das die Berichte aus aktuellem Anlass und die anderen Publikationen, die unser Bereich Internationale Politik herausgibt.

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

So heißt es in Brechts Dreigroschenoper und ein schönes Beispiel für die Wahrheit dieser Schluss-Strophe aus "Die Moritat von Mackie Messer" ist Südafrika. Voll im Fokus der Medien war dieses Land im Sommer 2010 während der Fußball-Weltmeisterschaft. Davor und danach: Sendepause.

Projektländer der Stiftung für die Freiheit in Afrika
Projektländer der Stiftung für die Freiheit in Afrika
Dabei gibt es in Südafrika durchaus Dinge zu berichten, die nachdenklich stimmen. Wenn sich zum Beispiel der Staatspräsident Jacob Zuma im Wahlkampf so positioniert: “Wenn ihr für den ANC stimmt, dann wählt ihr gleichzeitig in den Himmel zu kommen. Wenn ihr nicht für den ANC stimmt, müsst ihr wissen, dass ihr Euch für den Mann mit dem Dreizack entscheidet… der Menschen kocht… Wenn ihr eine ANC-Mitgliedskarte bei euch tragt, seid ihr gesegnet. Wenn ihr dort oben ankommt werden verschiedene Ausweise in Gebrauch sein. Aber wenn ihre einen ANC-Ausweis habt, wird man euch durch in den Himmel lassen… Wenn Jesus uns holt, werden wir sie in schwarz, grün und gold gekleidet sehen – die Heiligen gehören zum ANC.”

Oder wenn mit der de-facto-Suspendierung des SADC-Tribunals die Staaten der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft ihren Bürgern das Recht auf internationale Rechtshilfe und Rekurs absprechen.

In einem Kooperationsprogramm mit China werden Führungskräfte des ANC bereits jetzt in der Beziehung der chinesischen Regierung zur Partei geschult – in China ist die Trennung von Staat und Partei beinahe nicht existent. Sorgen machen auch aktuelle Angriffe auf die Medienfreiheit, Ungarn lässt grüßen, in Form der Protection of Information Bill – die den Besitz „klassifizierter Informationen" kriminalisiert – und ein geplantes Medientribunal.

Mehr derart schauderhaftes auf unserer Afrika-Seite.
letzte Änderung: 10.02.2011


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