Navigation

Zur Startseite

Inhalt

Wirtschaftliche Kooperation mit Nordkorea

Der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für Korea, Walter Klitz, erläuterte auf Einladung des Friedensnobelpreisträgers und ehemaligen südkoreanischen Präsidenten, Kim Dae-jung, die Möglichkeit der Wirtschaftskooperation im IT-Bereich zwischen Süd- und Nordkorea. In seiner Rede, die Herr Klitz vor hochrangigen Gästen der internationalen Konferenz hielt, betonte er, dass trotz der kontroversen Diskussionen über den Industriekomplex in Kaesong das Projekt sehr ambitioniert und erfolgreich sei. Die Gründung des Industrieparks, der sich auf nordkoreanischem Territorium befindet und von Hyundai Asan verwaltet wird, sei das Ergebnis der Engagementpolitik des Präsidenten Kim Dae-jung, so Walter Klitz. Inzwischen beschäftigen rund vierzig südkoreanische klein- und mittelständische Unternehmen insgesamt mehr als 15.000 nordkoreanische Arbeiter in der Industriezone, mit deren Bau im Jahr 2003 begonnen worden war. Die Konferenzteilnehmer konnten sich während der Besichtigung in Kaesong ein eigenes Bild von der Entwicklung des Projekts machen.

Walter Klitz, Projektleiter Korea
Walter Klitz, Projektleiter Korea
Walter Klitz gab in seiner Präsentation einen Einblick in die historische, wirtschaftliche und politische Dimension des Industrieparks. Kaesong, die frühere Hauptstadt der Koryo Dynastie, sei nicht nur Symbol eines vereinten Koreas, sondern stehe auch für eine Annäherung in den inner-koreanischen Beziehungen. Obwohl die Industriezone in wirtschaftlicher Hinsicht großes Potenzial hätte, bestünden nach wie vor einige Hürden, insbesondere für ausländische Investoren: erstens, die Wassenaar Vereinbarung, die den Export von Gütern (einschließlich Software und Technologien) mit doppeltem Verwendungszweck (dual use) u.a. in die DVR Korea untersagt; zweitens, die bislang ungeklärte Frage der Eigentumsrechte. Außerdem würden ausländische Direktinvestitionen schon daran scheitern, dass die Löhne in Kaesong nicht an die Arbeiter, sondern an die nordkoreanische Regierung gezahlt werden.

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas, insbesondere die Entwicklung der elektronischen Informationstechnologie als eine wichtige Säule der chinesischen Industrie, stelle nicht nur neue Herausforderungen dar, sondern böte auch Chancen für die Region. Die wirtschaftliche Entwicklung der nordöstlichen Provinzen Chinas (Liaoning, Jilin und Heilongjiang) sowie das geplante Freihandelsabkommen zwischen den ASEAN-Staaten und China könnte die Einbindung Nordkoreas in den regionalen Handel vereinfachen. Eine mögliche Integration in die lokale Wirtschaft wird jedoch von Fortschritten in den Sechsparteiengesprächen, d.h. die Umsetzung der Vereinbarung vom 13. Februar 2007, und Nordkoreas Rückkehr zum Nichtverbreitungsvertrag abhängen.

Die internationale Konferenz fand anlässlich des siebten Jahrestags der „Gemeinsamen Erklärung“ zwischen Süd- und Nordkorea Juni in Seoul statt. Die Gemeinsame Erklärung aus dem Jahr 2000, in der das Ziel einer friedlichen Wiedervereinigung niedergelegt ist, wurde nach Abschluss des historischen Gipfeltreffens zwischen Präsident Kim Dae-jung und Kim Jong-il, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees (der DVR Korea), unterzeichnet.

Speech Walter Klitz
letzte Änderung: 12.09.2008


18.06.2012: „Inflation!“ Krisenjahr 1923 Lesung mit dem Autor Gunnar Kunz

02.07.2012: Politische Ökonomie der Medien. Ringvorlesung

30.10.2012: Verantwortung für die Freiheit

Schaufenster Stiftung

Blog des Liberalen Instituts

25.05.2012: Europäische Ordnungspolitik mehr...

24.05.2012: Kolumbien: Wenig Konsens auf dem VI. Amerika-Gipfel in Cartagena mehr...

24.05.2012: Sanfter Ausweg für Griechenland? mehr...

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit