surF - Liberales im Netz Nr. 101 | 12. Januar 2011
Keine Frage: Gesine Lötzsch und ihre "Wege zum Kommunismus" waren dieser Tage Thema Nr. 1 in den liberalen Blogs. Im Gegensatz zu vielen Medien wurde auch über die gewalttätigen und gezielten Angriffe auf DDR-Bürgerrechtler am Rande der Kommunismus-Konferenz berichtet.
Rote Fäuste, blaue Augen - Berlin 2011 Vera Lengsfeld, die vor Ort war und verletzt wurde, beschreibt, wie Frieder Weiße, Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus vergeblich versuchte, den RBB dazu zu bewegen, auch die gewalttätigen Aspekte der Veranstaltung zu beleuchten – die wurden, als wollte der RBB seinem Spitznamen Rotfunk Berlin-Brandenburg alle Ehre machen, in der Berliner Abendschau als "Handgreiflichkeiten" vor der Tür erwähnt, ohne Ross und Reiter zu nennen. Mehr Details zu den Vorgängen liefert Vera Lengsfeld in ihrem Augenzeugenbericht.
Mit dem Konferenzthema "Wo bitte geht's zum Kommunismus?" setzt sich euckenserbe auseinander und erinnert daran, dass es sich bei Sozialismus und Kommunismus "um die letzten zwei der drei marxistischen Entwicklungsstufen, die die Vorstufe zum Paradies und das Paradies" dreht. Mit dem Begriff des “demokratischen Sozialismus” suggeriere die Linke, dass die Kontrolle des Kapitals durch den Staat 'demokratisch' legitimiert werde: "Die Demokratisierung von Produktionsmitteln hört sich eben besser an wie deren Enteignung, läuft aber auf dasselbe hinaus. Nicht der Bürger verfügt über sein Eigentum, sondern die vermeintliche Mehrheit der Bürger, vertreten durch den Staat."
Zettel konzentriert sich in seinem Blog auf den Auftritt der Terroristin Inge Viett bei der gleichen Konferenz. Die Rosa-Luxemburg-Konferenzen und Lötzschs Strategie der "fortschreitenden Machteroberung" arbeitet Zettel in einem anderen lesenswerten Artikel auf. Viett bekommt nun wohl Post von der Staatsanwaltschaft wegen ihrer Äußerung es sei "legitim, Bundeswehrausrüstung abzufackeln". Viett hatte 1981 bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten erschossen und war seinerzeit unter das Schild der Organisation geschlüpft, die jener Partei als "Schild und Schwert" diente, der Lötzsch heute vorsitzt. Man versteht sich noch immer. Es war wohl klug von Lötzsch, ihren laut SPIEGEL vom Cheftheoretiker der Rosa-Luxemburg-Stiftung gelieferten und eigenhändig verschärften Text vorzutragen, sich der Podiumsdiskussion aber zu entziehen – der Viett-Äußerung hätte sie wohl widersprechen müssen. Damit hätte sich im Saal ganz sicher unbeliebt gemacht und die versammelte Fünfte Kolonne der Linkspartei vergrätzt.
Boche von B.L.O.G. genügt ein kurzer Kommentar: "Nicht, dass es jemandem jetzt noch aufstößt, wenn ich die SED-Truppe weiter Kommunisten nenne. Nazis wie Kommunisten enttarnen sich eben doch immer irgendwann selbst." Klare Kante - oder wie es in einem der Kommentare dazu heißt: "Einziger Vorteil: Diese Linke sagt es frei und frank. Bei den anderen Anwärtern auf die neue DDR 2.0 sieht das etwas anders aus…"





