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Zentralasien: Frühzeitig kritische Potenziale fördern

Historische Karte Zentral-Asiens vor 1893
Historische Karte Zentral-Asiens vor 1893
Eine strategische Position zwischen Russland und China, großer Ressourcenreichtum und die unmittelbare Nähe zu Afghanistan– trotz dieser Merkmale und der 2007 verabschiedeten europäischen Zentralasienstrategie, bleibt Zentralasien eine Region, die von der europäischen Außenpolitik und Öffentlichkeit weitgehend vernachlässigt wird. Daran hat auch die Revolution 2010 in Kirgistan und die Errichtung der ersten parlamentarischen Demokratie in Zentralasien nichts geändert.

Um mögliche europäische Ansätze für die Region zu diskutieren, hatten die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) zur Veranstaltung „Zentralasien - Perspektiven für eine vertiefte Zusammenarbeit“ in die Räume des Tagesspiegel in Berlin geladen.

Eine moderne Seidenstraße wäre auch heute für viele vorteilhaft

Patrick Meinhardt MdB, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Zentralasiatischen Parlamentariergruppe im Deutscher Bundestag, unterstrich die historische Bedeutung der Region und ihre enormen Potentiale. Für Zentralasien wirtschaftspolitisch wichtig und für Europa von zunehmender Bedeutung seien die natürlichen Ressourcen Zentralasiens, welche für Europa einen entscheidenden Beitrag zur Diversifizierung der Energieimporte darstellen könnten. Dabei sehe man sich jedoch mit Russland und China zwei Wettbewerbern gegenüber, die den Menschenrechtsdialog nicht als Bedingung für ihre Wirtschafts- und Handelsbeziehungen voraussetzten.

Meinhardt
Meinhardt
Das Ziel der Europäer sollte, so Meinhardt, „die Reaktivierung der guten Beziehungen sein, eine moderne Seidenstraße, welche auch heute für viele vorteilhaft wäre – vor allem jedoch für die zentralasiatischen Staaten selbst.“ Dafür müssten allerdings bestehende Handelsschranken und -beschränkungen hinterfragt und abgebaut werden. Auch sollten vertiefte Kooperationen im sicherheitspolitischen Bereich, vor allem mit Blick auf Afghanistan, angestrebt werden.

In seinem Vortrag „Wirtschaftliche Entwicklungen in Zentralasien – Modernisierung kontra staatliche Steuerung“ konkretisierte Konstantin Bondarenko, Vorsitzender des Stiftungspartners Tadjikistan Free Market Centre, die wirtschaftlichen Herausforderungen der Region. Dabei betonte er, dass Zentralasien trotz gewisser Ähnlichkeiten der Staaten keine homogene Region bilde.

Bondarenko
Bondarenko
Im Falle Tadschikistans sei die Ursache der wirtschaftlichen Probleme das ungünstige Investitionsklima. So stünden Infrastrukturproblemen und Verletzungen der Eigentumsrechte beträchtliche Staatsausgaben und aggressive Fiskalpolitik sowie die Abschöpfung der Spareinlagen und der Gewinne von Unternehmen gegenüber.

Tadschikistan sei jedoch auf ausländische Investitionen angewiesen, so sei eine tiefgreifende Strukturreform in der Wirtschaft zur Gewährleistung von Berechenbarkeit und Stabilität im Bereich der Eigentumsrechte unabdingbar. Hier sei der Staat in der Pflicht, das Land für Investoren attraktiv zu machen.
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letzte Änderung: 05.01.2012


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