surF - Liberales im Netz Nr. 10 | 14. Januar 2009
Marktwirtschaft ist gar nicht so schwer – und gar nicht so dumm. Im Gefolge der öffentlichen Kapitalismusverteufelung der letzten Wochen schlagen die Marktwirtschaftler zurück: Mit Feder, Zeichenstift und Videokamera.Das Schönste an der Marktwirtschaft: Sie ist partout nicht auszurotten. Wird sie komplett verboten, steht sie als so genannter Schwarzmarkt wieder auf. Und dort, wo der Staat Bereiche der Wirtschaft überreguliert oder übermäßig verteuert, passiert das gleiche. Kein Wunder deshalb die Schlagzeile dieser Woche: „Schwarzarbeit in fast jedem fünften deutschen Haushalt verbreitet“.
Wer noch an „Das Märchen vom gerechten Staat“ glaubt, der möge Günter Ederers gleichnamigen Klassiker betrachten. Man muss sich schütteln angesichts der Wahnwitzigkeiten der deutschen Bürokratie, die Ederer zusammengetragen hat. Nach dem bittersüß anmutendem Genuss dieses Filmbeitrags möchte man meinen, niemand würde es noch wagen, Produkte herzustellen und anzubieten.
Und dennoch: Während der Staat sich konsequent bemüht, das Wirtschaften seiner Bürger zu behindern, zu kontrollieren und zu regulieren, lassen die sich nicht verdrießen und verdienen sich was dazu. Zum Beispiel durch den Verkauf von billigen Lidl-Bahn-Tickets. Markus Paul dachte sich: Wenn ich das Ticket teurer als erstanden verkaufe und billiger als eine reguläre Fahrkarte, dann hab’ ich was davon und der Käufer auch. Bis er auf eine Käuferin traf, die Probleme damit hatte… wenn der Schwarzmarkt zum Schwatzmarkt wird.
Vielleicht ist Marktwirtschaft doch nicht so leicht. Dennoch ist es gut, schon in jungen Jahren die grundsätzlichen Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage im Feldexperiment zu studieren, wie es Calvin und Hobbes getan haben. In zwölf Zeichnungen durchleben sie all das, was die Wirtschaftsteile unserer Zeitungen füllt – dabei geht es nur um ein Glas Limonade.





