Wissen schafft Arbeit

Quelle: WISTA Mit 450 neuen Stellen und zwölfprozentigem Umsatzwachstum im Jahr 2005 führt die Erfolgsgeschichte im größten deutschen Technologiepark Berlin-Adlershof zur Erkenntnis: Zukunftsarbeitsplätze entstehen vor allem dort, wo Wissen über Forschung und Entwicklung in neue Produkte und Verfahren umgesetzt werden. Eine solche Technologie“baustelle“ mit inzwischen europäischer Ausstrahlung ist der zu 90 Prozent ausgelastete Wissenschafts- und Wirtschaftscampus im Südosten Berlins.
Podium, moderiert von Siemens-PR-Chef Harald Prokosch Auf dem 4,2 Quadratkilometer großen Gelände sind mit 6.100 Mitarbeitern in 700 Firmen inzwischen schon weit mehr Menschen beschäftigt als zu DDR-Zeiten in den dortigen Akademieinstituten.
In Adlershof, einst Wiege der deutschen Luftfahrt, sei der Neuaufbau von hoch modernen Industriestrukturen rund um die Technologiefelder Optik, Laser, Röntgen sowie Material- und Mikrotechnik gelungen, resümierten die Experten. Die seinerzeit kritisch hinterfragte Senatsentscheidung zu Anfang der 90er-Jahre zum infrastrukturellen Ausbau des wissenschaftsgeschichtlich historischen Geländes habe sich längst als großer Wurf mit Wirkung über Deutschland hinaus erwiesen, befand das von Siemens-PR-Chef Harald Prokosch moderierte Forum. Von dem Bau des Airports Berlin-Brandenburg International erhofft sich das für den Technologiepark zuständige WISTA-Management vor allem ausländische Ansiedlungen. Adlershof, nur eine Autobahnabfahrt vom Flughafen entfernt, werde dann eine „Portalfunktion für Berlin“ haben, zeigte sich WISTA-Geschäftsführer Hardy Rudolf Schmitz überzeugt.
Dr. Henrik Colell und Hellmuth Königshaus MdB (von links) Als entscheidende Kriterien für den besonderen Erfolg von Adlershof wurden u. a. genannt: Das Vorhandensein einer „kritischen Masse“ von Firmen und Einrichtungen, die „über die Straße hinweg und fast von allein“ zu synergetischen Effekten führe sowie das Wissenspotential vor Ort, das „von innen heraus“ zu neuen Produkten und Technologien dränge. Aber auch die hervorragende Infrastruktur ist ein Kriterium, das für Dr. Henrik Colell, Geschäftsführer der helioscentris Energiesysteme GmbH für die Ansiedlung in Adlershof entscheidend war. Als forschungsintensives Unternehmen könne man in Adlershof perfekt ausgerüstete Labore mieten. Dr. Albrecht Krüger, Geschäftsführer der SENTECH Instruments GmbH fühlt sich ebenfalls in Adlershof gut aufgehoben. Er wünscht sich einen noch intensiveren Wissenstransfer; möchte, dass auch kleine Firmen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen haben, um daran zu partizipieren.
Harald Prokosch und Prof. Dr. Norbert Langhoff (von links) „Standortältester“ Prof. Dr. Norbert Langhoff, seit 1963 Wissenschaftler und nach 1990 Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Gerätebau, wies auf ein Manko des Standorts hin. Während sich der wissenschaftliche Nachwuchs aus Universitäten und Hochschulen vergleichsweise gut rekrutieren ließe, mangele es bereits an solide ausgebildeten Forschungsfacharbeitern, wie es sie vor der Wende in Adlerhof gegeben habe. Langhoff plädierte in diesem Zusammenhang für eine gemeinsame Ausbildungsinitiative der eher kleinen Technologiefirmen. Er nannte die schnelle Überleitung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und Verfahren als große Herausforderung für Deutschland, die jedoch von den Akteuren in Adlershof schon gut gelöst werde.
Hellmut Königshaus MdB lobte die guten Rahmenbedingungen in der „Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“, die von privaten Initiativen aufgegriffen und angenommen würden. Hier fände man eine Schnittstelle, die die Grundlagenforschung mit der angewandten Forschung gelungen verknüpft. „Der Technologietransfer ist die entscheidende Front, die zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes bestimmen wird.“, so Königshaus.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Bildungsinitiative pro Kopf der Friedrich-Naumann-Stiftung statt und wurde gefördert mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin.
Jeanette Hassenmeier
Büro Berlin-Brandenburg





