Zentralamerika: Frauen an die Macht?
Zahlreiche liberale Frauen bekleiden inzwischen wichtige politische Funktionen in Zentralamerika
Vor diesem Hintergrund organisierte die Friedrich Naumann Stiftung in Managua, Nicaragua, am 13. und 14. September eine Konferenz zum Thema Liberale Frauen in Führungspositionen: Herausforderungen auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene
Zentralamerikanische Teilnehmerinnen mit Präsidentschaftskandidat Eduardo Montealegre Frauen in Führungspositionen sind weltweit unterrepräsentiert, das ist kein Geheimnis. Selbst in so genannten „entwickelten” und „fortschrittlichen“ Gesellschaften wie der deutschen, wo in Betrieben der Privatwirtschaft fast die Hälfte aller Beschäftigten Frauen sind, haben diese letztendlich nur rund ein Viertel der Führungspositionen inne. In der US-Privatwirtschaft sind es sogar nur 16,4 Prozent. In der Politik verhält es sich ähnlich: Weltweit werden im Durchschnitt nur knapp 16 Prozent der Abgeordnetenmandate von Frauen bekleidet. Obwohl Lateinamerika mit 19 Prozent über dem globalen Durchschnitt liegt, sind Frauen auf diesem Kontinent trotzdem in Politik und Wirtschaft nur schwach vertreten.
Es könnte als Ironie betrachtet werden, dass von vier Eröffnungsreden bei der Veranstaltung nur eine von einer Frau gehalten wurde; es macht aber gleichzeitig deutlich, dass selbst im liberalen Lager Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung herrscht. Neben der nicaraguanischen Abgeordneten Jamileth Bonilla wandten sich auch der Präsidentschaftskandidat der liberalen Partei Nicaraguas (ALN), Eduardo Montealegre, der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Werner Hoyer, und der Leiter des Regionalbüros für Lateinamerika, Harald Klein, an das fast ausschließlich weibliche Publikum.

Irma Piñeyro, mexikanische Abgeordnete Die Konferenz war insbesondere für die liberalen nicaraguanischen Abgeordneten und die Kandidatinnen der liberalen Partei für die kommenden Parlamentswahlen interessant: Gelegenheit, sich im Vorfeld des Wahlgangs mit hochrangigen liberalen Frauen aus Mexiko und den zentralamerikanischen Nachbarländern Costa Rica, Guatemala und Honduras auszutauschen. Unter anderem waren zwei neu gewählte weibliche Abgeordnete aus Mexiko, die Vizepräsidentinnen des costarikanischen und des honduranischen Parlaments, die Kabinettschefin des Außenministers und die Direktorin einer Wirtschafts-NGO aus Guatemala sowie die Generalsekretärin der liberalen Partei PLH und die Ministerin für Frauenangelegenheiten aus Honduras anwesend.





